Mittwoch, 27. Juni 2012

Entscheidungsfindungen

Schon seit Monaten quäle ich mich mit der Frage herum, worüber ich meine Masterarbeit schreiben soll. In vier Wochen sind die Abschlussprüfungen. Von da an bleibt mir noch ein knappes halbes Jahr. Eigentlich wollte ich mich schon längst festgelegt haben, denn nur bis zum Ende der Vorlesungen (in vier Wochen) fahre ich noch regelmäßig (ein Tag pro Woche) in die Studienstadt und kann so die Gelegenheit nutzen, mit dem betreuenden Prof zu sprechen oder Literatur zu recherchieren. Allein ... ich hab es einfach nicht vermocht, in den letzten Monaten eine befriedigende Entscheidung zu treffen. Selbst als ich vor einigen Wochen zu einem mir schon lange "auf der Zunge" liegenden Thema Literaturrecherchen gemacht und eine Gliederung erstellt habe, blieb ein gewisses Unbehagen. ... Und ich hab es nicht fertig gebracht, den Professor, bei dem ich gern schreiben will, anzusprechen. Da ich in den nächsten drei Wochen akut für die Prüfungen lernen muss, war es nun "allerhöchste Eisenbahn" für eine Entscheidung. Und dabei hatte mich die Sichtung der Literaturbestände in der Unibibliothek am vergangenen Freitag eher ernüchtert. Und an meinem Wüstentag (= ein Tag in Stille und Gebet) ist es mir tatsächlich geglückt. Und das ging so:

Ich habe einfach mal meine eigenen Bücherbestände durchstöbert. Dabei stieß ich auf einiges, was ich mir zwar zugelegt habe, aber noch gar nicht ernsthaft gelesen habe oder nur "an"gelesen habe. Da ich in meinen letzten Jahren ziemlich viel verschiedenes gemacht habe, erbrachte die Bestandsaufnahme eine interessante Mischung. Denn da fanden sich:
  • Bücher von meinem Erststudium, also theologische Fachliteratur.
  • Viele verschiedene Bibelübersetzungen.
  • Bücher, die ich mir im Rahmen meiner Arbeit für einen katholischen Sozialverband aus Interesse gekauft habe.
  • Bücher, die mir spirituelle Nahrung geben sollten.
  • Geistliche Bücher, die ich mir gekauft habe, um meine im Noviziat erworbenen Französischkenntnisse "aufzupolieren".
  • Bücher mit Texten von Heiligen.
  • Enzykliken und Schreiben des Lehramts zu den verschiedensten Themen.
Nachdem ich eher spontan eines der Bücher näher zur Hand nahm (und darin auch wirklich gleich viel Nahrung für diesen Wüstentag fand), sortierte sich wie auf einen Schlag alles in meinem Hirn und ich fand die Lösung meines Problems: Statt des ursprünglich anvisierten eher praxisorientierten Themas möchte ich nun eines bearbeiten, das zunächst einmal die geistlichen Grundlagen für die angestrebte Praxis freilegt. Das ermöglicht mir, viel einfach nur direkt mit den Quellen zu arbeiten.

Das Tolle daran ist: Das gibt mir endlich Gelegenheit, all die Bücher, die ich mir mit hehren Vorsätzen gekauft habe und z.T. doch nicht gelesen habe, endlich "anzupacken". Also tu ich etwas, was ich ohnehin tun wollte und ich kann davon ausgehen, dass ich selbst auch noch reichlich geistlichen Gewinn davon erhalte. Seit diese Idee in meinem Hirn ist, kann ich mich kaum noch bremsen vor Tatendrang. Jede freie Minute sitze ich mit einem Buch und einem Bleistift da. Mein Entschluss, nun endlich den Professor anzusprechen, ist sehr fest. Am liebsten würde ich schon mit dem Schreiben loslegen. Und im Nachhinein verstehe ich, warum ich bisher keine Motivation fand, einen konkreten Schritt zu unternehmen. Ich hatte einfach noch nicht das richtige Thema.

Allein ... jetzt ist erstmal Lernen für die Abschlussprüfungen dran.

Montag, 25. Juni 2012

Spontan

... ist manchmal am besten. Zur Stärkung der Gemeinschaft unter uns Schwestern versuchen wir, ca. alle zwei Monate einen gemeinsamen "Schwesterntag" zu machen - also einen Tag, an dem wir uns ganz bewusst nichts anderes vornehmen, sondern im Gegenteil schauen, dass wir gemeinsam etwas unternehmen. Von Bootfahren über Wandern, Spielen oder Stadtbesichtigungen ist alles drin. Die letzten beiden dieser Schwesterntage, die "von langer Hand" geplant waren, fielen mehr oder weniger ins Wasser, weil die Kondition von mindestens einer von uns keine großen Aktivitäten ermöglichte.
Dagegen kam es in den letzten Wochen gleich zweimal zu spontanen Schwesternaktivitäten. Eine von uns hatte ein Berghüttenwochenende eingeplant. Sehr kurzfristig stellten wir anderen zwei fest, dass wir auch frei haben - und sind mitgefahren. Es war ein sehr geruhsames Wochenende, aber für unser Gemeinschaftsleben sehr fördernd. Und gestern ergab es sich spontan, dass wir alle drei zusammen an den Badesee gefahren sind (obwohl ich mir im Vorfeld dachte, dass die anderen bestimmt zu fertig dafür sind). Das war nun wirklich nur eine kleine Aktivität, aber in ihrer Einfachheit doch auch ein sehr unerwartetes und kostbares Geschenk.

Samstag, 23. Juni 2012

Ja zum Leben

... hat diese junge Mutter gesagt - und dafür auch in Kauf genommen, selbst zu sterben. Ein beeindruckendes Zeugnis gab Chiara Corbella. Schon zwei Kinder verloren sie und ihr Mann wenige Stunden nach der Geburt. Bei der 3. Schwangerschaft schien sich alles zum Guten zu wenden: das Kind war gesund. Doch dann erhielt Chiara die Diagnose, dass sie einen aggressiven Krebstumor hat. Sie hat die Behandlung auf die Zeit nach der Schwangerschaft aufgeschoben, um das Leben ihres Kindes nicht zu gefährden. Der Sohn kam vor einem Jahr gesund auf die Welt. Chiara starb vor einigen Tagen.
Danke für dieses bewegende Zeugnis und das unerschütterliche Ja zum Leben des ungeborenen Kindes!

Freitag, 22. Juni 2012

Jahr des Glaubens online

Eine eigene Homepage zum bald startenden "Jahr des Glaubens" wurde nun freigeschaltet und kann hier besucht werden. Und die ist schon ganz schön gut aufgestellt. Kirchliche Grundlagendokumente (Katechismus, Konzilstexte), Benedikts XVI. Katechesen zu großen Glaubensgestalten sind da ebenso zu finden, wie das Logo und sogar eine Hymne (zu der der Link allerdings noch nicht so funktioniert).

Zum Logo fand ich folgende Erklärung:

The logo is composed of a square, bordered field on which a boat, symbolizing the Church, is represented as sailing on a graphically minimal representation of waves. The main mast of the boat is a cross from which sails are displayed in the form of dynamic signs which compose the trigram of Christ (IHS). The background to the sails is a sun which, associated with the trigram, refers also to the Eucharist.

(Das Logo ... zeigt ein Schiff - Symbol für die Kirche - und wird als Segelboot über einer Andeutung von Wellen abgebildet. Der Hauptmast des Schiffs ist ein Kreuz, von dem die Segel in Form dynamischer Zeichen das Christusmonogramm (IHS) abbilden. Der Hintergrund der Segel zeigt eine Sonne, die im Zusammenhang mit dem Christusmonogramm an die Eucharistie erinnert.)


Samstag, 16. Juni 2012

Superrobusta

Der Bischof entführt, ein Clown im Bischofssitz, die Pimpfe in Urlaubsstimmung ...
Atemberaubende Spannung bietet der Herr Alipius mit einer Spezial-Edition von Schwester Superrobusta.

Das Salve Regina der Blogger

Mit Dank an Peter.


Samstag, 2. Juni 2012

Begegnung

Heut war ich mit meiner Mitschwester im Baumarkt, um verschiedene Besorgungen für unser Zuhause zu machen. Da wir in einem Fall Beratung benötigten, sprachen wir einen Mitarbeiter an. Der sprach uns wiederum darauf an, dass wir beide ein Kreuz tragen, worauf ich sogleich erklärte: "Ja, wir sind Schwestern. Also nicht leibliche." Und er nickte gleich verständig: "Ja, Schwester im Herrn!" 
Und so kamen wir ins Gespräch. Wir erfuhren, dass unser Gegenüber aus der Freikirche kommt und sich auf seiner Arbeit ganz konkret "vom Geist" führen lässt. So spricht er immer wieder gezielt Kunden an, bei denen er durch die Wirkung des Hl. Geistes merkt, dass sie ein Gespräch brauchen. Er betet auch mit ihnen dort im Baumarkt. 
Meine Mitschwester und ich waren beeindruckt über diese ganz konkrete Verbundenheit mit dem Herrn und auch und v.a. über seinen Freimut. Erst am Abend zuvor hatten wir den Film "Letters to God" geschaut und nachher darüber diskutiert, dass der darin gezeigte Freimut, mit dem die Christen dort immer wieder frei und auch mit Unbekannten beten, ein echter Ansporn auch für uns ist. Und nun heute diese wirklich vom Herrn geschenkte Begegnung im Baumarkt.