Sonntag, 13. Februar 2011

Morgen ist Valentinstag ...

... alle Welt spricht von der Liebe. Mein Bräutigam lädt mich an diesem Tag ein, eine ganz konkrete Erfahrung mit IHM zu  machen:
Darum will ich selbst sie verlocken. Ich will sie in die Wüste hinausführen und sie umwerben.
(Hos 2,16)
Ja, morgen fahre ich für zwei Wochen auf Exerzitien in die Wüste. Nicht Blumen und Schokolade werden mir das Wesen der Liebe offenbaren, sondern Sand und Hitze. Das sind die Bedingungen, unter denen ich hoffe, von neuem mein Herz IHM zu öffnen, um annehmen zu können, was immer schon da ist.

Samstag, 12. Februar 2011

Packen für die Wüste

In zwei Tagen fahre ich auf Exerzitien der besonderen Art: Wanderexerzitien in der Wüste Jordaniens. Zwölf Tage Leben aus dem Rucksack, unter dem freien Himmel. Vor fünf Jahren hab ich das schon einmal gemacht. Es ist eine Erfahrung der Superlative. So wie sich der Blick im weiten Horizont verliert, so öffnet sich die Seele für den Herrn des Universums. So wie das Minimum an Ausrüstung und Komfort mir zeigt, was ich alles nicht brauche, so dringe ich immer mehr zum Wesentlichen vor - in meiner Beziehung zu Gott ebenso wie in meiner Beziehung zu mir selbst. Es tut gut, sich hin und wieder einer solchen Erfahrung auszusetzen. Das wird mir nicht zuletzt dann deutlich, wenn ich packe.

Da meine ich, mein Gepäck schon auf das Wesentliche reduziert zu haben.
Aber es ist immer noch zu viel.











Und in dieser letzten Phase des Packens entdecke ich, wie das Hierlassen auch von kleinen Dingen große Wirkung erzielt. Bis morgen wird der Rucksack groß genug sein.

Außer den materiellen Sachen nehm ich noch ein paar Dinge mit in die Wüste:
- Gebetsanliegen meiner Freunde
- meine Familie
- die großen und kleinen Missionen meiner Gemeinschaft, insbesondere an meinem Wohnort
- 144 + x Professoren und damit auch die Situation der Kirche in Deutschland

Donnerstag, 10. Februar 2011

Prüfungsvorbereitung

Eine Mitschwester, die mir die Haushaltsarbeit abnimmt.
Ein Chef, der mich eher gehen lässt, damit ich lernen kann.
Ein Beichtvater, der mir sein CIC ausleiht.
Freunde, die für mich beten werden.

Da muss ich ja mein bestes geben!
Danke jedenfalls, dass so viele für mich sorgen.
Ich nehm dann dafür alle mit in die Wüste. Doch dazu später.

Montag, 7. Februar 2011

Erhellendes Kirchenrecht

Eine Mitschwester, ihrerseits Kirchenrechtlerin, sagt gelegentlich, man könne auch mit dem Kirchnrecht seine Gebetszeit gestalten und über manches daraus meditieren. Ich fange an, sie zu verstehen, wenn ich z.B. lese:

Can. 210: Alle Gläubigen müssen je nach ihrer eigenen Stellung ihre Kräfte einsetzen, ein heiliges Leben zu führen sowie das Wachstum der Kirche und ihre ständige Heiligung zu fördern.
Can. 211: Alle Gläubigen haben die Pflicht und das Recht, dazu beizutragen, dass die göttliche Heilsbotschaft immer mehr zu allen Menschen aller Zeiten auf der ganzen Welt gelangt.

Schon stark, dass ich die Pflicht habe, mich um meine Heiligung zu bemühen und etwas für die Evangelisation zu tun.
Ich lern dann mal weiter - in ein paar Tagen ist Prüfung.

Sonntag, 6. Februar 2011

Happy birthday

30 Jahre FidesCo. Tanzende Entwicklungshilfe.
Es ist mir eine Freude, ein paar FidesCo-Volontäre zu kennen.

Fünf Minuten

... das ist die zeitliche Entfernung zwischen unserer Schwesterwohnung und der Pfarrkirche. Es ist schön und praktisch, so nah zu wohnen. Und irgendwie auch wieder eine Herausforderung. Für den Gottesdienst läuten die Glocken 15 Minuten vorher - und dann noch einmal fünf Minuten vor Beginn. Leider viel zu oft ist dieses zweite Läuten für uns das Startsignal loszugehen. Mit dem Ergebnis, dass wir nicht selten dem Priester noch freundlich (oder auch beschämt) zunicken können, wenn wir durch den Kreuzgang an der Sakristei vorbei in die Kirche eilen.
In meiner Heimatgemeinde kannte ich es anders. Schon meine Eltern hatten es uns angewöhnt, fünf bis zehn Minuten vor Beginn da zu sein. Eine Zeit der Sammlung und des Sich-bewusst-Werdens, warum ich hier bin und wen ich feiern möchte.Und am Ende der Messe sowieso - Zeit des Danks, des Nachklingen-Lassens der Begegnung mit Gott.
Schon oft haben wir uns vorgenommen, doch wieder an dieser guten Gewohnheit anzuknüpfen. Aber wenn man zu dritt lebt, gibt es viel zu oft eine, die dann doch noch schnell "wohin" muss oder ihre Mütze sucht oder das Kleingeld für die Kollekte ...
Heute ist es gelungen mit den fünf Minuten. Okay, meine Mitschwestern sind nicht da. Aber mir war es wieder mal ein Anlass, mich neu bewusst dafür zu entscheiden.

Samstag, 5. Februar 2011

Nachgeschobener Eröffnungspost

Jetzt war mir der Aloijs Andritzki so wichtig, dass ich ihm das Privileg des ersten Posts gelassen habe.
Nun aber doch noch ein kurzes "herzlich willkommen" allen Lesern.
"Was gibt's denn heute?" - Die Frage höre ich momentan sehr oft und bezieht sich in aller Regel auf meine Kochkünste. Diese werden nur im Ausnahmefall zum Inhalt dieses Blogs werden. Stattdessen gestatte ich mir einen Blick in Kirche und Gesellschaft - unter der Prämisse, dabei auch Zeugnis von der Freude zu geben (Blog-Adresse), denn das ist ein Teil meiner Berufung. Daran werde ich auf jeder Etappe auf dem Weg des gottgeweihten Lebens wieder erinnert, der seinerseits ein Grund zu großer Freude und Dankbarkeit ist.

Ökumenische Geste für einen neuen Seligen

Für mein Heimatbistum war es heute ein denkwürdiger Tag. Im Hinblick auf die bevorstehende Seligsprechung des Priesters Aloijs Andritzki wurden heute drei Urnen mit der Asche des neuen Seligen und zweier Leidensgenossen in feierlicher Prozession durch die Stadt getragen.
Viele tausend Menschen nahmen daran teil. Ein mutmachendes Zeugnis des Glaubens - damals und heute.
Ein wenig schmunzeln musste ich dann allerdings doch, als ich erfuhr, dass die Prozession vor der evangelischen Frauenkirche inne gehalten hatte, wo der Landesbischof ein Grußwort sprach. Und das im Stammland der Reformation, wo einst die Reliquien des Bistumspatrons Benno beschimpft wurden und schließlich außer Landes gebracht werden mussten.
Wie auch immer: Ich find's ein schönes Zeugnis für das Miteinander der evangelischen und katholischen Christen und freu mich über das gemeinsame Einstehen für den Glauben in einem Land, in dem der überwiegende Teil der Menschen Gott nicht kennt.
(Bald) seliger Aloijs Andritzki, bitte für das Sachsenland!