Montag, 24. Dezember 2012

Weihnachtsmusik

Nachdem ich im vorherigen Post schon anklingen ließ, dass eine gewisse Musik in mir ungehemmte Weihnachtsstimmung freisetzt, möchte ich euch gern an besagten Liedern teilhaben lassen.

Da ist zum einen das Transeamus von Schnabel. Das Stück stammt ja aus Schlesien. Da meine Heimatgemeinde - wie so viele im Osten Deutschlands - zur Zuflucht für die katholischen Flüchtlingsfamlien wurde, hat auch die schlesische Weihnachtskultur bei uns Einzug gehalten. Mein Heimatkirchlein ist wirklich klein uns ausgesprochen schmucklos. Auch kirchenmusikalisch lief da nicht viel. Aber das Transeamus hab ich in der Heiligen Nacht oft gehört. Orgel, Geige und Cello, dazu unser Kirchenchor. Da meine Gemeinde recht sangesfreudig ist, haben wir das sogar bei einer Wallfahrt nach Israel ganz ohne Dirigentin, Noten und Begleitmusik auf den Hirtenfelder gesungen.


Ein weiteres Muss sind für mich die Lieder "Heiligste Nacht" und "Menschen, die ihr wart verloren". Beide stehen im diözesanen Anhang unseres Gotteslobes.


("Menschen, die ihr wart verloren", Gesang startet bei 2:00)


("Heiligste Nacht", Gesang startet bei 2:30)

In diesem Sinne: Gesegnete Weihnachten!

Sonntag, 23. Dezember 2012

Ganz unerwartet

... kommt Gott in die Welt. Die Kids aus Neuseeland haben das ganz herzig in Szene gesetzt.


Samstag, 22. Dezember 2012

Vorweihnachtliche Überlegungen

Jahrelang hab ich Weihnachten in Frankreich gefeiert. 
Es ist immer wieder eine Freude, den Mitschwestern aus aller Welt zu begegnen und sie kennen zu lernen. 
Es ist immer wieder eine Freude, sich gemeinsam in Stille auf das Kommen Gottes vorzubereiten.
Es ist immer wieder eine Freude, von den Predigten unserer Priester in die Höhe und in die Tiefe begleitet zu werden.

Es ist immer wieder ein gewisses Leid, dass die Weihnachtskultur bei unseren Schwestern-Weihnachten mitten in Frankreich so gar nicht dem entspricht, was ich gewohnt bin und was mir hilft, in dieses Fest einzutreten.

Dieses Jahr nun, in dem es kein großes Schwestern-Weihnachten in Frankreich gibt, steh ich vor einer Gewissensfrage. Eigentlich stand für mich sofort fest, dass ich die Christnacht - natürlich - in unserer Pfarrkirche mitfeiere. Wie freu ich mich auf Bläsermusik und Orgelklang, auf traditionelle Weihnachtslieder in einer vollen Kirche. Okay, es werden nicht die Lieder sein, die meine Kindheit und Jugend geprägt haben, denn die stehen hier in keinem Gesangbuch. Aber immerhin. Nach jahrelanger Dürre, was die Weihnachtsmusik angeht, jubelt mein Herz angesichts der diesjährigen Aussichten. Und ich bin wild entschlossen, meinen Speicher an Weihnachtsstimmung für die nächsten Weihnachtsfeste in Frankreich aufzufüllen.

Doch da kommt noch eine andere Möglichkeit ins Spiel. Ich könnte auch in dem Haus unserer Gemeinschaft an der Christnachtmesse teilnehmen. Liturgisch absolut wasserdicht, unter Einbeziehung alter Traditionen und neuer Ideen. Mit einem Te Deum am Ende, Trompete und Saxophon immerhin, mit einer Predigt, die sicher nicht oberflächlich ist, mit Martyrologium und mit Menschen, die ich mag - inkl. mit der Mitschwester, die dort arbeitet (und mit der ich lebe) und für die es irgendwie auch doof ist, wenn wir getrennt in die Christnacht gehen.

Noch bin ich hin- und hergerissen. Bin gespannt, wofür ich mich entscheide.

Ende der Blogpause

Vor ca. 33 Stunden hab ich meine Masterarbeit ausgedruckt - noch nicht druckfertig, aber doch so weit fertig, dass die inhaltliche Arbeit und auch die Schreiberei erledigt sind. Nur noch das Korrekturlesen steht an und das Literaturverzeichnis ist zu erstellen. Ein befreiendes Gefühl. Durchaus.
Dabei ist es nicht so, dass ich in den letzten 3 Monaten nichts anderes gemacht hätte. Ich habe mich in meinen neuen Job eingearbeitet, gebetet, gespielt, mich an Missionen beteiligt, bin reiten gegangen, hab Einkäufe gemacht, geputzt, mit Freunden gesprochen ... Und dennoch: irgendwie war ich oft gehetzt, nicht ganz da, konnte mich nicht unbeschwert einer Sache widmen, ohne an die noch ausstehenden Kapitel zu denken.
Diese neue Freiheit genieße ich jetzt. Ich bin kein Haushaltsfreak, aber gerade eben freue ich mich, meine Pflichten in aller Ruhe erfüllen zu können. Und einfach auch mal wieder die Zeit zu haben, was für meinen Blog zu tun. Später geht's hier weiter. Ich geh erst mal das Bad putzen.

Samstag, 8. Dezember 2012

Ignatianische Jugendexerzitien

Kurze Unterbrechung der masterarbeitsbedingten Blogpause für einen Termin, den zu posten es sich lohnt, weil dergleichen Angebote rar sind:

Im Februar gibt es Ignatianische Jugendexerzitien mit Spiritual Dr. Andreas Schmidt in den bayrischen Alpen.

Nähere Infos gibt es hier.


Mittwoch, 31. Oktober 2012

Allerheiligen

Masterarbeitsbedingt ist es bei mir grad dünn mit den inhaltlichen Postings. 
Daher heut nur eine etwas andere Allerheiligenlitanei.


Freitag, 19. Oktober 2012

vocation

Mit einer Entschuldigung für alle, die kein Französisch können, aber das ist einfach zu nett. Alles, was man über den Ruf Gottes (zum Priestertum) wissen sollte - bzw. alles über die unterschiedlichen Antworten darauf.


Montag, 8. Oktober 2012

Der Glaube der Blogger

Unter der Domain http://www.das-ja-des-glaubens.de/ startet ein interessantes Projekt der katholischen Blogger zum Jahr des Glaubens. Anhand des Credo, des katholischen Glaubensbekenntnisses, wurden die kommenden 13 Monate thematisch einzelnen Grundaussagen des katholischen Glaubens zugeteilt. Alle Blogger katholischer Blogs sind eingeladen, dazu Beiträge zu formulieren und zu posten. Da die Bandbreite der möglichen Autoren sehr breit ist, darf man gespannt sein, was daraus entsteht. Der Untertitel "Bloggerbekenntnisse" zumindest gefällt mir schon mal ausgesprochen gut.

Sonntag, 7. Oktober 2012

Im Übrigen

hab ich in den letzten Tagen mein Zimmer entschlackt - d.h. nicht nur aufgeräumt, sondern wirklich für weniger "Krimskrams", sogar für weniger Bilder gesorgt - insbesondere rund um den Schreibtisch. Grund dafür: die Masterarbeit, die zu schreiben ist. Der Schreibtisch ist fast ganz leer (selbst die Stiftebox und der Briefständer sind verbannt), an die Stelle zweier Ikonen und zweier Spruchkarten über dem Schreibtisch ist ein schlichtes Kreuz getreten. 

Und im Blog wird es in den nächsten Monaten eher ruhig zugehen.

Gottesfurcht

Der Begriff weckt in mir durchaus ungute Erinnerungen. Nicht, weil ich in meiner Kindheit und Jugend mit einem düsteren Gottesbild konfrontiert worden wäre. Schlicht und ergreifend, weil das (vor zehn Jahren) die erste Frage in meiner Exegese-Prüfung war. Und die kam für mich so zusammenhanglos zu den vorbereiteten Themen daher, dass ich ziemlich geschwommen bin und die Antwort letztlich verweigert habe ...

Aber das soll nun nicht Inhalt dieses Posts sein. Heute hab ich einen wenigstens halben Wüstentag gemacht - Zeit der Stille, Zeit zur geistlichen Lesung, zum Gebet. Dabei stieß ich in Karl Wallners "Wie ist Gott?" auf die Einladung: "Denken wir einmal nach, wie es mit der Gottesfurcht bei uns steht."


Ich glaub, dem Begriff hab ich mich erst mehr annähern können, als ich vor einigen Monaten auf Wüstenexerzitien war. Da waren die äußeren Umstände nämlich zeitweise nicht so angenehm. Irgendwie ist da Gott aus der Kuschelecke, in der ich ihm wohl unbewusst ein schönes Plätzchen zugewiesen hatte, heraus gekommen. Ich hab in diesen Tagen ziemlich "Klartext" gebetet. Ich hab mich beklagt, ich war wütend, ich hab ihn aufgefordert, was zu tun. (Und ER hat dann auch was getan.) Dort habe ich Gott - im besten Sinne - fürchten gelernt. Und doch ist in keinem Augenblick das Grundvertrauen verloren gegangen.

Ich fühlte ich mich Gott gegenüber – schon rein physisch – ausgeliefert und ohnmächtig. Ich spürte überdeutlich dass Er die Macht hat über die Umstände und dass Er uns nicht immer nur in Zuckerwatte packt. Aber es war nicht beunruhigend. Denn mir wurde klar, dass diese äußeren Umstände nur offenbaren, wie es um uns Menschen steht: Wir sind gegenüber Gott ausgeliefert und ohnmächtig. Doch oft kann ich mich über diese Tatsache hinwegtäuschen, weil ich mich auf meine Kräfte und mein Können, auf Hilfsmittel usw. stützen kann. Diese Tage in der Wüste haben mir diese Realität des Menschseins wieder neu bewusst gemacht.

Einige Wochen vor den Exerzitien hatte ich bei meinem ersten Engagement im Geweihten Leben gesagt: „Als Antwort auf den Ruf des Herrn liefere ich, ..., mich Christus und seiner barmherzigen Liebe aus. ...“ Da hab ich es ausdrücklich gesagt, dass ich mich ihm ausliefere, wortwörtlich. Und das konnte ich, weil ich wusste, dass ein Sich-Ausliefern Gott gegenüber kein unkalkulierbares Risiko ist, sondern dass ich ihm vertrauen kann, dass ich ihm mein Leben anvertrauen kann. Gott ist die Liebe. Ihr liefern wir uns aus. Selbst wenn sich diese Liebe manchmal in einer Weise zeigt, die herausfordernd ist. Aber Gott ausgeliefert zu sein, ihm gegenüber ohnmächtig zu sein, das ist nicht beängstigend. Es ist eine Realität. Und von Zeit zu Zeit ist es heilsam, das zu erfahren – ob nun in der Wüste oder in meinem ganz normalen Alltag. Ausgeliefert und in Gott geborgen, das ergänzt sich und erschließt einander. Und ich glaub, diese Einheit von beidem, das ist die Gottesfurcht.


Wer eine solch (absolut bereichernde und geniale) Erfahrung selbst machen will, der kann sich das mal anschauen. Und ich möchte gleich hinzufügen: Die extremen Erfahrungen der diesjährigen Tour waren absolut außerplanmäßig. Dreimal war ich schon in der Wüste. Und ich würde sofort wieder meinen Rucksack packen, wenn es mir möglich wäre.

Freitag, 5. Oktober 2012

Sich aufwärmen

... für das Jahr des Glaubens kann man verschiedentlich.
  • Die Diözese Passau schlägt eine Novene vor. (Beginn war am 2. Oktober.) Sie eignet sich gut für das Gebet in Gemeinschaft, braucht aber ein gewisses Zeitbudget. Als Privatbeter kann man aber immer noch einige Elemente herausziehen und sich so an dem Gebet beteiligen.
  • Unter dem Label www.glaubstdu?com laden verschiedene Diözesen v.a. Österreichs kreative Leute dazu ein, Kurzvideos (15 sek!) zum Thema zu entwickeln und zu veröffentlichen. Man darf gespannt sein.
  • Viele Diözesen haben eigene Webauftritte dazu: die Diözese Eichstätt, die mit einer eigenen Schulaktion dabei ist, München-Freising, Berlin, Augsburg, um nur einige zu nennen (die, die die Suchmaschine als erstes ausgespuckt hat.)
  • Das Bonifatiuswerk bring Wissenshefte heraus, die in allen Pfarreien Deutschlands ausgelegt werden können. In der Pressemitteilung heißt es dazu: "Konzentriert auf 24 Seiten informieren die Hefte „Kirche im Kleinen“ Kirchenbesucher über die elementaren Grundlagen und Kurzformeln des katholischen Glaubens, über Rituale, Sakramente, Gebete, kirchliche Feiertage und vieles mehr."
  • Die Blogoezese brütet auch noch etwas aus. Dazu in einigen Tagen mehr.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Verbindungen

Als ich hier darüber nachdachte, wie ich meinen Blog nennen soll, wenn ich doch nun keine Pfarrhaushälterin mehr bin, merkte die Vorleserin an, dass es doch durchaus Verbindungen zur nun neuen Tätigkeit im Eventmanagement gebe. Nun arbeite ich seit zwei Wochen daselbst. Und meine ersten Aktivitäten scheinen ihr Recht zu geben. Denn ich bin grad dabei, das Haus, in dem ich arbeite, aufzuräumen. Da es ein großes Haus ist und im Lauf der Jahre wechselnde Mitarbeiter aus mehreren verschiedenen Arbeitsbereichen hier tätig waren, hat sich so einiges angesammelt, was entsorgt werden kann oder wenigstens zweckmäßiger geordnet und verstaut.
Als ich bei meinem Pfarrer aufhörte, meinte er nur: "Wenn du da anfängst, wirst du wohl erst mal aufräumen." Ich konnte es nicht glauben, denn das hieße wirklich, die Büchse der Pandorra zu öffnen. Jetzt hab ich sie geöffnet. Und auch wenn ich sicher nicht alles ordnen und systematisieren kann (weil schlicht und ergreifend die Zeit fehlt), so freu ich mich über jeden sichtbaren Fortschritt. Und dank eines fleißigen und handwerklich super begabten Helfers diese Woche, ist schon einiges sichtbar.

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Friedensgruß

Heut war ich im Paradies. Oder zumindest an einem Ort, der danach benannt ist.
Während die Eindrücke sich noch setzen müssen, hier nur eine Begegnung, die meine Freundin und mich gleichermaßen beeindruckt hat: als zum Friedensgruß eine Schwester auf die Gästeempore ankam und jeden einzeln anstrahlte, fest in die Augen schaute und den Frieden Gottes wünschte. Man konnte sehen, dass diese Frau den Frieden Gottes gefunden hat. Und ich danke, dass sie kam, um etwas davon weiter zu geben.

Sonntag, 23. September 2012

FrischZELLENkur

Als Frischzellenkur für Kirche und Gesellschaft wird das Pfarrzellensystem auf der Homepage der Pfarrei St. Andrä in Graz bezeichnet. In Deutschland ist die Pfarrei in Türkheim Vorreiter - ausdrücklich unter dem Gesichtspunkt der Evangelisation. (Die Pfarrei ist übrigens auch eine der wenigen, die eine immerwährende Anbetung hat.) Auf der Türkheimer Homepage ist gut erklärt, was es ist.

Die Grazer Pfarrei hat ein kleines Video produziert, um ihre Erfahrungen mitzuteilen. Das macht richtig Lust.


Mittwoch, 19. September 2012

Urlaubsbegegungen

Am Abend in einer französischen Großstadt bin ich mit meiner Mitschwester unterwegs, um diese ein wenig zu entdecken. Zum Abschluss eines schönen Urlaubs gönnen wir uns ein Eis. Wir kommen ins Gespräch mit dem Verkäufer, der uns sagt, das wir (die Deutschen? die Österreicher? die Deutschsprachigen?) Weltmeister im Eisverzehr seien. 
Dann fragt er uns, ob wir Schwestern seien. Wir fragen ihn, woher er kommt:
Die begeisterte Antwort:
- Ich bin libanesisch-italienisch. Ihr wisst schon. Der Libanon, das Land, wo heute der Papst hingereist ist.
Wir:
- Ja, das ist ein großes Event. Sind Sie Christ?
Er (total freudestrahlend):
- Ja, praktizierend!!!

Er glühte förmlich vor Stolz auf seine Herkunft und auch auf seinen christlichen Glauben. Mal ehrlich: Wo bekommt man auf die Frage nach der Religion augenblicklich die Auskunft "praktizierend" mitgeliefert - noch dazu von einem Wildfremden?

Dienstag, 4. September 2012

Päuschen

Eigentlich wollte ich vor der Abfahrt nach Frankreich noch was Richtiges posten. Aber der heutige Tag hatte einfach zu viel Unvorhergesehenes mit sich gebracht. Da wir morgen früh raus müssen, um noch zu einer Messe vor dem Abflug zu kommen, hier nun also nur eine kurze Ansage, dass die zehntägige Blogpause nicht ein Anzeichen dafür ist, dass ich in meinem neuen Job total überlastet bin, sondern schlicht und ergreifend dadurch erklärlich ist, dass ich gleich mit einer Auszeit anfange. Ich werde weiter an meiner Masterarbeit werkeln (bzw. dafür lesen) und ansonsten die Umgebung von Bordeaux erkunden.

Freitag, 31. August 2012

Ausgekocht

Mit dem heutigen Tag endet meine zweijährige Phase als Pfarrhaushälterin. 
Nie hätte ich mir träumen lassen, damit mein Geld zu verdienen. Ich habe nie besonders gern oder ausgefallen gekocht, putzen macht mir keine große Freude, von der Gartenarbeit hatte ich bis vor einiger Zeit nahezu keine Ahnung. Und doch, ich habs gern getan.
Am Anfang genoss ich es, einen Job zu haben, bei dem ich wirklich die Tür hinter mir zu machen konnte. Bis dahin kannte ich nur Arbeit, die mir auch noch am Abend, am Wochenende und selbst im Urlaub durch den Kopf gegangen ist. 
Dann merkte ich, dass ich kochen kann, wenn ich denn Zeit dazu habe.
Auch mit der Gartenarbeit habe ich mich regelrecht angefreundet.

Dennoch gab es nach einem Jahr eine Phase, in der ich keine Freude mehr an der Arbeit hatte. Ich war, wie man so schön sagt, "mit der Gesamtsituation unzufrieden". Denn immer noch empfand ich selbst keine große Wertschätzung für das, was ich tat. Ich sah meine vielen Fähigkeiten, die ungenutzt blieben. Ich sah Mitschwestern an meiner Seite, die vor lauter Verantwortungen kaum noch aus der Wäsche gucken konnten. Aber der liebe Gott hat auch diese Phase zugelassen und mir gezeigt, dass mein Wert nicht davon abhängt, was ich tue und wofür ich alles verantwortlich bin. 

In dieser Phase sagte mir jemand: "Du wirst noch dankbar auf diese Zeit zurückschauen, wenn du eines Tages wieder entsprechend deiner Qualifikationen arbeitest und wohl auch sehr viel Verantwortung haben wirst. Ich fange an zu verstehen, was er meinte. Ab morgen werde ich hauptsächlich dafür bezahlt, Events zu organisieren. Und zwar in der Hauptverantwortung.

Den Blog-Titel lass ich natürlich so. Da ich auch im Bereich PR arbeiten werde, passt es ja weiterhin. Nur am Untertitel werde ich wohl ein wenig feilen in der nächsten Zeit.


Mittwoch, 29. August 2012

Pilgern nach Malonne

Malonne ist ein Pilgerort.
Nein, ich habe in diesem Fall keinen Hang zur Ironie. Mögen in diesen Tagen Heerscharen von Medien und entrüsteten Bürgern dahin pilgern, um ihrer Auffassung von Gerechtigkeit und Vergeltung zu huldigen und diese in Szene zu setzen, aber sie haben sich in der Adresse geirrt. Denn älter als die Wallfahrtstradition zum Kloster der Klarissen ist die zur Niederlassung der Schulbrüder.

Hier ist der heilige Mutien-Marie begraben, der von 1841 bis 1917 lebte. Er war ein einfacher Schulbruder, wirkte als Lehrer, Präfekt und gab Katechismusunterricht in der Pfarrei, verbrachte Stunden im Gebet. Seine Treue zur Regel selbst in den kleinsten Punkten war außergewöhnlich, ebenso wie die Tatsache, dass er gegenüber allen eine unglaubliche Geduld und Güte an den Tag legte. 1989 wurde er heilig gesprochen.

Zweimal schon bin ich zu Fuß von Namur dahin gepilgert. Daher verbinde ich mit dem Ort Malonne ganz andere Dinge, als es die momentane Berichterstattung nahelegt.

Wie wäre es, wenn die entrüsteten Medien-Pilger auch mal bei seinem Grab vorbei schauen würden? Vielleicht erahnen sie ja etwas von der Güte Gottes und können den Rest seiner Gerechtigkeit überlassen.

Dienstag, 28. August 2012

Augustinus-Musical

Nach dem Musical ist vor dem Musical. Und so nutzte die Emmanuel School of Mission (ESM) Altötting die Sommerpause und den heutigen Festtag, um auf Facebook das Thema des Musicals des Jahrgangs 2012/13 bekannt zu geben. Es geht um den Hl. Augustinus. In den letzten Jahren ist das Musicalprojekt immer mehr zu einem Markenzeichen der ESM Altötting geworden. In rund jeweils 20 Aufführungen haben jährlich mehr als 10.000 Zuschauer in ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und sogar auch schon im Elsass und in Belgien Aufführungen über Mutter Teresa, Petrus, Franziskus oder Don Bosco gesehen. Also, man darf gespannt sein.

Leider gabs keinen Trailer zum letzten Musical über Don Bosco. Also hier ein kleiner Eindruck von "Come be my light" (Jahrgang 2010/11).




Filmempfehlung

Tom Sawyer und Huckleberry Finn auf bayrisch:


Montag, 27. August 2012

Gebet um neuen Bischof

Das Bistum Dresden-Meißen sucht einen neuen Bischof. Da ich gerade auf Heimaturlaub bin, werde ich auf eine sehr schöne Weise immer wieder darauf hingewiesen. Denn hier wird wirklich gemeinsam darum gebetet. In der Kathedrale in jeder Werktagsmesse (für die Sonntagsmessen kann ich keine Aussage treffen), in meiner Heimatpfarrei in jeder Sonntagsmesse. Und der Text zeigt meines Erachtens sehr schön auf, worauf es im Bischofsamt ankommt. Also möcht ich auch euch zum Gebet einladen:


Jesus Christus, du Hirt und Haupt deiner Kirche,
du hast verheißen: „Ich bin bei euch
alle Tage bis zum Ende der Welt“.
Im Vertrauen darauf bitten wir: schenke unserem Bistum
einen guten neuen Bischof, der uns ein Vorbild ist
durch das Zeugnis seines Lebens,
der uns stärkt durch seine Worte,
der uns erhält in der Freude des Heiligen Geistes,
der uns segnet durch seine Gebete
und uns einigt zu einer Kirche,
die ausstrahlt.
Erleuchte alle, die unseren Papst Benedikt in der Auswahl unseres
neuen Bischofs beraten,
und gib dem Erwählten Mut und Vertrauen. Amen.
V: Heiliger Bischof Benno
A: Bitte für uns!
V: Seliger Märtyrer Alojs
A: Bitte für uns!

Da isse

... die Goldene Robusta in der Kategorie "Mauberblümchen". Allen Wählern und ganz besonders dem Herrn Alipius gilt mein besonderer Dank. Es hat Spaß gemacht, sich an dem Ganzen zu beteiligen.

Mittwoch, 22. August 2012

Das Buch der Bücher

Heute habe ich mir eine Bibel gekauft. Es dürfte ungefähr die Zehnte in meinem Bestand sein. Wie ich zu welcher Bibel kam und was mir die jeweiligen Ausgaben bzw. Übersetzungen bedeuten, darum soll es hier kurz gehen.

Meine erste eigene Bibel erhielt ich 1990 auf dem Katholikentag in Berlin. Das Katholische Bibelwerk hatte damals eine Sonderausgabe in großer Auflage drucken lassen - und zwar exklusiv für die Teilnehmer aus der (noch)-DDR. Gegen Vorlage des Ausweises konnte man sie überall mitnehmen. Offensichtlich hatten sie mit einem größeren Bedarf gerechnet. Gegen Ende des Katholikentags bekam man das Teil fast nachgeworfen. Ich hab zumindest eine für mich und eine für meinen Bruder abgestaubt. Als ich Jahre später anfing, Theologie zu studieren, wurde sie meine Studierbibel. Sie ging mit in die Vorlesungen und in die Prüfungen und war gegen Ende des Studiums bunt angemalt.

Noch vor dem Studium schenkte mir eine evangelische Freundin eine Lutherbibel. Im Gespräch hatten wir festgestell, dass ich bis dahin (ich war ca. 15) noch nie wirklich in der Bibel gelesen hätte und mich das auch überfordert, weil ich nicht den Eindruck habe, dass es sinnvoll ist, von Buchdeckel zu Buchdeckel zu lesen. Meine Freundin meinte, das mir Luthers Übersetzung sicher einen guten Zugang vermitteln würde und schenkte mir diese Bibel. Sie hat sich getäuscht. Luthers Deutsch war keine Hilfe für mich. Später im Studium hab ich die Lutherbibel immer wieder gern mal zum Vergleich hergenommen.

Während des Studiums kaufte ich mir dann die griechische Bibel von Nestle-Aland. Für Seminararbeiten und Prüfungsvorbereitungen habe ich mich da sehr hinein vertieft, heute kommt sie kaum noch aus dem Schrank heraus.

Irgendwie ist auch noch eine andere Übersetzung von einem katholischen Theologen in meinem Bücherschrank gelandet. Da sich mein Bücherschrank grad 450 km weiter südöstlich befindet, muss ich damit passen, was die genaueren Daten angeht. Ich hab sie auch kaum hergenommen.

Nach meiner Bekehrung kaufte ich mir eine kleine Einheitsübersetzung, die leicht im Rucksack mitgenommen werden konnte und mich so auf diverse Weltjugendtage, in die Wüste etc. begleitete.

Meine nächste Bibel erhielt ich als Abschiedsgeschenk. Die Kollegen meiner ersten Arbeitsstelle hatten Geld gesammelt und mir dafür die von mir gewünschte Neue Jerusalemer Bibel gekauft (Kommentar der JB zur Einheitsübersetzung). Grund für diesen Wunsch war, dass ich in meiner nächsten Stelle auch Unterricht geben sollte. Und da wollte ich eine Bibel mit guten Kommentaren. Die biblischen Bücher, die ich im Rahmen des Unterrichts besonders behandelt habe, sind tatsächlich von außen erkennbar, denn dort ist die Bibel deutlich abgegriffener.

Dann hörte ich von der Herder-Übersetzung. Die Einheitsübersetzung hatte mich nie so richtig zufrieden gestellt. Mit der kleinen handlichen Ausgabe der Herder-Übersetzung (noch dazu mit praktischem Lederetui mit Reißverschluss) hatte ich nun die Antwort auf meine Wünsche in der Hand. Schade nur, dass bei den kleinen Ausgaben (dieser wie meiner ersten "Senfkornbibel") halt kein Platz für Kommentare ist und dass das Schriftbild sehr mühsam zu lesen ist.

Dann stand das Jahr meines Noviziats an - französischsprachig. Also legte ich mir die "Bible de Jerusalem" zu. Außerdem sollten wir auch dort wieder verstärktes Bibelstudium betreiben.

Das nahm ich zum Anlass, mir von  meinen Eltern zum einen die "Verdeutschung" des AT nach Buber/Rosenzweig schenken zu lassen,

zum anderen das NT in der Übersetzung von Fridolin Stier. Von beiden Übersetzungen hatte ich schon im Rahmen des Studiums gehört, doch damals fehlten mir die Mittel.

Und heute nun meine neueste Errungenschaft: Die Herder-Übersetzung im normal großen Format, mit Kommentar und - vor allem - mit einem Schriftbild, das wirklich auch längere Zeiten mit der Bibel erleichtert. Grund dafür war v.a., dass ich für die persönliche Bibellesung nach der Methode der Lectio Divina nicht unbedingt mit der Einheitsübersetzung hantieren wollte, dass die kleine Herder-Übersetzung aber zu anstrengend war. Aufmerksam geworden darauf bin ich durch meinen (ehemaligen) Chef, der sie sich vor kurzem zugelegt hat.

Soviel dazu. Dann werf ich mal die Frage in die Runde: Welche Übersetzung/Ausgabe spricht euch an und warum?

Dienstag, 21. August 2012

Genau

Fundstück: 10 Gründe, warum ich mich nicht wasche (nicht in die Kirche gehe).


Zehn Jahre danach

Seit drei Tagen bin ich mal wieder in meiner alten Heimat. Da ich diese letzten Tage zudem mit einer Freundin verbrachte, die die Gegend mal kennen lernen wollte, sah ich alles noch einmal viel mehr mit anderen Augen - beobachtend, entdeckend, staunend. 

Immer wieder begegneten uns Erinnerungen an das Hochwasser, das 2002 viel Zerstörung angerichtet hat. Zehn Jahre ist das jetzt her. Kaum zu glauben, dass man davon kaum noch etwas sieht. In der Gegend, in der ich damals lebte, gibt es noch genau ein Haus, dessen Putz nach der Flut abgeschlagen und nicht wieder erneuert wurde.

Wenn ich mir diese Tage vor Augen halte, dann sehe ich einzelne Szenen vor mir:
  • Der Kühlschrank, der auf der Brücke gelandet ist. Als ich ihn sah, fing ich an zu begreifen, wie verheerend die Flut im Tal oberhalb von uns verlaufen sein muss. (Da ich keinen Fernseher hatte, sah ich das Schlimmste erst viel später.) Tatsächlich sind dort ganze Häuserzeilen innerhalb weniger Stunden komplett ausgelöscht worden.
  • Mein Auto, das "nasse Füße" bekommen hat, das ich aber grad noch herausfahren konnte, während es für viele andere Gefährte zu spät war.
  • Total zerstörte Straßen. Ein unglaubliches Verkehrschaos. An den großen Kreuzungen in Dresden musste der Verkehr von Hand reguliert werden, weil die Ampelanlagen ausgefallen sind.
  • Das Grundstück der Schwiegermutter meines Bruders. Als Kind war ich hier Dauergast, denn eines der Kinder hatte genau mein Alter. Als ich nun aufgrund des Verkehrschaos' einige Tage nicht auf Arbeit gehen konnte, suchte ich vor Ort nach Möglichkeiten, mit zuzupacken. Auf besagtem Grundstück fand sich eine bunte Mischung von mehrheitlich jungen Leuten (alles Freunde der Kinder), die mit anpackten, alles auszuräumen.
  • Weil Strom und Wasser ausfielen, musste ich meine Wohnung verlassen. Bei Freunden meiner Eltern fand ich herzliche Aufnahme. Viele andere kamen in den Schulen unter. Nur durch die "Mund-zu-Mund-Pastoral" der Diaspora hier fand mich dann kurz darauf auch mein Personalchef, so dass ich erfuhr, wie es auf Arbeit aussah und dass ich einstweilen noch nichts tun konnte, dann aber umso mehr zu tun haben würde.
  • Meine Dienststelle, die zehn Tage lang mehr als 2m hoch im Wasser stand. Archiv, Server, Büros und die Kapelle waren hinüber. Für einen langen Zeitraum wird sie nun eine Baustelle.
  • Auf dem Hof unserer Dienststelle wurden irgendwann knapp hundert Entlüfter und "Kärcher" angeliefert. Wie eine Armee standen sie aufgereiht da, bereit, von uns zu den Leuten gebracht zu werden.
  • Im Rahmen meiner Arbeit war ich Teil des Krisenstabs und fuhr wochenlang immer wieder in das Katastrophengebiet, um mir ein Bild zu machen. Ich sah völlig leere, verschlammte und nasse Wohnräume vor mir, hörte den Klang der Entlüfter, roch diese Mischung aus modrigem Gestank und trockenem Staub, hörte gefühlte hundertmal die immer gleichen Geschichten. Die schlimmsten Verluste für die Leute: Fotos, private Erinnerungsstücke. Nicht ersetzbar. Ich sah erwachsene Menschen weinen, ich sah selbstlose Hilfe, den Mut der Verzweiflung, einen Hoffnungsschimmer, wenn wir auftauchten.
  • Straßen, auf denen sich der Müll meterhoch stapelt. Dazu dieser Gestank, Mücken und ein allgegenwärtiger Staub, der sich in jede Pore setzt. (Die Wasserversorgung klappte recht bald wieder, aber es gab bis Mitte September nur kaltes Wasser.)
  • In diesen Tagen wurde mein (indirekter) Umgang mit großen Geldsummen immer normaler. Viel Geld floss durch die Hände unserer Organisation. Neue Kollegen wurden eingestellt, um alles sachgerecht bewältigen zu können. Ich lernte unglaublich engagierte und feinfühlige Menschen kennen.
Hier ein paar bewegte Bilder dazu:


In dieser Situation war ich schon bald innerlich und äußerlich am Ende. Erst eine Woche zuvor war ich vom WJT in Toronto zurück gekehrt, wo Gott mich dazu eingeladen hatte, meine Berufugnsfrage zu prüfen. Binnen kurzem zerrann mir alles zwischen den Fingern. Ich war zu müde und zu ausgebrannt zum Beten oder für sonstige geistliche Gedanken.

Dankeschön!

Möcht ich an dieser Stelle sagen für die Goldmedaille in der Kategorie "Mauerblümchen" im Rahmen der Robusta 2012. Damit bescheinigen mir Leser und Blogger, dass folgende Kriterien irgendwie zutreffen:
Welches Blog führt eher ein Schattendasein, ist aber Eurer Meinung nach so cool, daß es mehr Aufmerksamkeit verdient?
Ich freue mich sehr über die Auszeichnung und das damit zum Ausdruck gebrachte Wohlwollen und danke überhaupt für die Durchführung der Aktion, in deren Rahmen ich viele gute Blogs erstmals wahrgenommen habe.

Freitag, 17. August 2012

Worte von Pierre Goursat

Mit dem Geburtstag ihres Gründers Pierre Goursat schloss die Gemeinschaft Emmanuel, der ich angehöre, vor zwei Tagen das Jubiläumsjahr ab, das am 25.3.2011 (seinem 20. Todestag) eröffnet worden war. In diesem Jubiläumsjahr standen viele Anlässe an, die sich rundeten: 40 Jahre Gründung der Gemeinschaft (mit der Erfahrung der Geistausgießung), 20. Todestag von Pierre, 30 Jahre gottgeweihtes Leben und 30 Jahre FIDESCO, die Entwicklungshilfe- und Volontär-entsendende-Organisation der Gemeinschaft.

Den Abschluss feierten alle, die es ermöglichen konnten, zusammen mit einem internationalen Treffen in Paray-le-Monial in Burgund. Ca. 3.500 Erwachsene (von 9.000 weltweit) waren da versammelt - aus 60 Nationen. Ja, auch aus den entferntesten Ländern war wenigstens eine kleine Delegation gekommen. 160 Priester (von 220) und vier (von fünf) Bischöfe wurden gezählt und auch die 160 gottgeweihten Frauen und 20 gottgeweihten Brüder waren nahezu vollzählig da. Es war ein großes Fest, ein froher Austausch und eine echte Erneuerung für jeden Einzelnen.

In einem der Vorträge wurde ein Wort von Pierre Goursat, dessen Seligsprechungsverfahren vor einigen Jahren eingeleitet wurde, zitiert, dass mich sehr bewegt:
Der Demütige sorgt sich um nichts.
Pierre ist für mich der Lehrer par excellence für die Demut. Er hat es uns immer wieder ans Herz gelegt, wie wichtig es ist, die eigene Armut anzunehmen - doch nicht in kriecherischer Duckmäuserei, sondern in der frohen Gewissheit, dass wir in der Einfahheit und im Selbstbewusstsein als "armer Typ" das Herz Gottes ganz direkt erreichen.

Freitag, 10. August 2012

EYF im TV

Okay, das wird nun wirklich mein (vorerst) letzter Beitrag zum EYF Altötting. Katholisch1.tv hat einen eigenen Fernsehbeitrag produziert. Und den will ich euch nicht vorenthalten.

Hier geht's direkt zum Beitrag: klick

Danach habt ihr erst einmal Ruhe vor mir, denn ich bin für ein paar Tage unterwegs.

Was nun?

Heute war mein letzter Arbeitstag als Pfarrhaushälterin. Eine Etappe neigt sich dem Ende zu. Mein Studium ist fast fertig, es fehlt nur noch die Masterarbeit. Zwei Jahre lang war ich nun Pfarrhaushälterin, ein Job, von dem ich sicher nie geträumt habe, der mir aber doch auch ans Herz gewachsen ist. (In meiner Kindheit hatte ich einen richtig guten Freund, dessen Mutter mal halb im Scherz meinte, er solle Priester und ich seine Haushälterin werden. Der Gedanke hat mich seinerzeit schier entsetzt. Der Freund ist inzwischen verheiratet und Relilehrer.) 

Als vor über zwei Jahren die Frage anstand, welcher Job geeignet ist, mir ein Studium in einer weiter entfernten Stadt zu ermöglichen und sich diese Möglichkeit auftat, war ich mir zusammen mit der für unser Noviziatsjahr verantwortlichen Schwester darüber einig, dass das nicht mein größtes Charisma ist. Dennoch habe ich es angenommen und viel gutes dabei entdecken und lernen können. Und damit meine ich nicht nur die praktischen Fertigkeiten. Es war für mich eine sehr wertvolle Schule der Einfachheit. Nicht im Mittelpunkt  stehen, keine große Verantwortung haben, im Hintergrund die immer gleichen Aufgaben mit Sorgfalt erfüllen. Zuhören, schweigen, beten, manchmal auch raten. Es war nicht immer einfach, aber es war zweifelsohne gesegnet. Und ich bin wirklich dankbar dafür.

Ab September fängt ein völlig neuer Aufgabenbereich an. Und nun stehe ich vor einem Dilemma: Kann der Blogname bleiben? Genügt es, im Untertitel ein "a.D." hinzuzufügen oder soll ich irgendwie versuchen, eine Brücke zur neuen Aufgabe (Eventmanagement) zu schlagen? Oder den Untertitel einfach komplett weglassen? Ich bin für Anregungen offen.

Donnerstag, 9. August 2012

EYF musikalisch

Was dem Cicero von katholon sein Libori ist, ist mir das European Youth Forum Altötting, das gestern zuende gegangen ist. Einer der Teilnehmer hat einen kleinen Zusammenschnitt musikalischer Art gemacht. Und daran möchte ich euch teilhaben lassen. Beim Kommunionlied (ab 1:12) bin ich schier dahin geschmolzen, denn dieses Lied hab ich seit vier Jahren nicht mehr live gehört und es bedeutet mir sehr viel.


Mittwoch, 8. August 2012

Robusta-Wahl

Genau! Und weil viele Blogoezesanen viele Blogs geprüft und nominiert haben, weil der Herr Alipius viel Zeit investiert hat, um alles technisch möglich zu machen, weil ganz viele ganz tolle Blogs nominiert wurden ... und weil ich unbedingt einen Preis als Mauerblümchen gewinnen möchte ;-), bitte ich alle zur Robusta-Abstimmung.

Und dann noch ein paar Zeugnisse

Dann hör' ich auch schon auf.


Keep ...

... the faith





oder doch




... the face?



(Dazu das verlinkte Video, ganz am Ende)


Video Tagebücher

... vom gerade zu Ende gegangenen European Youth Forum in Altötting gibt es auf Youtube zu sehen.

Ich verlink hier mal das 1. Video.


Dieses natürlich nur, weil ich da von sek 32 bis 50 eine Hintergrundrolle spiele.

Dienstag, 31. Juli 2012

Verständigungsschwierigkeiten

Ich lebe mit zwei Mitschwestern zusammen. Eine kommt aus Niedersachsen, die andere aus Österreich. Das sorgt hin und wieder schon mal für Missverständnisse. Ein kleines Beispiel:
Mitschwester 1 geht zum Kühlschrank und fragt nach einer Weile: "Haben wir keinen Kren mehr?"
Ich: "Nein, ich hab gestern das Glas aufgewaschen. Hat Mitschwester 2 (die ihn aufgebraucht hat) es auf die Einkaufsliste geschrieben?"
Mitschwester 1: "Nein." Und schreibt es auf.
Ergebnis:

Leider ist die Qualität nicht so toll. Deswegen noch einmal gedruckt: 
Sahnemerrettich
Kren

Dazu fällt mir nur noch eine andere Situation ein, in der wir auch dialektale Schwierigkeiten hatten und die österreichische Mitschwester verzweifelt ausrief: "Dabei tu ich doch alles, um den Bayern eine Bayerin zu werden" (zu mir aus Sachsen und der anderen Mitschwester aus Niedersachsen.) Aber okay, wir leben allesamt in Bayern.

Sonntag, 29. Juli 2012

Heiliger Boden???

Was soll ich davon halten? Immer, wenn meine Mitschwester mein Zimmer betritt, zieht sie ohne nachzudenken ihre Schuhe aus. Dabei machen wir das normalerweise nur vor unserer Hauskapelle. Aber mein Zimmer - heiliger Boden??? Fragen über Fragen.

Abendmusik

Vor ein paar Tagen habe ich bereits auf eine Familie hingewiesen, die seit einiger Zeit kleine Musikvideos ins Netz stellt. Die Kids und ihr Vater haben momentan wohl grad eine recht produktive Phase. Und so stell ich gern eines der neueren Videos hier rein, bei dem die Jüngste einen Solopart hat. Someone Like You (Adele Cover)

Ich find's echt toll, was die so auf die Beine stellen.

Samstag, 28. Juli 2012

Robusta-Sonderpreise

Während ich mich durch meine Prüfungen geschwitzt habe, hat der Herr Alipius im Rahmen der Robusta 2012 bereits die Sonderpreise verliehen. Schmucke Urkunden, kann man da nur sagen! Und verdient haben sich die Preisträger die Ehrung auch. 
Also, schaut mal rüber.

Kirchengucker

Auf Sende-Zeit fand ich einen Verweis auf eine interessante Website. Unter http://www.kirchengucker.de tut sich eine wahre Fundgrube auf. Kirchen aus allen Ecken Deutschlands und Europas sind da zu finden. Hier erfährt man vieles über die Entstehung der Gotteshäuser über ihre Kleinodien, nette Geschichten und interessante Details, teilw. auch die Öffnungs- und Gottesdienstzeiten.

Darüber hinaus gibt es auf der Seite auch grundlegende Infos über die wichtigsten Baustile, die christliche Ikonografie, über Heilige sowie biblisch-christliches Basiswisen. Wer eine ihm wichtige Kirche vermisst, kann sie gern melden bzw. selbst schreibend tätig werden. Ich finde das eine ganz gelungene Initiative, auf die ich hiermit auch gern aufmerksam mache.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Prüfungspause

Drei Wochen Anstrengung, mein Hirnschmalz in Bewegung zu halten, manche mühsame Stunde, mancher Tagtraum über den Büchern, Himbeeren, die mir meine Mitschwester mitgebracht hat, tausende Ablenkungsmanöver, viel Gebet ... morgen und übermorgen schlägt die "Stunde der Wahrheit".

Heute am Vorabend dient mir dieses Video zur Auflockerung:

Wenn ich in den nächsten zwei Tagen auch so virtuos mit dem vielen in meinem Hirn angesammelten Wissen umgehen kann und die richtigen Töne im richtigen Moment hervorbringe, dann will ich dankbar sein.

In jedem Fall gilt: der Blog ruht in der Zeit, denn ich werde nicht online sein. Und am Freitagabend beginnt hoffentlich wieder ein normales Leben.

Zahlen

Die katholische Kirche wartet wieder mit Zahlen und Fakten auf. Katholiken wurden gezählt, gespendete Sakramente, Priester, Ordensleute, Gelder, soziale Dienstleistungen ... 

Es liegt in der Natur der Sache, dass das eher trocken daher kommt. Eines aber hat mich mit einem gewissen Stolz erfüllt. In meinem Heimatbistum ist die Prozentzahl der Gottesdienstbesucher am höchsten im Bistumsvergleich.* Okay, 19,9 Prozent ist kein Grund zur Freude oder zum selbstgefälligen "Sich-auf-die-Schulter-Schlagen". Denn es stellt sich die Frage, wo die restlichen 80,1 Prozent bleiben, wo und wie sie Gott begegnen und ob wir uns überhaupt noch dieser Frage und unserem Auftrag stellen.

Heute sagte ein Missionbischof em. in der Predigt sinngemäß: "Als ich nach den ersten sieben Jahren in meinem Missionsland nach Deutschland zurückkehrte, da kam ich aus einem Land, in dem die Menschen einen echten Hunger nach Gott haben, in ein Land, in dem die Kirchen immer leerer wurden. Und ich dachte mir: Hier stimmt was nicht." Diesen Eindruck hatte er schon vor vielen Jahren (er hatte vor ein paar Tagen zusammen mit meinem Chef 55jähriges Priester-Weihejubiläum). Das macht schon nachdenklich.

* Update: Nachdem mich Vincentius Lerinensis darauf aumerksam gemacht hat, dass ich zu flüchtig gelesen habe, möchte ich die Korrektur nicht nur im Kommentar stehen lassen, sondern nun auch hier kund geben: Das Bistum Dresden-Meißen steht mit 19,9 Prozent an 3. Stelle. Die Nase vorn haben unsere beiden Nachbarn Görlitz und Erfurt.

Dienstag, 24. Juli 2012

99 bewegte Jahre


Der letzte Zeuge - Prälat Hermann Scheipers hält Vortrag vor Schülern from TV-Redaktion Bistum Würzburg on Vimeo.

Vor ein paar Wochen bereits habe ich an dieser Stelle von Prälat Hermann Scheipers erzählt. Heute feiert der Priester und Staatsfeind zweier Diktaturen seinen 99. Geburtstag. In wenigen Tagen kann er darüber hinaus sein 75jähriges Priesterjubiläum begehen.  

Beim Suchen nach neuem Material fand ich dieses Video, das auch eine Verbindung zum inzwischen selig gesprochenen Georg Häfner herstellt. Beeindruckt hat mich seine Bemerkung, dass die "Begrüßung" des Lagerkommandanten im KZ Dachau "Ihr seid hier ehrlos, wehrlos und rechtlos" ihm eine geistliche Hilfe für diese Zeit wurde. So wusste er sich verbunden mit Christus selber, der im Rahmen seiner Passion auch ehrlos, wehrlos und rechtlos war.

Beim WDR fand ich noch einen 25minütigen Radiobeitrag, in dem Prälat Scheipers sehr lebendig erzählt. Auch hier beeindruckend: Als er per Zufall erfuhr, dass er aufgrund seines Glaubens ins KZ kam, stärkte ihn diese Information. Er dachte sich: "Wenn ich wegen des Herrgotts hierher komme, hat er auch die Verantwortung für mich". Und das hat ihm eine gewisse Gelassenheit geschenkt.

Als er im KZ im Invalidenblock landete, machte sich seine Zwillingsschwester Anna furchtlos auf den Weg nach Berlin und bewirkte nicht nur die Rettung ihres Bruders, sondern sorgte vermutlich auch dafür, dass von da an keine Priester mehr zur Vergasung geschickt wurden. Das kann man u.a. hier nachlesen.

Trotz seiner engen Verbundenheit zu seinern Familie im Münsterland kehrte er nach '45 freiwillig in das Bistum zurück, für das er geweiht worden war: Meißen (heute Dresden-Meißen). 15 Spitzel waren dort auf ihn angesetzt, um ihm staatsfeindliche Umtriebe nachzuweisen. Nur das kirchenpolitische Interesse der DDR an einer verhinderte das Zustandekommen des schon geplanten Prozesses. (Nachzuhören im schon verlinkten Radiobeitrag)

Montag, 23. Juli 2012

Familienmusik

Sie singen gern und ganz freiwillig. Seit ein paar Wochen üben die Mädels und ihr Papa eine (für sie) neue Musikrichtung ein. Und ich hab den Eindruck, dass es absolut wert ist, diese Musiker bekannter zu machen.

Bischofsköchin???

Nein, ich steige nicht auf in der Hierarchie der Geistliche-Gefäße-Bekocherinnen. ABER vor einiger Zeit schenkte mir ein befreundeter Priester ein Buch mit dem Titel "Was Bischöfen schmeckt". Da mein Chef bei dem Anlass auch zugegen war, neckte ich ihn ein wenig und meinte, dass ich dieses Geschenk wohl erst dann öffnen dürfe, wenn er in entsprechenden Amt und Würden sei. Er hob nur abwehrend die Hände und verwies auf sein Alter, dank dessen er nun wahrlich über derartige Nominierungen hinaus sei. 

Und doch ... hin und wieder koche ich auch für einen Bischof. Vor ca. einem Jahr war ein Missionsbischof bei uns zu Gast. Und in dieser Woche kommt wieder einer. Beides Freunde aus der Seminarzeit meines Chefs. Allerdings werde ich nichts aus dem Buch zaubern, sondern etwas, worin ich schon Übung habe und was - nachdem es einmal im Rohr ist - Zeit zum Lernen lässt. Und darüber hinaus freue ich mich darauf, wieder einen Missionar kennen zu lernen. Das ist immer wieder ein Geschenk.

Die Robusta-Nominierung

... ist abgeschlossen. Beim Herrn Alipius, der das in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen hat, kann man sehen, welcher Blog für was nominiert wurde. Gleich 25 Blogs wurden für die Trägheits-Robusta nominiert. D.h. bei denen wünscht man sich mehr. Und überhaupt wurden viele Blogs genannt, die ich bisher noch gar nicht so wahrgenommen hatte. Damit bleibt nun also etliche Arbeit vor uns allen - all diese Schatzgruben zu sichten.
Was ich davon halten soll, dass man meinen Blog bei den Mauberblümchen nominiert hat, weiß ich noch nicht so ganz genau. Es freut mich aber schon irgendwie.

Samstag, 21. Juli 2012

P.S.

In meinen Notizen von damals fand ich gerade einen Satz, der mir offensichtlich wichtig war. Gesprochen hat ihn einer der deutschen Bischöfe bei einer Katechese. (Ich weiß leider nicht mehr, wer es war.)

Überall dort, wo einer seine Berufung verfehlt, bleibt eine Lücke im Teppich der Heilsgeschichte.

Vor zehn Jahren

... ereilte mich der Ruf Gottes zum geweihten Leben - und zwar genau genommen gestern vor zehn Jahren. Damals war ich auf dem Weg zum WJT in Toronto. Diese Tage zuvor nahmen wir mit unserer Gruppe am Jugendforum teil, das die Gemeinschaft Emmanuel als Vorprogramm in Latrobe (Nähe Pittsburgh) veranstaltet hat. Es war mein 3. WJT und mein 5. Jugendforum dieser Art. Also eigentlich nichts aufregend Neues. Und doch ... irgendwie war alles anders. Im Januar hatte ich mein Studium abgeschlossen, im März hatte ich meine erste Stelle angetreten und im Mai bin ich in eine eigene Wohnung gezogen - und habe mich verliebt.

Die Fahrt zum WJT war gewissermaßen ein erstes Aufatmen nach all diesen Aufregungen und neuen Situationen. Während dieses Jugendforums nun gab es am Nachmittag immer verschiedene Workshops und jederzeit die Möglichkeit zu Anbetung und Beichte. Schon im Studium hatte mich das Ordensleben immer fasziniert und so nahm ich an einem Tag an einem Workshop mit Abtprimas Notker Wolf teil, bei dem es sinngemäß darum gibt, was uns die Benediktregel heute zu sagen hat.

Anbetungswiese am Ontario-Lake während des WJT.
Am nächsten Tag spürte ich irgendwie, dass ich heute keinen Workshop brauche sondern einfach nur Gebet. Also ging ich auf die Anbetungswiese und verbrachte eine längere Zeit vor dem Herrn. Zum ersten Mal seit langem kam mein Herz so richtig zur Ruhe. Und so nutzte ich nach einer Weile der vertrauten Zweisamkeit die Gelegenheit, dem Herrn auch die Frage hinzulegen, was er denn von meiner Beziehung (meiner ersten!) hielt. Und plötzlich hatte ich in meinem Herzen den Eindruck, dass Gott antworte - und zwar sinngemäß so: "Das, was du gerade lebst, ist sehr schön. Doch wenn du da jetzt weiter gehst, machst du eine andere Tür endgültig zu." Und mit einem Schlag wurde mir klar: Über all die Jahre hatte ich die Frage zum Ordensleben zwar in mir, mir jedoch nie die Zeit genommen, hinzuhören. Und dazu lud Gott mich nun ein.

Nun, die Verwirrung war groß. Warum gerade jetzt? Mein Leben lief doch super - Arbeit, Wohnung, Beziehung. Jeder andere Zeitpunkt erschien mir passender. Nun ja, einige Gespräche und einen WJT später wusste ich, was zu tun war: Zeit nehmen für eine gute Unterscheidung. 

Zwei Jahre später konnte ich die Entscheidung treffen, 2005 den ersten Schritt machen und vor knapp sieben Monaten mein erstes zeitliches Versprechen ablegen. Deo gratias! 
Gerade eben hab ich mit einem der Weggefährten von damals gechattet. Und als er meinte, dass wir uns jetzt seit zehn Jahren kennen, klingelte es bei mir. Daher hier und jetzt dieses Post.

Freitag, 20. Juli 2012

Benedikt XVI. zu Teresa von Avila

Wow, die Braut des Lammes hat in ihrem Blog nicht nur auf das bald bevorstehende 450jährige Jubiläum der Reform des Karmels durch Teresa von Avila hingewiesen. Sie hat sich auch noch die Mühe gemacht, den bislang nur auf Spanisch und Englisch erschienenen Brief unseres Papstes an die Karmeliten zu übersetzen. Und der Inhalt lohnt diese Mühen. Also, schaut mal rüber.
Und ein ganz dickes Dankeschön an die Übersetzerin!

Prüfungsblogitis

Die Prüfungsvorbereitung zeigt diesmal überdeutliche Symptome. "Störungen haben jederzeit Vorrang", um einen alten pädagogischen Grundsatz zu zitieren. Bzw. ich ertapp mich dabei, dass ich von ganz alleine auf viele nette Ablenkungen komme. Das Bloggen scheint da eines dieser Ventile zu sein. 

Und der Monat ist noch nicht vorbei! Mehr Posts hatte seit Bestehen dieses Blogs nur der Dezember 2011, in dem ich einen Adventskalender gebloggt habe, was naturgemäß minimum 24 Posts mit sich bringt.

Okay, bin schon weg. Wieder lernen.

Altarwäsche (IV) Lavabo-Tuch

Mit dem Lavabo-Tuch trocknet der Priester bei der Gabenbereitung seine Hände. Es ist in der Regel von der Form her dem Kelchtuch sehr ähnlich - mit dem Unterschied, dass sich das Kreuz rechts oder links unten befindet.

Es wird genauso gebügelt wie das Kelchtuch. Zum Schluss muss das Kreuz außen rechts oder links unten sichtbar sein. Bei kleineren Modellen genügt es auch, es nur einmal längs zu bügeln


Altarwäsche (III) - Kelchtuch

Mit dem Kelchtuch wird der Kelch purifiziert, es kommt also in Berührung mit dem Blut Christi. Zu erkennen ist es an folgendem: Es handelt sich in der Regel um ein längliches Tuch, das genau in der Mitte ein Kreuz aufgestickt hat.

Es wird dreimal gefaltet - zweimal längs und einmal quer. Und zwar so, dass das Kreuz außen sichtbar bleibt. Man beginnt mit den Längsfalten. Also, Tuch so umdrehen, dass das Kreuz auf das Bügelbrett zeigt, dann von links auf zwei Drittel falten und die andere Seite darüber bügeln (oder umgekehrt.)

Zum Schluss noch einmal in der Mitte falten, so dass das Kreuz genau auf dem Knick außen zu sehen ist. Fertig. 

Altarwäsche (II) - Corporale

Das Corporale (wahlweise auch mit K zu schreiben) ist das Tuch, auf das die eucharistischen Gaben gestellt werden - während der Messe natürlich, aber das gilt auch außerhalb. So steht die Monstranz auf dem Corporale und es gehört ein Corporale in den Tabernakel. 
Das Corporale ist ein quadratisches Tuch, das in der Mitte eines Randes ein kleines Kreuz eingeprägt oder aufgestickt hat. Dieses Kreuz muss nach dem Auseinanderfalten am unteren Rand sichtbar sein. Man faltet (bzw. bügelt) das Tuch so, dass es beim Auffalten nicht umgedreht werden muss - also nach innen. Schließlich könnten ja Partikelchen des Leibes Jesu darinnen sein - also soll das Tuch nicht umgekehrt oder aufgeschüttelt werden, wenn man es auf den Altar legt. Denn es wird doch durchaus mehrfach verwendet, da es von allen Tüchern am wenigsten schmutzig wird.

Es wird viermal gefaltet, so dass beim Auseinanderfalten neun gleich große Quadrate sichtbar sind. Nach dem Trockenbügeln nimmt man also - das Kreuz unten vor sich - die untere Kante vom Tuch und faltet sie auf zwei Drittel nach oben. Festes Bügeln hilft, dass alles in Form bleibt.

Das Kreuz ist also schon nicht mehr sichtbar (bzw. nur noch von hinten). Dann klappt man den oberen Teil des Tuches darüber. (Okay, man kann hier auch erst von oben und dann von unten bügeln. Wichtig ist nur, dass das Kreuz nach innen verschwindet.) Schließlich faltet man von rechts und von links zu, so dass am Ende ein kleines Quadrat entsteht, bei dem man auf der Oberfläche nichts sieht - bzw. nur die Rückseite der Nähte.


Altarwäsche (I)

Heute widme ich mich mal einem ganz und gar typischen Pfarrhaushälterinnen-Thema. Anlass dazu ist, dass ich in wenigen Wochen eine neue Arbeit übernehme und zuvor meine Nachfolgerin einlernen darf, die zwar Haushälterin ist, aber in einigen spezifischen Gepflogenheiten eines Pfarrhaushalts doch eher keine Erfahrung haben dürfte. Und zu diesen Spezifitäten gehört die richtige Pflege der Altarwäsche. Denn da gibt es tatsächlich einige Regeln, wie man Corporale, Lavabotuch und Kelchtuch wäscht und bügelt. In meinem Ausbildungsjahr (Noviziat) als Schwester wurde das auch mal thematisiert. Und nun hab ich ein bisschen was vorbereitet, um es meiner Nachfolgerin verständlich weiter zu geben. Man möge mir die eher unbeholfenen Papiermodelle vergeben. Aber so ist es am anschaulichsten.

Zunächst zum Waschen selber: Da die besagten Tücher mit dem Leib und Blut Christi in Berührung kommen können (okay, das Lavabotuch eher nicht), dürfen sie nicht einfach so zur normalen Wäsche gegeben werden. Zuvor wäscht man sie in klarem Wasser aus (dreimal, so habe ich gelernt). Das verwendete Wasser kippt man ins Sakrarium (einer Öffnung im Boden in der Sakristei) - so vorhanden - oder, wie in meinem Falle in die Natur. Dann darf es ganz normal mit der anderen Wäsche mitgewaschen werden. Zum Bügeln hab ich die Erfahrung gemacht, dass man sie am besten bügelt, wenn sie noch feucht sind. Die Details dazu erkläre ich in den nächsten Posts.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Französisch katholischer Blog-Humor

... der feinsten Sorte bietet der Blog ("blogue", wie der Autor wortspielend schreibt) von Edmond Prochain. Wöchentliche Comics mit Szenen aus dem Leben der Jünger, die die Evangelien nicht berichten (das dazugehörige Buch wurde mir zu meinem ersten zeitlichen Versprechen geschenkt.), Kurzvideos "Cathologue", in denen ein nichtsahnender Student sehr kreativ Glaubenswahrheiten vermittelt ... 



Eher zufällig stieß ich heute auf diesen Blog. Und hab mich schon gut amüsiert. Also für die frankophonen Leser vielleicht auch ein interessanter Hinweis.

Mittwoch, 18. Juli 2012

Raxli Faxli

Vielleicht wär' das ja ein Ansatz für meine Prüfungen. Ihr seht, ich bin musikalisch grad auf einem kleinen Nostalgie-Trip. Diese LP von Gerhard Schöne ist Teil meiner Kindheit.


Wüstenimpressionen (3)

ausgesetzt
geborgen
aufgeblüht

Dienstag, 17. Juli 2012

Motivationslied

Bin grad voll in der Prüfungslern-Unlust. Da kommt das grad recht. (Gerhard Schöne war der Liedermacher meiner Kindheit und auch der Jahre danach.)

Wüstenimpressionen (2)

Immer noch von 2012

Weite
Stille
Verletzlichkeit