Samstag, 21. Dezember 2013

Advent im Umzug

Ich bin in den letzten Wochen umgezogen. Das lässt wenig adventliche Stimmung aufkommen, denn zwischen einpacken, umziehen, renovieren und auspacken sind stille Minuten äußerst rar.

Und doch hab ich den Advent in einem Punkt sehr intensiv erlebt - in dem des Erwartens und der Sehnsucht. Als Gemeinschaft von gottgeweihten Frauen haben wir auch das Privileg, einen Tabernakel im Haus zu haben. Am letzten Abend in der alten Wohnung feierten wir dort die Hl. Messe, wobei dann auch das Allerheiligste aus dem Tabernakel genommen und konsumiert wurde. Vier Tage später sollte die erste Messe im neuen Quartier stattfinden, mit der der Tabernakel wieder "bewohnt" sein würde. Und in diesen Tagen dazwischen beteten wir vor dem leeren, offenen Tabernakel. 

Diese Gebetszeiten waren durch und durch adventlich - voll Sehnsucht auf sein Kommen in unserer Mitte, voller Erwartung und Vorfreude.

Dienstag, 5. November 2013

Ganz oben

... in der Statistik der aufgerufenen Beiträge stehen die vier Posts zum Thema "Altarwäsche bügeln" - sozusagen die Klassiker aus meinem Gastspiel als Pfarrhaushälterin. Freut mich, wenn es anderen in ihrem Dienst eine Hilfe ist.

Montag, 4. November 2013

Zuhause?

Unsere Heimat aber ist im Himmel“ ist in Phil 3,20 zu lesen. Es heißt, dass dieses Wort in besonderer Weise für die Gottgeweihten gilt. Und das wirft natürlich die Frage auf, wo man zuhause ist – hier im irdischen Leben.

Es ist wahr. Jeder, der den Weg des gottgeweihten Lebens beginnt, merkt nach und nach, dass das familiäre Zuhause nicht mehr genügt. Das beginnt zum einen mit dem Verständnis für den eingeschlagenen Weg. Ich hab bisher noch keine Person getroffen, die innerhalb ihrer Familie nicht auf Unverständnis gestoßen wäre. Selbst jene, die es befürworten, können es im Letzten oft nicht verstehen. Das darf auch so sein, denn es ist eine besondere Berufung, die sich nicht nur per Vernunft erschließen lässt.

Aber im Lauf der Zeit merkt man halt doch, dass die geistliche Familie immer wichtiger wird. Das wird z.B. dann deutlich, wenn man mal für ein paar Tage die Familie (Eltern oder Geschwister) besucht. Neben aller Freude des Wiedersehens merkt man, dass es schwierig ist, am geistlichen Leben „dran“ zu bleiben, das man innerhalb der Gemeinschaft hat. Auch wenn ich mich irgendwie organisieren kann, um zu Messe und Gebetszeit zu kommen, merke ich doch, dass ich mich damit auch ein bisschen außerhalb des normalen Familienalltags stelle. Und oft – auch das ist eine Erfahrung – erlischt der geistliche Eifer nach ein paar Tagen, weil man die eigene Spiritualität so ganz ohne Unterstützung lebt, weil man sich erklären muss, oder weil es auch schlicht unpassend ist, wenn man sich vom normalen Familienrhythmus ausschließt. Dann weiß ich: Es wird Zeit, nach Hause zu fahren – zu den Mitschwestern und den anderen „Geschwistern“ unserer Gemeinschaft.

Zu sehen, dass die eigene Familie gegenüber der geistlichen Familie an Stellenwert verliert, ist ein durchaus schmerzhafter Prozess – für mich und für meine Familie. Und dann ist da die Frage: Wo bin ich nun zuhause? 
 
Für mich ist das grad sehr konkret dran. Meine Eltern ziehen nämlich weg aus dem Ort in dem ich aufgewachsen bin - und zwar so richtig weit weg, ans andere Ende der Republik, wo meine Geschwister leben. Wichtige Stationen meines Lebens fanden dort statt: Geburt, Taufe … und alle weiteren Sakramente, Schule, ja sogar Studium und Arbeit und die erste Liebe. Ich bin zweifellos sehr heimatverbunden, auch wenn ich inzwischen weit weg wohne. Der Wegzug meiner Eltern ist für mich nicht einfach. Und doch hab ich doch selbst schon vor Jahren die Entscheidung getroffen, mich mehr an den Herrn als an die Familie zu binden.
Ein Anblick, der für mich unweigerlich "zuhause" bedeutet. Die Sächsische Schweiz, die mir seit frühester Kindheit vertraut ist.
Gleichzeitig dazu ziehen wir Schwestern nun auch bald um, weil wir (große Freude!) aufgrund von Zuwachs ein größeres Domizil brauchen. Dabei weiß ich, dass bei aller Freude über das neue Haus ich mich hier nicht einrichten brauche, denn es spricht viel dafür, dass ich in ein paar Jahren wieder meine Koffer packe.

Und genau da bittet Gott mich, mein Herz in ihm zu verankern … und mein Zuhause überall dort einzurichten, wo er mich hinruft und erwartet, denn schlussendlich lebe ich auf dieses Ziel hin: die Heimat im Himmel.

Vor einigen Wochen machte ich eine Wallfahrt nach Israel - innerhalb einer Gruppe unserer Gemeinschaft. Ich war schonmal dort - 15 Jahre zuvor. Und nun merkte ich, dass - durch das Leben mit dem Wort Gottes, die täglichen Gebetszeiten etc. - mir das Heimatland Jesu selbst auch zu einem Ort geworden ist, an dem ich zuhause bin.


Montag, 30. September 2013

Das beste am Bügeln

... sind die Filme, die ich dabei schauen kann. Heute hab ich mich für die Verfilmung des Lebens von Mutter Teresa entschieden. Leider (für jene, die daran teilhaben wollen) hab ich's nur auf Französisch finden können. Aber immerhin. Es lohnt sich sehr!

klick

Donnerstag, 26. September 2013

die die Mauern einstürzen lässt

Anfang September hatte ich das Glück, für knapp zwei Wochen in Israel sein zu können. Eine beeindruckende Begegnung war die mit den Schwestern des Emmanuel-Klosters (griechisch-katholisch) in Bethlehem. Sie leben direkt an der Mauer. Nicht nur für mich, die ich auf der falschen Seite der deutschen Mauer aufgewachsen bin, war dieser Anblick sehr speziell. Auch die Begrüßung der Schwestern machte nachdenklich: "Danke, dass ihr da seid. Ihr Pilger haltet die Mauer offen."

Beeindruckt hat mich eine gigantische Ikone, die ein Ikonenmaler innerhalb von zwei Tagen auf die Mauer geschrieben hat - und zwar so, dass die Schwestern sie direkt sehen, wenn sie ihr Kloster verlassen. 



Unterhalb der Muttergottes sieht man ein offenes Tor in der Mauer - mit dem Blick auf Jerusalem. Das Bild und das dazu gehörige Gebet möchte ich hier veröffentlichen - mit der Bitte ums Gebet. (Übrigens geht es da nicht nur um Grenzmauern - lohnt sich also auch für so manch andere Blockaden.)


Gebet zu unserer himmlischen Mutter, die Mauern einstürzen lässt.

O, du Maria, Mutter Gottes, wir rufen zu dir als die Mutter der Kirche, die Mutter aller Christen der Welt, die auf irgendeine Weise ihr Leid mit Christus tragen.
Wir bitten dich um deine Fürbitte: Mögest du diese Mauern und alle Mauern, die Hass, Gewalt, Angst und Gleichgültigkeit erzeugen, einstürzen lassen. Wir bitten dich vor allem für die Mauern in unseren eigenen Herzen.
Du hast die alte Schlange durch dein Ja-Wort besiegt. Versöhne uns unter deinem beschützenden Mantel, bewahre uns vor allem Bösen und eröffne in unserem Leben für immer das Tor zum Leben. Gib, dass sich in uns und in unserer Welt die Zivilisation der Liebe entfaltet, die im Kreuz deines göttlichen Sohnes, deines auferstandenen Herrn und Retters ihren Ursprung hat, er, der lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Sonntag, 25. August 2013

Appetithäppchen vom Forum Altötting

Wenn jemand wissen will, wofür ich in den letzten Monaten Zeit und Nerven investiert hab, der kann sich auf dem youtube-Kanal dieses Events (des "Forums Altötting" der Gemeinschaft Emmanuel) ein bisschen umschauen, auf dem wir alle Hauptvorträge und Predigten veröffentlichen. Hier die Predigt des 2. Tages.


Spielempfehlung

Eine andere Form der Entspannung ist für mich - und gottlob auch für meine Mitschwestern - das Spielen von Gesellschaftsspielen. Eine Neuentdeckung ist für uns alle das Spiel "Dog" - eine Spielart von "Mensch-ärgere-dich-nicht", bei dem nicht gewürfelt wird, sondern das Vorankommen von den Karten abhängt und man durch das Zusammenspiel mit einem Partner auch gut taktieren kann. Schön ist auch, dass das Spielglück sich noch gewaltig ändern kann. Beim letzten Spiel erst mussten meine Mitschwester und ich es hinnehmen, dass wir beide in den ersten 3 Runden überhaupt nicht herauskamen und unsere Gegner schon die Hälfte ihrer Figuren "ins Loch" gebracht haben - und doch haben wir nach hartem Kampf noch gewonnen. 
Außerdem haben wir das Spiel auch schon in diversen Familienkreisen erprobt und dabei festgestellt, dass auch kleine Kinder (sofern sie schon zählen können) großen Eifer an diesem Spiel entwickeln. Also: heiße Empfehlung.

Urlaub

Nachdem die vergangenen Monate in vielerlei Weise eine echte Herausforderung waren (was sich auch in verminderter Blogitis niederschlug), kommen nun Leib, Geist und Seele langsam zur Ruhe. Hier ein paar Impressiönchen der letzten Tage, in denen ich unter anderem auf einer Hüttentour in den Alpen war. 


Beim Übergang von einem Tal zum nächsten: Blick zurück.
Blick nach vorn.

Bezaubernde Flora.


Eine große Freude war die tägliche Feier der Messe unter freiem Himmel ...
... gefolgt von einer Zeit der Anbetung.

Sonntag, 23. Juni 2013

Altarweihe

Altäre werden nicht alle Tage geweiht. Vor zwei Tagen durfte ich bei einem solchen historischen Moment dabei sein. Nicht nur der Altar wurde geweiht, auch der Ambo wurde mittels einer eigenen kleinen Zeremonie seiner Bestimmung übergeben (was ich überhaupt zum ersten Mal erlebt habe.)
Und ich muss schon sagen: Es ist einfach klasse, katholisch zu sein. Soviel starke Zeichen wie in einer solchen Liturgie, sind einfach nur beeindruckend. Aber sie geschehen ja nicht, um zu beeindrucken, sondern um eine Realität bewusst zu machen: dass Gott da ist, dass Er selbst diesen Altar in Besitz nimmt, den Tabernakel bewohnt, dass Sein Wort verkündet wird. Das Miterleben und Mitfeiern einer solchen Liturgie ist ein Geschenk, das mir die Schönheit unseres Glaubens vor Augen führt und meine Beziehung zu Gott erneuert.



Das fing schon damit an, dass vor der Weihe die Allerheiligenlitanei gesungen wurde. In dem Moment wurde mir bewusst, dass das ja auch bei den Messen der Fall ist, in denen Priester geweiht werden oder Schwestern ihre ewigen Gelübde eingehen ... oder jemand getauft wird. Und ich dacht mir nur so: "Schon stark. Das Verbindende zwischen all diesen liturgischen Feiern ist, dass dabei jemand bzw. etwas Gott übergeben und anvertraut wird." Und was bei dem Altar sehr stark mit allen Sinnen sichtbar wurde - durch die Besprenung mit Weihwasser, die Salbung mit Chrisam und das Verbrennen von Weihrauch - das betrifft in nicht minderem Maße auch mich selbst.

Freitag, 7. Juni 2013

11 Jahre weggeschwemmt

So kommt es mir vor. Vor 11 Jahren erlebte ich das Hochwasser in Sachsen live und in Farbe mit. Ich war mittendrin und durch die Arbeit auch noch Monate später immer wieder im Katastrophengebiet unterwegs, habe Projekte des Aufbaus dokumentiert und zahllose Gespräche geführt.

Das Jahr 2002 war für mich sehr voll. Studienabschluss, Berufseinstieg, die erste Liebe, der Ruf Gottes zum geweihten Leben ... und dann die Flut. Während alle anderen (durchaus prägenden und wichtigen Meilensteine) weit weg erscheinen (auch weil mir bewusst ist, wie viel seither geschehen ist), wecken die Bilder vom derzeitigen Hochwasser in mir Erinnerungen und Empfindungen, dich mich ganz unversehens 11 Jahre zurückbeamen. Als hätte es keine 11 Jahre gegeben. Als hätte ich heute morgen erst mein Auto aus dem Wasser gefahren, den Keller geräumt, fassungslos zugeschaut, wie das Viertel meiner Eltern, mein ganzer Heimatort und meine Arbeitsstelle nicht wiederzuerkennen sind, angesichts eines Kühlschrankes, der auf der Brücke liegt kapiert, wie stark die Verwüstung oberhalb sein muss, dumpf abgewartet, dass der Pegel wieder sinkt, Gummistiefel gekauft, bei Flutopfern ausgemistet, andere Flutopfer besucht, Kärcher und Hochdruckreiniger überreicht, Fotos gemacht ...

Schon erstaunlich, was für Schnippchen einem das eigene Gedächtnis schlägt, wenn bestimmte Bilder nahezu reflexhaft Erinnungen und Gedanken freispülen.

Donnerstag, 6. Juni 2013

Juliana und das Brot des Lebens

Das ist der Titel eines katechetischen Projekts, das Kindern einen schönen Zugang zum Geheimnis der Eucharistie verschaffen will. Die "kleine Juliana" (Juliane von Lüttich, der wir das Fronleichnamsfest zu verdanken haben,) erzählt per Buch oder auch per Internet ihre Lebensgeschichte und ihre besondere Beziehung zum eucharistischen Herrn. Dazu gibt es auf der Internetseite sehr ansprechend gestaltetes weiteres Material. Auch auf Facebook berichtet Juliana von ihren Abenteuern.
Sie hält sich übrigens gerade in Köln auf, wo ihr Buch heute morgen präsentiert wurde.



Fazit: unbedingt reinschauen!

By the way: Dass ich selbst grad in Belgien war und dort anlässlich des Fronleichnamfestes einiges von ihr gehört habe und ich den Autor kenne, erhöht natürlich die Sympathiepunkte meinerseits.

Freitag, 24. Mai 2013

Augustinus auf Tournee

Schon anlässlich der Premiere hab ich über das neue Musical der Emmanuel School of Mission Altötting über den heiligen Augustinus berichtet. Inzwischen gibt es nun auch den offiziellen Trailer. Die DVD und die CD sind in Produktion und in gut einer Woche geht es auf  Tournee - mit Aufführungen bei München, in Unterfranken, Hessen, NRW, in der Schweiz, in Liechtenstein und im Südwesten Deutschlands. Heiße Empfehlung meinerseits.



Samstag, 13. April 2013

Umstellungen

Papst Franziskus ist da - und anders als der Rest der Blogoezese schweige ich. Nein, da gibt es überhaupt keinen Zusammenhang. Ich bin weder sprachlos noch frustriert oder sonstwas.

Ich hab nur seit einem halben Jahr eine neue Arbeit - und zwar im Bereich des Eventmanagement. Und ein erstes Highlight fand vor zwei Wochen statt, das mich sowohl im Vorfeld als auch im Nachhinein sehr gut beschäftigt hat. Da blieb leider wenig Zeit zu kreativen Beiträgen.

Ein bisschen hab ich nun allerdings doch "philosophiert." Als ich vor einigen Monaten hier überlegte, wie ich meinen Blog umbenennen soll, weil ich ja nun nicht mehr als Pfarrhaushälterin arbeite, meinte eine Kommentatorin, dass der Unterschied doch gar nicht so groß sei. Und ich stelle nun fest: So unrecht hat sie nicht. 

Ich habe für Essen, Sauberkeit und Ordnung gesorgt, für Schlafplätze und Dekoration ebenfalls. Gottseidank konnte ich mich bei alldem auf professionelle und ehrenamtliche Hilfe stützen, sonst wäre das für die rund 500 Teilnehmer an die Ostertagen unmöglich machbar gewesen.

Hier nun ein kleines Schmankerl. Die "Kinskys", von denen ich schonmal das eine oder andere Video gepostet hatte, hatten bei unserer Osternachtsparty einen kleinen Live-Auftritt. Inzwischen ist auch der Sohnemann dabei. Hier könnt ihr sie live und in Aktion sehen:


Mittwoch, 13. März 2013

Gänsehaut-Feeling

Es ist die 2. Papstwahl, die ich halbwegs bewusst erlebe (1978 war ich einfach noch zu klein). Und wieder war ich im Moment des Weißen Rauchs in der Messe. Nur waren wir diesmal schon viel weiter. Die Glocken erklangen exakt in dem Moment, in dem der Priester den Kelch erhob. Sekunden später betete er an der entsprechenden Stelle "für unseren neuen Papst". Ich glaub nicht, dass damit irgendjemand schneller war als wir hier. 
Trotz des heiligen Moments ging bei diesen Worten ein leises Lachen durch die Kapelle. Wir waren gesammelt, dankbar, aufgeregt, voller Freude ... alles gleichzeitig.



Und dann später zuhause vor dem Computer per Livestream in Rom. Gleich mehrere Überraschungen: Lateinamerika, nicht ganz jung, Jesuit und sogar ein neuer Papstname. Die ersten Worte und Gesten - in aller Einfachheit und in echter Demut. Beeindruckend. Ich danke Gott für unseren neuen Papst Franziskus. Und ich bin gespannt auf dieses Pontifikat und auf die Schwerpunkte, die er setzen wird.

Dienstag, 12. März 2013

Extra omnes

Nachdem ich heut nachmittag just in dem Moment, in dem das "Extra omnes" gesprochen wurde, telefonieren musste, freu ich mich, im Netz bewegte Bilder gefunden zu haben. Ich hab mich für die (wenn auch längere) Aufnahme ohne Kommentare entschieden. Die katholische Kirche zeigt hier mal wieder, dass Kommentare nur störendes Beiwerk sind. Die Bilder sprechen für sich.


In der Anbetungskapelle der Ortes hier sind während des Konklaves alle Beter eingeladen, sich um 21:00 Uhr zu versammeln und - jeder für sich - die Pfingstsequenz zu beten und anschließend still in der Anbetung für das Konklave zu beten. Heut Abend war es da rappelvoll.

Sonntag, 10. März 2013

Flutwelle des Gebets

Die Initiative "adopt a cardinal" wurde in der Blogoezese schon mehrfach vorgestellt, beworben und verlinkt. Nun, da das Konklave, unmittelbar vor der Tür steht, möchte auch ich noch einmal dazu ermutigen. 
Schön fand ich folgenden Gedanken einer Mitschwester: Es sind ja auch durchaus Unheilsprophetien in Bezug auf den nächsten Papst in Umlauf, die - sollten sie ernst genommen werden - das Vertrauen in den künftigen Heiligen Vater von Anfang an unterminieren werden und die Einheit der Kirche gefährden. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass in diesem Punkt ein echter geistlicher Kampf wahrzunehmen ist. Und in einem solchen geistlichen Kampf ist das Gebet vieler Hunderttausender um den Heiligen Geist für die Papstwähler wirklich eine starke Waffe, die noch dazu die Einheit der Katholiken mit ihren Kardinälen stärkt. In diesem Sinne ... geht und adoptiert euch einen, wenn ihr es nicht schon längst getan habt!

Bereit für die Wahrheit?

"Auf Leben und Tod. Bist du bereit für die Wahrheit?" - so lautet der Titel des aktuellen Musicals der Emmanuel School of Mission Altötting über niemand geringeren als den Heiligen Augustinus. Premiere war vor nunmehr zwei Wochen. 

Inhalt des Stücks ist das Ringen des Augustinus bis zum Moment seiner Bekehrung - seine unermüdliche Suche nach der Wahrheit, sein Eifern, sein Zweifeln, sein Widerstand.
Die kleinen Anspielungen auf die Gegenwart (durch Kostüme und Musik) haben ihre Berechtigung. Es ist frappierend, wie sehr die Fragen des Augustinus den Fragen der heutigen Zeit entsprechen. Manche Lieder, die ohne Zweifel ihren historischen Bezug haben, kann man ohne weiteres auch in Bezug auf die heutige Zeit singen und wäre damit ganz und gar "up to date". 

In Kürze gehen die 22 Studenten aus 9 Nationen auf ihre erste Tournee durch den ostbayrischen Raum. Nach Ostern folgen weitere Aufführungen - auch im nördlicheren Deutschland, in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein.
Dafür meine heiße Empfehlung.


Mittwoch, 13. Februar 2013

Kehren wir zum Gebet zurück

Es war nicht nur die Schockstarre, die trotz bewegender Ereignisse dazu geführt hat, dass ich nicht gebloggt habe. Es war tatsächlich so, dass ich gestern und vorgestern jeweils erst sehr spät am PC saß, mich gerade anschickte zu bloggen - und plötzlich war die Internetverbindung hinüber. 

Nun, zwei Tage nach der Ankündigung des Abtretens Benedikts XVI. sind Schock und Trauer noch nicht überwunden - auch wenn das "Tagesgeschäft" weiterläuft.

Ich hab mich gefragt, ob es was zu sagen hat, dass der Papst diesen Schritt am Welttag der Kranken bekannt gemacht hat, der ja in diesem Jahr in Altötting begangen wurde, einem Ort also, der ihm immer sehr viel bedeutet hat und nach wie vor bedeutet. 

Aber ich bin selbst der vielen Spekulationen und Kommentare müde, so dass ich sie nicht weiter nähren möchte. Ich möchte nur mich - und vielleicht auch andere - mit den Worten des Papstes, die er heute zum Ende seiner letzten öffentlichen Messe sagte, als der Beifall nicht enden wollte, er aber in der Messe fortfahren wollte, wieder "einsammeln": 

"Kehren wir zum Gebet zurück."

Darauf kommt es an. Aus Trauer und Schock, Diskussion und Spekulation, Sprachlosigkeit und Sorge, Dankbarkeit und Fragen ... kehren wir zum Gebet zurück.

Sonntag, 10. Februar 2013

Mainstream-Mathematik

Gerade läuft auf der ARD Teil 2 der "Kirche-ist-doof-Serie" mit Günther Jauch. Auf der Homepage konnte man zur Leitfrage (Hat sich die Kirche von den Menschen entfernt?) der Sendung abstimmen. Gestern Abend sah es da so aus, wie im Bild dargestellt. Ich habs mal festgehalten, weil ich es interessant fand, dass da so einfach mal dahin gestellt wurde, dass die meisten der Meinung sind, die Kirche sei lebenfremd, wohingegen das Abstimmungsergebnis eindeutig eine andere Aussage zu Tage fördert. Dem Abnehmen der kirchenfreundlichen Stimmen um ca. 10 Prozentpunkte konnte man heute in den Nachmittag/Abendstunden nahezu minütlich zuschauen - fast, als würde ein Countdown runtergezählt. Das sah mir schon sehr gewollt, wenn nicht gar manipuliert aus. Dennoch straft auch der gegenwärtige Stand die Teaser-Sätze der Sendung Lügen.
Ergo: Mathe 6, setzen.

Dienstag, 5. Februar 2013

Blogger-Umfrage zur Gretchenfrage

Was glauben die, die da so rumbloggen eigentlich? Das ist der Inhalt einer klitzekleinen Umfrage, an der mitzumachen ich alle Blogger (kath. oder nicht) ermutigen möchte:

Link

Sonntag, 3. Februar 2013

Ein Zeugnis aus dem Orient

Vor einigen Wochen empfahl mir jemand das Buch „Le prix à payer“, zu deutsch „Das Todesurteil“. Es erzählt die Geschichte eines jungen Irakers, der während seines Militärdienstes Christus kennenlernt und dann getrieben ist von der Sehnsucht, selber Christ zu werden. Am Beginn dieses Weges ist ihm nicht im Geringsten bewusst, dass eine Konversion zum Christentum einem Todesurteil gleich kommt. Hin- und hergerissen zwischen der Verwurzelung in seiner Familie, seiner inneren Sehnsucht und den jahrelang (!) verschlossenen Türen der christlichen Gemeinden Bagdads verliert er doch niemals das innere Wissen, auf dem richtigen Weg zu sein. Gefängnisaufenthalt und Folter, Flucht aus dem eigenen Land, Verfolgung und Mordanschlag durch die eigene Familie … nichts kann ihn bremsen. Es dauert 13 – in Worten dreizehn – Jahre, bis er die Taufe empfängt und in der Kommunion das „Brot des Lebens“ empfängt, das ihm einst in einem Traum als sein Weg offenbart worden ist. 

Doch nicht, um seine Geschichte zu erzählen, schreib ich das hier auf. Mich beeindruckt diese Ausdauer – v.a. angesichts der abweisenden Haltung der ersten Christen, denen er sich annäherte. Er wusste nicht, was auf ihn zukommen würde, als er diesen Weg einschlug. Aber er wusste auch, dass er den Weg nicht verlassen konnte, ohne Gott zu verraten. Diese Glaubenskraft, diese Sehnsucht, ist ein unglaublich starkes Zeugnis. 

Beten wir für die Freiheit des Glaubens in allen Ländern und Gesellschaften.

Sonntag, 27. Januar 2013

Positiver Blick

Einen positiven Blick hat der neu ernannte Bischof meines Heimatbistums sicher. In einem Interview mit dem Domradio äußerte er sich so:
Ich freue mich, in ein Bistum zu kommen, das enorme Chancen hat. Es ist zahlenmäßig – 150.000 Katholiken – ein kleines Bistum. Aber es warten 3 Millionen ungetaufte Menschen dort. Und es gibt dort viele Aufbrüche. Wenn Sie an die zahlreichen Einrichtungen dort denken, etwa sieben Studentengemeinden in diesem kleinen Bistum, wie viele Schulen, große profilierte Schulen es dort gibt, in Leipzig und Dresden. Wenn Sie daran denken, dass dieses Bistum interessante neue seelsorgerische Felder besetzt hat, bleiben wir bei der Internet-Seelsorge etwa, dann merken Sie selbst, was für ein Aufbruch dort herrscht. Also zu dem Bistum gehören die 150.000 Katholiken und es ist so groß, weil da die drei Millionen dazugehören, die noch nicht getauft sind.
Find ich sehr, sehr gut. "Es warten 3 Millionen ungetaufte Menschen dort." Die wissen das vielleicht nicht alle, die sehen das vielleicht (wahrscheinlich) gar nicht so. Ihr neuer Oberhirte jedenfalls hat's gecheckt.

Sonntag, 20. Januar 2013

Tauftag

Liturgisch ist heute mein Tauftag. Es war der Sonntag nach der Taufe des Herrn. Und da ich heuer einen durch 3 teilbaren Geburtstag feiern durfte, hatte ich heute die Freude, dass auch die Lesungen dran waren, die seinerzeit dran waren.

Als ich vor einigen Jahren bewusst nachgeforscht habe, welchen liturgischen Sonntag denn mein Taufdatum traf und welche Lesungen da vorgesehen waren, traf es mich bis ins Innerste, als ich auf Jes 62,1-5 stieß, wo es am Ende heißt:
Wie der junge Mann sich mit der Jungfrau vermählt, so vermählt sich mit dir dein Erbauer. Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich.
Und auch das Evangelium spricht mir Bände. Gestern erst hörte ich in einem Vortrag eine Mitschwester sagen, dass wir als Gottgeweihte auch eine Macht über das Herz Gottes haben. Wir können es erweichen, so wie Maria Jesus dazu bewegt hat, für guten Wein zu sorgen. Das ist der Grund, weshalb uns so oft Gebetsanliegen anvertraut werden.
Für mich wieder eine Einladung, mir neu dieser Verantwortung bewusst zu werden und von dieser "Macht" über das Herz Gottes Gebrauch zu machen.

Jesus konkret: Der Bräutigam

(Beitrag zum Projekt "Das Ja des Glaubens")

Als Frau, die gottgeweiht im Zölibat lebt, habe ich in einer Hinsicht einen privilegierten Zugang zu Jesus. Ich darf mich als seine Braut betrachten. Das wird der Zelebrant sagen, wenn ich in einigen Jahren mein definitives Engagement eingehe und er mir den Ring überreicht.
Eine bräutliche Beziehung setzt ein konkretes Gegenüber voraus. Sie geht davon, dass zwei Personen da sind. Jesus ist Person, eine göttliche Person genau genommen. Doch nun mal „Butter bei die Fische“! Wie lebt man eine bräutliche Beziehung zu einer göttlichen Person, die nun in aller Regel nicht in „Fleisch und Blut“ präsent ist? Ich möchte in paar Punkte aufführen, die die bräutliche Beziehung für mich konkret werden lassen. Ich weiß, dass fast jeder der Punkte für jeden Christen gilt – nicht nur für die Gottgeweihten. Aber ich habe das Privileg, Zeit und Raum für all diese Punkte zu haben. Und ich glaub, ich darf sie in einer Tiefe auskosten, die nicht jedem möglich ist.
  • Den Bräutigam Jesus kennen lernen
    Die regelmäßige Lektüre in der Heiligen Schrift ist dabei eine probate Hilfe. Hier kann ich betrachten, wie Jesus vor ca. 2000 Jahren Mensch geworden ist, was er gelehrt hat, wie er den Menschen begegnet ist, wie er sich hingegeben hat. Es wird nicht langweilig.
  • Mit Jesus reden
    Da ist das Gebet der ideale Ort dafür. Kein Tag ohne eine lange Zeit des Gebets – dazu das Morgenlob, das Abendgebet und andere kleine Gelegenheit so „zwischendurch“. Hier kann ich ihm sagen, wie es mir geht, was mich beschäftigt. Hier kann ich „abladen“. Und ich kann schweigen und auch dann Zeit mit ihm verbringen, wenn er zu schweigen scheint. Eine gute zwischenmenschliche Beziehung hält das Schweigen aus, denn man weiß um die Liebe des Anderen, so dass man sich dessen nicht ständig vergewissern muss.
  • Jesus zuhören
    Das geschieht auf vielerlei Weise. Durch ein Wort aus der Bibel, das Wort eines Mitmenschen, einen Gedanken, eine Predigt, im Gebet …
  • Jesus ansehen
    Am schönsten und leichtesten ist das für mich in der Form der Anbetung. Hier in der konsekrierten Hostie ist er da. Hier ist es möglich, ihn anzuschauen.
    Oft sehe ich ihn auch in meinen Nächsten – gerade dann, wenn sie leiden.
  • Jesus vertrauen
    Vertrauen, dass er weiß, was ich brauche und dass er sorgt. Auch dann, wenn ich nicht verstehe, was gerade geschieht und wenn alles nur dunkel und leer aussieht. In meinem zeitlichen Versprechen hab ich gesagt, dass ich mich Jesus ausliefere. Das ist sehr konkret, wenn es bspw. meine Gesundheit betrifft oder wichtige Lebensentscheidungen wie Wohnort und Arbeit.
  • Jesus empfangen
    In der Ehe gibt man sich durch die sexuelle Vereinigung einander hin. Man empfängt den anderen und vom anderen. Am konkretesten darf ich Jesus in der Eucharistie, genau genommen in der Kommunion, empfangen. Er gibt sich mir mit Leib und Blut hin. Ich darf ihn berühren, ihn zu mir nehmen, ihn ganz konkret in mich hinein lassen. Was für ein Geschenk!
    Von ihm empfangen kann ich auch in den anderen Sakramenten, insbesondere dem der Versöhnung.
  • Mich ihm hingeben
    Hier hinkt der Vergleich etwas. Denn in vielen Partnerschaften halten sich Geben und Nehmen ungefähr die Waage. In der Beziehung zu Jesus bin ich sehr viel mehr Empfangende als dass ich ihm geben könnte. Und doch hat er Sehnsucht nach meinen kleinen, unbeholfenen Zeichen der Liebe und wird sie als etwas ganz Kostbares annehmen. Ich hab mein Leben gegeben. Aber mitten im Alltag wird es konkret. In der Art, wie ich meinen Mitmenschen begegne, ob ich bereit bin, nach dem Willen Gottes zu fragen oder auch in der Aufmerksamkeit, mit der ich in einer Kirche unterwegs bin oder unsere Hauskapelle schmücke.
  • Frucht bringen
    Die leibliche Fruchtbarkeit ist ein besonderer Segen der Ehe. In meinem Lebensstand bin ich gerufen, geistlich fruchtbar zu sein. Und zwar nicht aus eigener Kraft, sondern mit meinem Bräutigam zusammen. So darf ich in all meinem Tun mich immer auf ihn stützen und ihn mit einbeziehen. Die Fruchtbarkeit hängt davon ab, wie sehr ich mit ihm vereint bin. Allein wird da nichts.
So ist Jesus für mich ein ganz konkretes Gegenüber, mit dem ich in Beziehung treten darf und soll.
Er ist mein Bräutigam.

Samstag, 19. Januar 2013

72 x 3 Minuten

... Katechismus, das verbirgt sich hinter dem Kürzel 3mc. Hier gibts den Trailer dazu.


Und da die Homepage mit ein paar Kostproben sowie der Möglichkeit, sich die DVDs zu bestellen. Auch Arbeitsunterlagen für den Einsatzbereich in Schule, Jugendgruppen, Glaubenskursen etc. werden zur Verfügung gestellt. Eine spannende Sache, find ich.

Freitag, 18. Januar 2013

Neuer Bischof

Mein Heimatbistum hat einen neuen Bischof. Dr. Heiner Koch, bisher Weihbischof in Köln, wurde heute zum Nachfolger des Hl. Bischof Benno ernannt. Hier gibt es die wichtigsten Infos zu seiner Person. Bald schon wechselt er vom Rhein an die Elbe, von der Gotik zum Barock, vom rheinischen Katholizismus in die Diaspora Sachsens und Ostthüringens. Wie ich mein Heimatbistum kennen, werden die Gläubigen ihn gut aufnehmen.

Nur an eines werd ich mich wohl nur mühsam gewöhnen können. Wenn in Zukunft im Hochgebet für Bischof Heiner gebetet wird. Entschuldigung Exzellenz, aber dieser Name hat für mich Assoziationen, die nicht so zum bischöflichen Amt passen wollen. Aber ich werd mich dran gewöhnen. Ganz bestimmt. (Und so oft bin ich ja gar nicht mehr in der Gegend.)

Und ich bin froh, dass er kommt.

Handschriften

Am vergangenen Sonntag endete die Ausstellung "Pracht auf Pergament", bei der 72 einzigartige Handschriften aus dem Mittelalter zu sehen waren. Schon im Studium hab ich mich für derlei begeistern können. Und auch diesmal hat es mich neu mit Ehrfurcht und Staunen erfüllt, diese Bücher zu sehen. Unglaublich, mit welcher Liebe zum Detail sie einst angefertigt wurden. Ein solches Buch war oft das Lebenswerk eines Schreibers - soll heißen, dass er jahrelang, wenn nicht gar jahrzehntelang Buchstabe für Buchstabe gemalt hat. Mehr als über die Schrift staunen wir natürlich über die Bilder darin, die auch noch 1000 Jahre später mit einer Farbenpracht beeindrucken, die kein Drucker so erzeugen kann. Manche Einbände sind in sich schon eine kleine Schatzkammer, weil dort unglaublich kostbare Materialien verwendet wurden. 

Und alles nur aus einem Grund - um Gott zu ehren. 

Chapeau!