Donnerstag, 31. Mai 2012

Gott antwortet

Jemand, der mich und meine Mitschwester vor ca. 1,5 Jahren kennen gelernt hat (im Rahmen einer völlig profanen Umgebung), sagte mir heute, dass er merkt, wie Gott mehr und mehr (wieder) mit seinem Leben zu tun hat. Wie es ihm gelingt, nicht jeden unguten Gedanken gleich auszusprechen, weil er Gott drum bittet. Wie er mit Gott spricht ... wie er gelassener wird. Und dabei machen meine Mitschwester und ich, wenn wir ihm begegnen, keine missionarischen Aktivitäten. Wir üben einfach nur unser ganz profanes Hobby aus. Es ist so schön, wenn Gott antwortet.

Mittwoch, 30. Mai 2012

Eine ruhige Woche

... bescheren uns momentan die Pfingstferien. Wir hatten heute schon den 4. Abend in Folge, an dem wir drei Schwestern alle zum Abendbrot zu Hause waren und auch nicht von einem nachfolgenden Termin gedrängt wurden. (Normalerweise hat mindestens eine von uns an jedem der Abende etwas vor: Sprachkurs, Jugend-Glaubenskurs, Bibelteilen, Erwachsenen-Glaubenskurs, Begleitung ... Wir haben nur einen festen gemeinsamen Abend.) Also gönnten wir uns heute zum wiederholten Mal den Luxus eines, wie meine Mitschwester sagte, "pfingstlichen" Abendbrotes: d.h. wir haben uns Zeit genommen, das Essen mit Liebe anzurichten und auf den Tisch zu stellen und konnten uns auch Zeit lassen, es gemeinsam zu verzehren. Und das Beste: Aller Voraussicht nach folgen noch zwei weitere solcher Abende!

Improvisation

Ungewöhnliche Situationen erzwingen ungewöhnliche Maßnahmen - und auch mal ein ungewöhnliches Posting. Ich werde jetzt nämlich zum ersten Mal aus dem normalen Pfarrhaushälterinnenalltag plaudern. Heute gab es Reparaturen bei einem der Hausbewohner und infolgedessen über mehrere Stunden kein Wasser. Das ist natürlich ziemlich blöd, wenn man quasi als "Zugehfrau" nur einige Stunden da ist, um die Arbeit zu erledigen. Und ich brauche für gefühlte 90 Prozent meiner Arbeiten in irgend einer Form Wasser - v.a. aber zum Kochen. 
Also gab es da heute einiges zu improvisieren. Erstmal hab ich Ofenkartoffeln gemacht. Dazu gab's ein Lachsfilet, in der Pfanne gebraten und Salat, den ich glücklicherweise schon gestern gewaschen hatte, als ich ihn aus dem Garten geholt habe. Zum Nachtisch den Erdbeerkuchen von gestern. 
Dazwischen bin ich meinem Chef am Computer zur Hand gegangen und hab gebügelt. Dumm stand ich nur da, als ich aus dem Garten auch noch Blumenschmuck für die Kapelle geholt habe und dann vor der Frage stand, woher jetzt das Wasser für die Vase kommen soll. Im Trinkwasserkrug fand sich noch ein Schluck, der ausreichte. Problem gelöst. Als dann am Nachmittag das Wasser wieder floss, hab ich immerhin noch vier Fenster geputzt.

Dienstag, 29. Mai 2012

Erdbeertag!

Dieweil die Erdbeeren im Garten langsam anfangen, eine rötliche Färbung zu produzieren, habe ich heute ein Schälchen der roten Köstlichkeiten gekauft, um damit im Pfarrhaushalt einen Kuchen zuzubereiten. Unterdessen hat meine Mitschwester, die in dieser Woche für den Einkauf zuständig ist, ebenfalls Erdbeeren gekauft. Und die andere Mitschwester fühlte sich vom Angebot an einem Straßenstand so angezogen, dass auch sie nicht wiederstehen konnte. Also: Erdbeerfülle überall. Nun ja, ich will nicht klagen, sondern bin durchaus dankbar für die kleine Freude, die der Genuss von Erdbeeren bereiten kann.

Montag, 28. Mai 2012

Unerwartet

... erreichte mich heute ein Anruf einer lieben Freundin. Seit wir nach der Wende an die gleiche Schule kamen, sind wir einander verbunden. Der ökumenische Austausch mit ihr, der Baptistin, hat mein (und ihr) Glaubensleben sehr bereichert. Unsere Kontakte sind nicht sehr häufig - ein, zwei Anrufe pro Jahr, hier und da ein Besuch. Die letzte "Funkstille" war tatsächlich sehr lang. Und erst vor kurzem hatte ich mich gefragt, ob ich nicht mal wieder bei ihr anrufen sollte. Ich hab dann doch gezögert. Und nun ist sie mir zuvorgekommen. Es war wie immer: Wir brauchen nicht lange, um "warm" zu werden. Wir können gleich einsteigen in den freundschaftlichen und auch geistlichen Austausch.
Das war zweifellos eine sehr unerwartete und damit auch umso willkommenere Freude.

Dienstag, 15. Mai 2012

Priesterlicher Zeitzeuge geehrt

Am 11. Mai erhielt Prälat Hermann Josef Scheipers das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Der 98jährige Priester wirkte bis 1990 im Bistum Dresden-Meißen und lebt seither wieder in seiner münsterländischen Heimat Ochtrup. Er überlebte das KZ Dachau und bot auch in der DDR den Machthabern furchtlos die Stirn.

Seinen "Ruhestand" nutzte der umtriebige Priester, um vor zahllosen v.a. jungen Menschen über seine Erlebnisse (v.a. aus der Nazi-Zeit) Zeugnis zu geben. Zweimal habe ich selbst ihn erlebt. Damals war er schon fast 90 Jahre alt und sprach knapp zwei Stunden frei, sehr lebendig und stehend. Selten hat mich ein Vortragsabend so gepackt.

Auf Youtube kann man mehrere Filmchen sehen, in denen er peu a peu seine Erlebnisse rund um seine Inhaftierung und die KZ-Zeit schildert. Als kleiner Teaser hier nun die Folge des Films, in der er über seine Einweisung nach und Ankunft in Dachau spricht. Grund für seine Einweisung nach Dachau: "Fanatischer Verfechter der Kirche." (offizieller Anlass für die Inhaftierung war die Seelsorge an polnischen Zwangsarbeitern).



Im Buch "Gratwanderungen. Priester unter zwei Diktaturen" schildert er zudem  seine Kämpfe in mit den DDR-Bonzen. Auch das ist hochspannend zu lesen.

Bitttage

Nicht nur die neue Schreibweise ist für mich ungewohnt. In der (städtischen) Diaspora des Ostens aufgewachsen, waren mir Bitttage bis vor einem Jahr komplett unbekannt. In meiner neuen Heimat nun haben sie ihren Platz. Mindestens eine der Bittprozessionen führt auch an unserem Haus vorbei.
Es beeindruckt mich, dass durch diese Form noch ein Gespür dafür da ist, dass das Wachstum auf den Feldern nicht nur von menschlicher Arbeit und technischem Können abhängt, sondern dass im letzten der Mensch sein Leben und das, was er dazu braucht, von Gott empfängt. 

Da nehm ich es dann auch mal in Kauf, dass aufgrund der Bittgänge die Abendmesse eine Stunde nach hinten verlegt wird (was ich vorher nicht wusste und was somit meinen Hunger anwachsen ließ, denn das Abendbrot gibt's in der Regel nach der Abendmesse.) Verwundert war ich nur, dass die heutige liturgische Farbe lila war. Die Erklärungsversuche des www sind eher unbefriedigend. Es wird besonders drängend gebetet. Okay, aber verlangt das eine Bußfarbe? Oder soll ich glauben, dass schlechtes Wetter (um dessen Vermeidung man bittet) einst als Folge von menschlicher Schuld angesehen wurde? Ich weiß nicht. Dass der Mensch sich Gott verdankt und alles von ihm empfängt, ist für mich schon der logischere Zugang. Aber was maße ich mir das Mutmaßen an, wo das doch für mich alles grad Neuland ist?

Da ich seit mehr als einem Jahr auch einen Pfarrgarten unter meinen Fittichen habe, kann ich mich zumindest verstandesmäßig dieser Tradition verbinden, emotional und praktisch noch nicht so ganz.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Frankreichs "Alte" in Gefahr

Frankreichs neu gewählter Präsident scheint bei der Formulierung seiner politischen Ziele Anstöße im eigenen Nachnamen gefunden zu haben. Jedenfalls ist die in Holland schon lange praktizierte Liberalisierung der Sterbehilfe nun auch für das nun von Francois Hollande regierte Land Zukunftsmusik. Und es ist ernst, denn - soweit ich Meldungen bei facebook entnehmen kann - soll es mit dieser Gesetzesänderung sehr schnell gehen. Eine Form des Widerstandes ist die Homepage "Sauvons Papi et Mamie!" ("Retten wir Papa und Mama!"), wo man seinen Widerspruch auch gleich mit ein paar Klicks zu Protokoll geben kann. Eine unterstützenswerte Sache.


Sauvons Papi et Mamie ! from Sauvons Papi et Mamie ! on Vimeo.

Samstag, 5. Mai 2012

European Youth Forum Altötting

Ein internationales, englischsprachiges Fest des Glaubens für junge Leute unter dem Titel "Keep the faith".

3. bis 8. August
17-25 Jahre
in Altötting

nähere Infos: EYF Altötting



Donnerstag, 3. Mai 2012

Lachen ist gesund

... und das gilt auch für den Papst. Hier ein paar nette Lachszenen von und mit Papst Johannes Paul II


Dienstag, 1. Mai 2012

Josef, der Arbeiter

... soll heute auch nicht zu kurz kommen. Ich verehre ihn sehr, zumal er bei meinen letzten Anstellungen immer seine Hand mit "im Spiel" hatte.
Bei der vorletzten Anstellung landete ich - nachdem ich dem Hl. Josef einen Brief geschrieben hatte, in dem es mir gar nicht vordergründig um eine neue Arbeit ging - in einem Haus, das unter seinem Patronat steht. 
Von der gegenwärtigen Anstellungsmöglichkeit erfuhr ich - nach einem erneuten Brief an ihn - am 19. März. Und für die künftige Anstellung hatte ich am Vorabend des 19. März ein wichtiges Gespräch und habe ich heute den Vertrag unterzeichnet.
Dem Hl. Josef trau ich nach all diesen Erfahrungen schon so einiges zu.

Patrona Bavariae

Heute am 1. Mai feiert Bayern nicht zuerst Josef den Arbeiter, sondern Maria, die Patrona Bavariae. Ich gebe zu, dass mir als Nichtbayern bis vor einigen Jahren die Existenz dieses Festes völlig unbekannt war. Und auch heute ist das für mich kein emotional hochwichtiger Tag. Ein wenig schmunzeln musste ich ja schon, als am Ende der Messe die Bayernhymne angestimmt wurde. 

Und doch. Da ich vor einem Jahr in Altötting live dabei war, als in dem Pilgerort der Reigen der Marienweihen der Bayrischen Diözesen eröffnet wurde, der 2017 in München enden wird, erlaube ich mir den Hinweis auf die Homepage, die eigens zu dem Zweck eingerichtet wurde und auf der auch der folgende Trailer (neben vielen anderen Kurzfilmen) mit schönen Kurzzeugnissen zu Maria zu sehen ist.