Mittwoch, 30. November 2011

Ich stehe vor der Tür

Jetzt ist sie wieder da, die Zeit, in der sich nicht nur die Kleinen freuen, wenn sie täglich ein Türchen öffnen können. Adventskalender gibt es landauf landab - und längst auch schon im Internet. Soll ich dieser Fülle wirklich noch etwas hinzufügen? Und doch hält mich eine Idee gefangen, die irgendwie verwirklicht werden will. Also fang ich mal an.
Ich stehe vor der Tür und klopfe an. wer meine Stime hört und die Tür öffnet, bei dem werde ich eintreten, und wir werden Mahl halten, ich  mit ihm und er mit mir. (Offb 3,20)
Dieses Wort aus der Offenbarung gab mir die Grundidee. Nicht ein Adventskalender, bei dem ich Türchen öffne, um mich überraschen zu lassen, soll dies werden. Sondern ich möchte Türen aufzeigen, die helfen können, das ich mich öffnen kann - für das Kommen Christi in meinem Leben, hier und jetzt. Diese Türen kann ich nur von innen öffnen und sie lassen mich nicht etwas Neues "draußen" entdecken, sondern sie erlauben, das Gott zu mir kommt.

Öffne das Fenster

Unter dem Stichwort "Öffne das Fenster" hat die Emmanuel School of Mission (ESM) Altötting mit dem 1. Adventssonntag einen Video-Adventskalender gestartet. Täglich gibt es eine kreative Umsetzung des Tagesevangeliums in knapp einer Minute. Reinschauen lohnt sich.

Hier zum "Anschmecken" die letzten beiden Clips (Weitere kann man hier finden.)






Mittwoch, 9. November 2011

Historisches Datum

Als ich in den 90er Jahren ein Praktikum in einer westdeutschen Stadt machte und am 9. November die Werktagsmesse besuchte, fragte ich mich beim Einzug: "Warum trägt der Pfarrer weiß? Mauerfall? Hm, nicht wirklich." Es klärte sich dann rasch auf, dass die "Ur-Kirche", die Lateran-Basilika an dem Tag Geburtstag feiert. So relativiert sich manches.

Dennoch, dieses Datum lässt mich immer wieder aufmerken. Wenn ich bewegte Bilder vom Mauerfall sehe, kriege ich feuchte Augen. Meine Erinnerungen an diesen Tag sind gleich null. Im "Tal der Ahnungslosen" waren wir allein auf die Nachrichten des Ostens angewiesen. Und ich war wohl auch noch zu jung, um bis in die späte Nacht hinein die Nachrichten zu verfolgen. (WestRADIO hatten wir immerhin.) Was folgte, war eine ziemlich verrückte Zeit: verunsicherte Lehrer, ein neues Selbstbewusstsein. Nahezu täglich fehlte ein Kind, weil es mit den Eltern auf "Westbesuch" war. Das war völlig normal und wurde auch als offizieller Entschuldigungsgrund anerkannt. Ein Klassenkamerad packte bald darauf die Koffer und blieb mit den Eltern im Westen. Die Russischlehrerin ließ uns unser Redewendungen-Vokabel-Buch aufschlagen und alle Worte und Redewendungen durchstreichen, die wir fortan nicht mehr brauchen würden. Im Dezember fuhr auch ich mit meinen Eltern nach Westberlin. Zwei Stunden anstehen für das Begrüßungsgeld, das wir zum Großteil auch sofort investierten. 

Ohne diesen Mauerfall
  • hätte ich wohl nicht das Abi machen können und folglich auch nicht studiert, ganz sicher aber hätte ich nicht Theologie studiert
  • stelle ich mir ernsthaft die Frage, ob ich den Mut, die Kraft und die Gelegenheit zur Umkehr gefunden hätte (denn daran waren eine bayrische Freundin und eine westdeutsche Großstadt beteiligt)
  • wäre auch fraglich, ob ich den Weg des geweihten Lebens begonnen hätte (ganz sicher nicht in meiner geistlichen Gemeinschaft, denn die gab's schlicht und ergreifend nicht).
  • hätte meine berufliche und private Laufbahn völlig anders ausgesehen
  • könnte ich wohl kaum jetzt hier über religiöse Themen bloggen.
Mit anderen Worten: Nichts von dem, was mein heutiges Leben ausmacht, wäre möglich gewesen.

Daher ein dickes: DEO GRATIAS!

Dienstag, 1. November 2011

Ordnung

... ist das halbe Leben. Und zwar nicht nur für Pfarrhaushälterinnen, sondern auch für Blogger. Ich hab mir heute mal die Zeit genommen, meine Posts mit Labels zu versehen. Damit wird es etwas überschaubarer, zu welchen Themen ich mich hier so äußere. Es möge nützen.