Dienstag, 31. Juli 2012

Verständigungsschwierigkeiten

Ich lebe mit zwei Mitschwestern zusammen. Eine kommt aus Niedersachsen, die andere aus Österreich. Das sorgt hin und wieder schon mal für Missverständnisse. Ein kleines Beispiel:
Mitschwester 1 geht zum Kühlschrank und fragt nach einer Weile: "Haben wir keinen Kren mehr?"
Ich: "Nein, ich hab gestern das Glas aufgewaschen. Hat Mitschwester 2 (die ihn aufgebraucht hat) es auf die Einkaufsliste geschrieben?"
Mitschwester 1: "Nein." Und schreibt es auf.
Ergebnis:

Leider ist die Qualität nicht so toll. Deswegen noch einmal gedruckt: 
Sahnemerrettich
Kren

Dazu fällt mir nur noch eine andere Situation ein, in der wir auch dialektale Schwierigkeiten hatten und die österreichische Mitschwester verzweifelt ausrief: "Dabei tu ich doch alles, um den Bayern eine Bayerin zu werden" (zu mir aus Sachsen und der anderen Mitschwester aus Niedersachsen.) Aber okay, wir leben allesamt in Bayern.

Sonntag, 29. Juli 2012

Heiliger Boden???

Was soll ich davon halten? Immer, wenn meine Mitschwester mein Zimmer betritt, zieht sie ohne nachzudenken ihre Schuhe aus. Dabei machen wir das normalerweise nur vor unserer Hauskapelle. Aber mein Zimmer - heiliger Boden??? Fragen über Fragen.

Abendmusik

Vor ein paar Tagen habe ich bereits auf eine Familie hingewiesen, die seit einiger Zeit kleine Musikvideos ins Netz stellt. Die Kids und ihr Vater haben momentan wohl grad eine recht produktive Phase. Und so stell ich gern eines der neueren Videos hier rein, bei dem die Jüngste einen Solopart hat. Someone Like You (Adele Cover)

Ich find's echt toll, was die so auf die Beine stellen.

Samstag, 28. Juli 2012

Robusta-Sonderpreise

Während ich mich durch meine Prüfungen geschwitzt habe, hat der Herr Alipius im Rahmen der Robusta 2012 bereits die Sonderpreise verliehen. Schmucke Urkunden, kann man da nur sagen! Und verdient haben sich die Preisträger die Ehrung auch. 
Also, schaut mal rüber.

Kirchengucker

Auf Sende-Zeit fand ich einen Verweis auf eine interessante Website. Unter http://www.kirchengucker.de tut sich eine wahre Fundgrube auf. Kirchen aus allen Ecken Deutschlands und Europas sind da zu finden. Hier erfährt man vieles über die Entstehung der Gotteshäuser über ihre Kleinodien, nette Geschichten und interessante Details, teilw. auch die Öffnungs- und Gottesdienstzeiten.

Darüber hinaus gibt es auf der Seite auch grundlegende Infos über die wichtigsten Baustile, die christliche Ikonografie, über Heilige sowie biblisch-christliches Basiswisen. Wer eine ihm wichtige Kirche vermisst, kann sie gern melden bzw. selbst schreibend tätig werden. Ich finde das eine ganz gelungene Initiative, auf die ich hiermit auch gern aufmerksam mache.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Prüfungspause

Drei Wochen Anstrengung, mein Hirnschmalz in Bewegung zu halten, manche mühsame Stunde, mancher Tagtraum über den Büchern, Himbeeren, die mir meine Mitschwester mitgebracht hat, tausende Ablenkungsmanöver, viel Gebet ... morgen und übermorgen schlägt die "Stunde der Wahrheit".

Heute am Vorabend dient mir dieses Video zur Auflockerung:

Wenn ich in den nächsten zwei Tagen auch so virtuos mit dem vielen in meinem Hirn angesammelten Wissen umgehen kann und die richtigen Töne im richtigen Moment hervorbringe, dann will ich dankbar sein.

In jedem Fall gilt: der Blog ruht in der Zeit, denn ich werde nicht online sein. Und am Freitagabend beginnt hoffentlich wieder ein normales Leben.

Zahlen

Die katholische Kirche wartet wieder mit Zahlen und Fakten auf. Katholiken wurden gezählt, gespendete Sakramente, Priester, Ordensleute, Gelder, soziale Dienstleistungen ... 

Es liegt in der Natur der Sache, dass das eher trocken daher kommt. Eines aber hat mich mit einem gewissen Stolz erfüllt. In meinem Heimatbistum ist die Prozentzahl der Gottesdienstbesucher am höchsten im Bistumsvergleich.* Okay, 19,9 Prozent ist kein Grund zur Freude oder zum selbstgefälligen "Sich-auf-die-Schulter-Schlagen". Denn es stellt sich die Frage, wo die restlichen 80,1 Prozent bleiben, wo und wie sie Gott begegnen und ob wir uns überhaupt noch dieser Frage und unserem Auftrag stellen.

Heute sagte ein Missionbischof em. in der Predigt sinngemäß: "Als ich nach den ersten sieben Jahren in meinem Missionsland nach Deutschland zurückkehrte, da kam ich aus einem Land, in dem die Menschen einen echten Hunger nach Gott haben, in ein Land, in dem die Kirchen immer leerer wurden. Und ich dachte mir: Hier stimmt was nicht." Diesen Eindruck hatte er schon vor vielen Jahren (er hatte vor ein paar Tagen zusammen mit meinem Chef 55jähriges Priester-Weihejubiläum). Das macht schon nachdenklich.

* Update: Nachdem mich Vincentius Lerinensis darauf aumerksam gemacht hat, dass ich zu flüchtig gelesen habe, möchte ich die Korrektur nicht nur im Kommentar stehen lassen, sondern nun auch hier kund geben: Das Bistum Dresden-Meißen steht mit 19,9 Prozent an 3. Stelle. Die Nase vorn haben unsere beiden Nachbarn Görlitz und Erfurt.

Dienstag, 24. Juli 2012

99 bewegte Jahre


Der letzte Zeuge - Prälat Hermann Scheipers hält Vortrag vor Schülern from TV-Redaktion Bistum Würzburg on Vimeo.

Vor ein paar Wochen bereits habe ich an dieser Stelle von Prälat Hermann Scheipers erzählt. Heute feiert der Priester und Staatsfeind zweier Diktaturen seinen 99. Geburtstag. In wenigen Tagen kann er darüber hinaus sein 75jähriges Priesterjubiläum begehen.  

Beim Suchen nach neuem Material fand ich dieses Video, das auch eine Verbindung zum inzwischen selig gesprochenen Georg Häfner herstellt. Beeindruckt hat mich seine Bemerkung, dass die "Begrüßung" des Lagerkommandanten im KZ Dachau "Ihr seid hier ehrlos, wehrlos und rechtlos" ihm eine geistliche Hilfe für diese Zeit wurde. So wusste er sich verbunden mit Christus selber, der im Rahmen seiner Passion auch ehrlos, wehrlos und rechtlos war.

Beim WDR fand ich noch einen 25minütigen Radiobeitrag, in dem Prälat Scheipers sehr lebendig erzählt. Auch hier beeindruckend: Als er per Zufall erfuhr, dass er aufgrund seines Glaubens ins KZ kam, stärkte ihn diese Information. Er dachte sich: "Wenn ich wegen des Herrgotts hierher komme, hat er auch die Verantwortung für mich". Und das hat ihm eine gewisse Gelassenheit geschenkt.

Als er im KZ im Invalidenblock landete, machte sich seine Zwillingsschwester Anna furchtlos auf den Weg nach Berlin und bewirkte nicht nur die Rettung ihres Bruders, sondern sorgte vermutlich auch dafür, dass von da an keine Priester mehr zur Vergasung geschickt wurden. Das kann man u.a. hier nachlesen.

Trotz seiner engen Verbundenheit zu seinern Familie im Münsterland kehrte er nach '45 freiwillig in das Bistum zurück, für das er geweiht worden war: Meißen (heute Dresden-Meißen). 15 Spitzel waren dort auf ihn angesetzt, um ihm staatsfeindliche Umtriebe nachzuweisen. Nur das kirchenpolitische Interesse der DDR an einer verhinderte das Zustandekommen des schon geplanten Prozesses. (Nachzuhören im schon verlinkten Radiobeitrag)

Montag, 23. Juli 2012

Familienmusik

Sie singen gern und ganz freiwillig. Seit ein paar Wochen üben die Mädels und ihr Papa eine (für sie) neue Musikrichtung ein. Und ich hab den Eindruck, dass es absolut wert ist, diese Musiker bekannter zu machen.

Bischofsköchin???

Nein, ich steige nicht auf in der Hierarchie der Geistliche-Gefäße-Bekocherinnen. ABER vor einiger Zeit schenkte mir ein befreundeter Priester ein Buch mit dem Titel "Was Bischöfen schmeckt". Da mein Chef bei dem Anlass auch zugegen war, neckte ich ihn ein wenig und meinte, dass ich dieses Geschenk wohl erst dann öffnen dürfe, wenn er in entsprechenden Amt und Würden sei. Er hob nur abwehrend die Hände und verwies auf sein Alter, dank dessen er nun wahrlich über derartige Nominierungen hinaus sei. 

Und doch ... hin und wieder koche ich auch für einen Bischof. Vor ca. einem Jahr war ein Missionsbischof bei uns zu Gast. Und in dieser Woche kommt wieder einer. Beides Freunde aus der Seminarzeit meines Chefs. Allerdings werde ich nichts aus dem Buch zaubern, sondern etwas, worin ich schon Übung habe und was - nachdem es einmal im Rohr ist - Zeit zum Lernen lässt. Und darüber hinaus freue ich mich darauf, wieder einen Missionar kennen zu lernen. Das ist immer wieder ein Geschenk.

Die Robusta-Nominierung

... ist abgeschlossen. Beim Herrn Alipius, der das in mühevoller Kleinarbeit zusammengetragen hat, kann man sehen, welcher Blog für was nominiert wurde. Gleich 25 Blogs wurden für die Trägheits-Robusta nominiert. D.h. bei denen wünscht man sich mehr. Und überhaupt wurden viele Blogs genannt, die ich bisher noch gar nicht so wahrgenommen hatte. Damit bleibt nun also etliche Arbeit vor uns allen - all diese Schatzgruben zu sichten.
Was ich davon halten soll, dass man meinen Blog bei den Mauberblümchen nominiert hat, weiß ich noch nicht so ganz genau. Es freut mich aber schon irgendwie.

Samstag, 21. Juli 2012

P.S.

In meinen Notizen von damals fand ich gerade einen Satz, der mir offensichtlich wichtig war. Gesprochen hat ihn einer der deutschen Bischöfe bei einer Katechese. (Ich weiß leider nicht mehr, wer es war.)

Überall dort, wo einer seine Berufung verfehlt, bleibt eine Lücke im Teppich der Heilsgeschichte.

Vor zehn Jahren

... ereilte mich der Ruf Gottes zum geweihten Leben - und zwar genau genommen gestern vor zehn Jahren. Damals war ich auf dem Weg zum WJT in Toronto. Diese Tage zuvor nahmen wir mit unserer Gruppe am Jugendforum teil, das die Gemeinschaft Emmanuel als Vorprogramm in Latrobe (Nähe Pittsburgh) veranstaltet hat. Es war mein 3. WJT und mein 5. Jugendforum dieser Art. Also eigentlich nichts aufregend Neues. Und doch ... irgendwie war alles anders. Im Januar hatte ich mein Studium abgeschlossen, im März hatte ich meine erste Stelle angetreten und im Mai bin ich in eine eigene Wohnung gezogen - und habe mich verliebt.

Die Fahrt zum WJT war gewissermaßen ein erstes Aufatmen nach all diesen Aufregungen und neuen Situationen. Während dieses Jugendforums nun gab es am Nachmittag immer verschiedene Workshops und jederzeit die Möglichkeit zu Anbetung und Beichte. Schon im Studium hatte mich das Ordensleben immer fasziniert und so nahm ich an einem Tag an einem Workshop mit Abtprimas Notker Wolf teil, bei dem es sinngemäß darum gibt, was uns die Benediktregel heute zu sagen hat.

Anbetungswiese am Ontario-Lake während des WJT.
Am nächsten Tag spürte ich irgendwie, dass ich heute keinen Workshop brauche sondern einfach nur Gebet. Also ging ich auf die Anbetungswiese und verbrachte eine längere Zeit vor dem Herrn. Zum ersten Mal seit langem kam mein Herz so richtig zur Ruhe. Und so nutzte ich nach einer Weile der vertrauten Zweisamkeit die Gelegenheit, dem Herrn auch die Frage hinzulegen, was er denn von meiner Beziehung (meiner ersten!) hielt. Und plötzlich hatte ich in meinem Herzen den Eindruck, dass Gott antworte - und zwar sinngemäß so: "Das, was du gerade lebst, ist sehr schön. Doch wenn du da jetzt weiter gehst, machst du eine andere Tür endgültig zu." Und mit einem Schlag wurde mir klar: Über all die Jahre hatte ich die Frage zum Ordensleben zwar in mir, mir jedoch nie die Zeit genommen, hinzuhören. Und dazu lud Gott mich nun ein.

Nun, die Verwirrung war groß. Warum gerade jetzt? Mein Leben lief doch super - Arbeit, Wohnung, Beziehung. Jeder andere Zeitpunkt erschien mir passender. Nun ja, einige Gespräche und einen WJT später wusste ich, was zu tun war: Zeit nehmen für eine gute Unterscheidung. 

Zwei Jahre später konnte ich die Entscheidung treffen, 2005 den ersten Schritt machen und vor knapp sieben Monaten mein erstes zeitliches Versprechen ablegen. Deo gratias! 
Gerade eben hab ich mit einem der Weggefährten von damals gechattet. Und als er meinte, dass wir uns jetzt seit zehn Jahren kennen, klingelte es bei mir. Daher hier und jetzt dieses Post.

Freitag, 20. Juli 2012

Benedikt XVI. zu Teresa von Avila

Wow, die Braut des Lammes hat in ihrem Blog nicht nur auf das bald bevorstehende 450jährige Jubiläum der Reform des Karmels durch Teresa von Avila hingewiesen. Sie hat sich auch noch die Mühe gemacht, den bislang nur auf Spanisch und Englisch erschienenen Brief unseres Papstes an die Karmeliten zu übersetzen. Und der Inhalt lohnt diese Mühen. Also, schaut mal rüber.
Und ein ganz dickes Dankeschön an die Übersetzerin!

Prüfungsblogitis

Die Prüfungsvorbereitung zeigt diesmal überdeutliche Symptome. "Störungen haben jederzeit Vorrang", um einen alten pädagogischen Grundsatz zu zitieren. Bzw. ich ertapp mich dabei, dass ich von ganz alleine auf viele nette Ablenkungen komme. Das Bloggen scheint da eines dieser Ventile zu sein. 

Und der Monat ist noch nicht vorbei! Mehr Posts hatte seit Bestehen dieses Blogs nur der Dezember 2011, in dem ich einen Adventskalender gebloggt habe, was naturgemäß minimum 24 Posts mit sich bringt.

Okay, bin schon weg. Wieder lernen.

Altarwäsche (IV) Lavabo-Tuch

Mit dem Lavabo-Tuch trocknet der Priester bei der Gabenbereitung seine Hände. Es ist in der Regel von der Form her dem Kelchtuch sehr ähnlich - mit dem Unterschied, dass sich das Kreuz rechts oder links unten befindet.

Es wird genauso gebügelt wie das Kelchtuch. Zum Schluss muss das Kreuz außen rechts oder links unten sichtbar sein. Bei kleineren Modellen genügt es auch, es nur einmal längs zu bügeln


Altarwäsche (III) - Kelchtuch

Mit dem Kelchtuch wird der Kelch purifiziert, es kommt also in Berührung mit dem Blut Christi. Zu erkennen ist es an folgendem: Es handelt sich in der Regel um ein längliches Tuch, das genau in der Mitte ein Kreuz aufgestickt hat.

Es wird dreimal gefaltet - zweimal längs und einmal quer. Und zwar so, dass das Kreuz außen sichtbar bleibt. Man beginnt mit den Längsfalten. Also, Tuch so umdrehen, dass das Kreuz auf das Bügelbrett zeigt, dann von links auf zwei Drittel falten und die andere Seite darüber bügeln (oder umgekehrt.)

Zum Schluss noch einmal in der Mitte falten, so dass das Kreuz genau auf dem Knick außen zu sehen ist. Fertig. 

Altarwäsche (II) - Corporale

Das Corporale (wahlweise auch mit K zu schreiben) ist das Tuch, auf das die eucharistischen Gaben gestellt werden - während der Messe natürlich, aber das gilt auch außerhalb. So steht die Monstranz auf dem Corporale und es gehört ein Corporale in den Tabernakel. 
Das Corporale ist ein quadratisches Tuch, das in der Mitte eines Randes ein kleines Kreuz eingeprägt oder aufgestickt hat. Dieses Kreuz muss nach dem Auseinanderfalten am unteren Rand sichtbar sein. Man faltet (bzw. bügelt) das Tuch so, dass es beim Auffalten nicht umgedreht werden muss - also nach innen. Schließlich könnten ja Partikelchen des Leibes Jesu darinnen sein - also soll das Tuch nicht umgekehrt oder aufgeschüttelt werden, wenn man es auf den Altar legt. Denn es wird doch durchaus mehrfach verwendet, da es von allen Tüchern am wenigsten schmutzig wird.

Es wird viermal gefaltet, so dass beim Auseinanderfalten neun gleich große Quadrate sichtbar sind. Nach dem Trockenbügeln nimmt man also - das Kreuz unten vor sich - die untere Kante vom Tuch und faltet sie auf zwei Drittel nach oben. Festes Bügeln hilft, dass alles in Form bleibt.

Das Kreuz ist also schon nicht mehr sichtbar (bzw. nur noch von hinten). Dann klappt man den oberen Teil des Tuches darüber. (Okay, man kann hier auch erst von oben und dann von unten bügeln. Wichtig ist nur, dass das Kreuz nach innen verschwindet.) Schließlich faltet man von rechts und von links zu, so dass am Ende ein kleines Quadrat entsteht, bei dem man auf der Oberfläche nichts sieht - bzw. nur die Rückseite der Nähte.


Altarwäsche (I)

Heute widme ich mich mal einem ganz und gar typischen Pfarrhaushälterinnen-Thema. Anlass dazu ist, dass ich in wenigen Wochen eine neue Arbeit übernehme und zuvor meine Nachfolgerin einlernen darf, die zwar Haushälterin ist, aber in einigen spezifischen Gepflogenheiten eines Pfarrhaushalts doch eher keine Erfahrung haben dürfte. Und zu diesen Spezifitäten gehört die richtige Pflege der Altarwäsche. Denn da gibt es tatsächlich einige Regeln, wie man Corporale, Lavabotuch und Kelchtuch wäscht und bügelt. In meinem Ausbildungsjahr (Noviziat) als Schwester wurde das auch mal thematisiert. Und nun hab ich ein bisschen was vorbereitet, um es meiner Nachfolgerin verständlich weiter zu geben. Man möge mir die eher unbeholfenen Papiermodelle vergeben. Aber so ist es am anschaulichsten.

Zunächst zum Waschen selber: Da die besagten Tücher mit dem Leib und Blut Christi in Berührung kommen können (okay, das Lavabotuch eher nicht), dürfen sie nicht einfach so zur normalen Wäsche gegeben werden. Zuvor wäscht man sie in klarem Wasser aus (dreimal, so habe ich gelernt). Das verwendete Wasser kippt man ins Sakrarium (einer Öffnung im Boden in der Sakristei) - so vorhanden - oder, wie in meinem Falle in die Natur. Dann darf es ganz normal mit der anderen Wäsche mitgewaschen werden. Zum Bügeln hab ich die Erfahrung gemacht, dass man sie am besten bügelt, wenn sie noch feucht sind. Die Details dazu erkläre ich in den nächsten Posts.

Donnerstag, 19. Juli 2012

Französisch katholischer Blog-Humor

... der feinsten Sorte bietet der Blog ("blogue", wie der Autor wortspielend schreibt) von Edmond Prochain. Wöchentliche Comics mit Szenen aus dem Leben der Jünger, die die Evangelien nicht berichten (das dazugehörige Buch wurde mir zu meinem ersten zeitlichen Versprechen geschenkt.), Kurzvideos "Cathologue", in denen ein nichtsahnender Student sehr kreativ Glaubenswahrheiten vermittelt ... 



Eher zufällig stieß ich heute auf diesen Blog. Und hab mich schon gut amüsiert. Also für die frankophonen Leser vielleicht auch ein interessanter Hinweis.

Mittwoch, 18. Juli 2012

Raxli Faxli

Vielleicht wär' das ja ein Ansatz für meine Prüfungen. Ihr seht, ich bin musikalisch grad auf einem kleinen Nostalgie-Trip. Diese LP von Gerhard Schöne ist Teil meiner Kindheit.


Wüstenimpressionen (3)

ausgesetzt
geborgen
aufgeblüht

Dienstag, 17. Juli 2012

Motivationslied

Bin grad voll in der Prüfungslern-Unlust. Da kommt das grad recht. (Gerhard Schöne war der Liedermacher meiner Kindheit und auch der Jahre danach.)

Wüstenimpressionen (2)

Immer noch von 2012

Weite
Stille
Verletzlichkeit

Keep the faith - Jingle

Zum European Youth Forum, das in gut zwei Wochen in Altötting startet, gibt es jetzt auch einen eigenen Jingle.

Und hier noch ein nettes Video mit vielen guten Gründen, sich für das EYF anzumelden:


Pimpf-Blog

Das fehlte noch!

Montag, 16. Juli 2012

Wüstenimpressionen (1)

Bastian von Echo Romeo lässt uns gerade an seiner Liebe für den Norden (v.a. die See) teilhaben. Das erinnert mich daran, dass ich schon lang ein bisschen was zur Wüste posten wollte. 2006 (Sinai), 2011 und 2012 (Jordanien) war ich jeweils knapp zehn Tage im Rahmen von Exerzitien zu Fuß in der Wüste. Und seither bin ich schwer in die Wüste verliebt.

Als Kontrastprogramm zu Bastians Bildern von hoher See hier nun also einige Bilder von der Tour 2012. Später schreib ich vielleicht auch noch ein paar Zeilen dazu.



Freitag, 13. Juli 2012

Irritationen

... hat es bei mir gegeben, als ich in den letzten Wochen immer wieder die Buchstabenfolge ESM in Verbindung mit der Euro-Krise las.
Stimmt doch gar nicht, hab ich mir gesagt. Die haben alle keine Ahnung. Das ist die ESM: die Emmanuel School of Mission mit ihren Standorten in Rom, Manila, Paray-le-Monial und Altötting. Gerade eben ging das aktuelle Jahr der jeweiligen Studenten zu Ende. Und hier kann man ein wenig nachlesen, wie es in Altötting gelaufen ist.

Dienstag, 10. Juli 2012

Gottes Macht - unsere Hoffnung

Heute vor genau 25 Jahren startete in Dresden das erste und einzige Katholikentreffen der DDR. Und ich war dabei, eine von ca. 100.000 Teilnehmern. Meine Erinnerungen sind spärlich, aber dennoch lebendig. Ich erinnere mich noch an das tolle Kindermusical "Noah unterm Regenbogen" - nicht an den Inhalt, aber an die Stimmung und an die große Hitze. Ich durfte es sogar zweimal sehen, denn wir Kinder aus Dresden und Umgebung konnten schon die Generalprobe miterleben.

Generell ist mir noch bewusst, dass es frohe Glaubenstage waren. Es war so spürbar für mich, dass meine Eltern und meine älteren Geschwister und alle Teilnehmer es genossen, so zahlreich zusammen zu sein. Wir waren die Diaspora gewohnt. Wir konnten damit umgehen, weite Wege zur Kirche zu haben und nur in kleinen Gruppen auf die Sakramente vorbereitet zu werden bzw. überhaupt nie in einer großen Masse aufgehen zu können. Aber hin und wieder waren solche Treffen in großem Rahmen einfach nur wohl tuend. Die Wallfahrt zum Elisabethjubiläum nach Thüringen einige Jahre zuvor war so ein Event. Oder einfach nur die jährlichen Bistumswallfahrten nach Rosenthal. Aber so ein richtig echter Katholikentag, wo die Katholiken auch von der Küste und aus Berlin und Magdeburg kamen, das war was ganz Besonderes. 

Die Organisation desselben unter den Bedingungen der DDR war natürlich eine Herausforderung für sich. Die Einladung des Papstes scheiterte bspw. an den Bedingungen, die der Staat stellte. 

Ich habe keine Ahnung mehr, was die Themen der einzelnen Veranstaltungen waren. Aber zwei Dinge sind mir ganz fest in Erinnerung. 
Das erste war eine Begegnung, die der auf dem hier abgebildeten Foto sehr nahe kommt. Vor dem Abschlussgottesdienst musste ich nochmal "wohin". Mein Papa begleitete mich, damit ich nicht verloren ging. Dabei kamen wir an dem Zelt vorbei, das den Bischöfen als Sakristei diente. Gerade hatte sich eine kleine Menschenmenge davor versammelt, weil einige Bischöfe draußen waren. Mein Papa schob mich kurz entschlossen nach vorn und wenige Augenblicke später gab mir Kardinal Meisner die Hand. Ich war mit meinen zehn Jahren unglaublich schüchtern, er aber suchte das Gespräch mit mir. Offensichtlich hatte ich den Bischofsring an seiner Hand intensiv betrachtet. Jedenfalls fragte er mich, ob ich wüsste, warum er einen Ring habe, wo er doch gar keine Frau habe. Ich wusste es aus dem Reli-Unterricht: Bischöfe tragen einen Ring, um zu zeigen, dass sie mit ihrer Kirche, mit dem konkreten Bistum verbunden sind. Aber ich war zu schüchtern, um es zu sagen - bzw. um überhaupt irgend etwas zu sagen. Da erklärte es mir der Kardinal noch einmal ganz geduldig.

Die zweite Erinnerung ist eigentlich die meiner Eltern. Bei der Predigt sprach der Kardinal darüber, dass wir nie einem anderen Stern als dem von Bethlehem folgen werden. Die anwesenden Katholiken wussten ganz genau, welchen anderen, irre führenden Stern er dabei als inneres Gegenbild vor sich hatte - und sie applaudierten lange. Dieses Wort hat meinen Eltern Kraft und Hoffnung gegeben, wie es ja auch das Motto dieser Tage ausdrückte. "Gottes Macht - unsere Hoffnung".

Hier gibt es noch viele weitere Bilder von dem Ereignis.

Update: Nicht vor 20, sondern vor 25 Jahren fand das statt. Ich hab grad darüber gegrübelt, dass da was nicht stimmt, denn ich bin doch schon deutlich älter als 30. Nun ja, zu so später Stunde und nach einem Tag Hirnkochen bei der Prüfungsvorbereitung möge dies zu entschuldigen sein. Hab's nun korrigiert.

Samstag, 7. Juli 2012

Freunde

Angesichts der Meldungen über den unsäglichen Bluttest zur Identifizierung (und wohl auch Eliminierung) von Menschen mit Down-Syndrom ist es mir ein Anliegen, auf Initiativen aufmerksam zu machen, in denen auch Menschen mit Trisomie 21 ihren Platz finden. 

Im Rahmen meines Noviziats habe ich auch ein dreiwöchiges Praktium in einem Foyer der Arche gemacht. Ich gebe zu, dass das nicht mein Wunsch-Einsatzort war. Aber ich bin dankbar, dass die Verantwortlichen mich dahin geschickt haben, wo ich Freunde gefunden habe. Ich lebte zusammen mit sechs "Personen", wie sie im französischen Sprachgebrauch der Arche einfach sagen. Dazu eine Jahres-Volontärin und die Hausverantwortliche. Tagsüber war ich in der Werkstatt, in die natürlich viel mehr kamen, und den Rest des Tages verbrachte ich im Foyer. Meine Aufgabe war denkbar einfach: Mit ihnen sein, Anteil nehmen an ihren Interessen und sie Anteil nehmen lassen an dem, was mir wichtig ist. Es waren sehr prägende Wochen.

Das wöchentliche Brotbacken ist sehr beliebt.
Ich erinnere mich mit einem Lachen an meinen ersten Messbesuch mit Rita. Sie liebt es über alles, in die Kirche zu gehen. Und da ich als Schwester täglich in die Messe ging, durfte sie oft mit mir mitkommen. Gleich beim ersten Mal rief sie beim Betreten der Kirche ganz laut aus "Rita geht in die Messe!!!". Ich dachte mir, dass das jetzt sehr interessant werden könnte mit ihr. Aber während des Gottesdienstes blieb sie ganz ruhig und gesammelt und sang die Lieder richtig (wenn auch mit improvisiertem Text) mit. Rita strickt sehr gern, sie redet kaum, versteht aber alles und singt sehr gern. Wasser ist ihr Element. Baden gehen ist für sie mindestens genauso toll wie in die Messe gehen.
Auch Jean ist jemand, der unglaublich gerne betet und aus Kirchen und Kapellen nur schwer heraus zu locken ist. Er kann ein wenig lesen, würde gern in einer Bibliothek arbeiten und liebt es, fernzusehen oder via Internet (mit Hilfe) andere Länder kennenzulernen. Dafür arbeitet er nicht gern und kennt ziemlich viele Tricks, sich da herauszuhalten.
Noel hat mich verblüfft, als er mich als "lebendiges Navi" durch die mir fremde Stadt lotste und sogar eine Alternative wusste, als ich einmal falsch aus dem Kreisverkehr abgeogen war. Noel liebt Autos über alles und kennt sich da ganz genau aus. 
Viviane ist eine echte Hausfrau. Wäsche, Kaffee, Waffelnbacken - all das macht sie ganz selbständig. In ihrer Freizeit liebt sie es, harmlose Computerspiele zu spielen. 
Natalie ist sehr verschlossen, aber wenn sie jemanden ins Herz schließt, dann auch sehr anhänglich. Ich hab heute noch eine Zeichnung von ihr, von denen sie mir immer wieder mal eine zugesteckt hat. 
Dawid liebt es, mit seinem Walkman Musik zu hören und laut (nicht immer richtig) mitzusingen.
Ich könnte noch viel erzählen. Auch unter den Betreuern habe ich ganz wunderbare Menschen kennen gelernt. Selten haben mich gerade mal drei Wochen so nachhaltig beeindruckt und geprägt. 

Zum Schluss hier noch ein kleines Video, in dem der Gründer der Arche Jean Vanier über seine Idee spricht. Mit Bezug auf die aktuelle Debatte sind wohl besonders seine Worte ab min 5:30 ans Herz zu legen.



Die Robusta 2012

Die Blogoezese im Nominierungs- und Wahlfieber. In diesem Jahr gibt es wieder den einzigartigen Robusta-Award

In den verschiedensten Kategorien (z.B. Spiritualität, Augenhonig, Politik, Trägheit, Frische) werden Robustas verliehen.

Da die Blogoezese erfreulich gewachsen ist, erhöht sich die Qual der Wahl. Das Durchstöbern der anderen Blogs wird mir wohl allzu oft eine willkommene Ablenkung von der Prüfungsvorbereitung sein.

Nachlese

Ich weiß, dass das jetzt sehr verspätet kommt. Aber besser spät als nie:

Ich komm aus einer Familie, in der Fußball immer eine große Rolle gespielt hat. Ich erkenne ein Abseits, ich bin in der Regel informiert, wer die Bundesliga anführt und wer absteigt ... Also sind mir trotz eines nicht vorhandenen Fernsehers auch die EM bzw WM-Spiele eine echte Freude. 

Aber irgendwie wird's immer schwerer, sich zu positionieren. Da ich einer internationalen Gemeinschaft angehöre, kenne ich in nahezu jeder Fußball-Nation liebe und oft auch fußballbegeisterte Menschen. Am Ende meines Noviziatsjahres fand gerade die WM in Südafrika statt. Da saßen wir dann sehr international vor dem Bildschirm: ein Ehepaar aus Frankreich, Mitschwestern aus Spanien, aus dem Kongo, aus Slowenien und Deutschland, Priester aus den Niederlanden und Ruanda, ein Seminarist aus Belgien. Die Erinnerung an diese schönen Stunden erschwerte mir die Parteilichkeit in diesem Jahr deutlich. 

Außer, wenn es um Deutschland ging. Als Italien am Ende der 1. Halbzeit führte, sagte meine Mitschwester "Man muss ihnen schon lassen, dass sie besser gespielt haben". Meine Reaktion: "Jetzt sei doch nicht immer so gerecht. Ich will Parteilichkeit, wenn wir spielen." Hat trotzdem nix genützt. Aber für meine spanische Mitschwester, die wirklich begeistert ist vom Rasensport, konnte ich mich dann doch ehrlichen Herzens mitfreuen.

Mittwoch, 4. Juli 2012

interntetseelsorge.de

Ein neues feines Angebot in den Weiten des www lässt sich unter www.internetseelsorge.de finden. Geistliche Impulse, ein Navigator für Internet-Gottesdienstformen, für Glaubensfragen und eben auch - wie es der Name schon nahe legt - Kontakte zu Internetseelsorgern - all das vereint die Plattform. Dahinter steht die Katholische Arbeitsstelle für missionarische Pastoral (KAMP) in Erfurt.