Sonntag, 27. Januar 2013

Positiver Blick

Einen positiven Blick hat der neu ernannte Bischof meines Heimatbistums sicher. In einem Interview mit dem Domradio äußerte er sich so:
Ich freue mich, in ein Bistum zu kommen, das enorme Chancen hat. Es ist zahlenmäßig – 150.000 Katholiken – ein kleines Bistum. Aber es warten 3 Millionen ungetaufte Menschen dort. Und es gibt dort viele Aufbrüche. Wenn Sie an die zahlreichen Einrichtungen dort denken, etwa sieben Studentengemeinden in diesem kleinen Bistum, wie viele Schulen, große profilierte Schulen es dort gibt, in Leipzig und Dresden. Wenn Sie daran denken, dass dieses Bistum interessante neue seelsorgerische Felder besetzt hat, bleiben wir bei der Internet-Seelsorge etwa, dann merken Sie selbst, was für ein Aufbruch dort herrscht. Also zu dem Bistum gehören die 150.000 Katholiken und es ist so groß, weil da die drei Millionen dazugehören, die noch nicht getauft sind.
Find ich sehr, sehr gut. "Es warten 3 Millionen ungetaufte Menschen dort." Die wissen das vielleicht nicht alle, die sehen das vielleicht (wahrscheinlich) gar nicht so. Ihr neuer Oberhirte jedenfalls hat's gecheckt.

Sonntag, 20. Januar 2013

Tauftag

Liturgisch ist heute mein Tauftag. Es war der Sonntag nach der Taufe des Herrn. Und da ich heuer einen durch 3 teilbaren Geburtstag feiern durfte, hatte ich heute die Freude, dass auch die Lesungen dran waren, die seinerzeit dran waren.

Als ich vor einigen Jahren bewusst nachgeforscht habe, welchen liturgischen Sonntag denn mein Taufdatum traf und welche Lesungen da vorgesehen waren, traf es mich bis ins Innerste, als ich auf Jes 62,1-5 stieß, wo es am Ende heißt:
Wie der junge Mann sich mit der Jungfrau vermählt, so vermählt sich mit dir dein Erbauer. Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, so freut sich dein Gott über dich.
Und auch das Evangelium spricht mir Bände. Gestern erst hörte ich in einem Vortrag eine Mitschwester sagen, dass wir als Gottgeweihte auch eine Macht über das Herz Gottes haben. Wir können es erweichen, so wie Maria Jesus dazu bewegt hat, für guten Wein zu sorgen. Das ist der Grund, weshalb uns so oft Gebetsanliegen anvertraut werden.
Für mich wieder eine Einladung, mir neu dieser Verantwortung bewusst zu werden und von dieser "Macht" über das Herz Gottes Gebrauch zu machen.

Jesus konkret: Der Bräutigam

(Beitrag zum Projekt "Das Ja des Glaubens")

Als Frau, die gottgeweiht im Zölibat lebt, habe ich in einer Hinsicht einen privilegierten Zugang zu Jesus. Ich darf mich als seine Braut betrachten. Das wird der Zelebrant sagen, wenn ich in einigen Jahren mein definitives Engagement eingehe und er mir den Ring überreicht.
Eine bräutliche Beziehung setzt ein konkretes Gegenüber voraus. Sie geht davon, dass zwei Personen da sind. Jesus ist Person, eine göttliche Person genau genommen. Doch nun mal „Butter bei die Fische“! Wie lebt man eine bräutliche Beziehung zu einer göttlichen Person, die nun in aller Regel nicht in „Fleisch und Blut“ präsent ist? Ich möchte in paar Punkte aufführen, die die bräutliche Beziehung für mich konkret werden lassen. Ich weiß, dass fast jeder der Punkte für jeden Christen gilt – nicht nur für die Gottgeweihten. Aber ich habe das Privileg, Zeit und Raum für all diese Punkte zu haben. Und ich glaub, ich darf sie in einer Tiefe auskosten, die nicht jedem möglich ist.
  • Den Bräutigam Jesus kennen lernen
    Die regelmäßige Lektüre in der Heiligen Schrift ist dabei eine probate Hilfe. Hier kann ich betrachten, wie Jesus vor ca. 2000 Jahren Mensch geworden ist, was er gelehrt hat, wie er den Menschen begegnet ist, wie er sich hingegeben hat. Es wird nicht langweilig.
  • Mit Jesus reden
    Da ist das Gebet der ideale Ort dafür. Kein Tag ohne eine lange Zeit des Gebets – dazu das Morgenlob, das Abendgebet und andere kleine Gelegenheit so „zwischendurch“. Hier kann ich ihm sagen, wie es mir geht, was mich beschäftigt. Hier kann ich „abladen“. Und ich kann schweigen und auch dann Zeit mit ihm verbringen, wenn er zu schweigen scheint. Eine gute zwischenmenschliche Beziehung hält das Schweigen aus, denn man weiß um die Liebe des Anderen, so dass man sich dessen nicht ständig vergewissern muss.
  • Jesus zuhören
    Das geschieht auf vielerlei Weise. Durch ein Wort aus der Bibel, das Wort eines Mitmenschen, einen Gedanken, eine Predigt, im Gebet …
  • Jesus ansehen
    Am schönsten und leichtesten ist das für mich in der Form der Anbetung. Hier in der konsekrierten Hostie ist er da. Hier ist es möglich, ihn anzuschauen.
    Oft sehe ich ihn auch in meinen Nächsten – gerade dann, wenn sie leiden.
  • Jesus vertrauen
    Vertrauen, dass er weiß, was ich brauche und dass er sorgt. Auch dann, wenn ich nicht verstehe, was gerade geschieht und wenn alles nur dunkel und leer aussieht. In meinem zeitlichen Versprechen hab ich gesagt, dass ich mich Jesus ausliefere. Das ist sehr konkret, wenn es bspw. meine Gesundheit betrifft oder wichtige Lebensentscheidungen wie Wohnort und Arbeit.
  • Jesus empfangen
    In der Ehe gibt man sich durch die sexuelle Vereinigung einander hin. Man empfängt den anderen und vom anderen. Am konkretesten darf ich Jesus in der Eucharistie, genau genommen in der Kommunion, empfangen. Er gibt sich mir mit Leib und Blut hin. Ich darf ihn berühren, ihn zu mir nehmen, ihn ganz konkret in mich hinein lassen. Was für ein Geschenk!
    Von ihm empfangen kann ich auch in den anderen Sakramenten, insbesondere dem der Versöhnung.
  • Mich ihm hingeben
    Hier hinkt der Vergleich etwas. Denn in vielen Partnerschaften halten sich Geben und Nehmen ungefähr die Waage. In der Beziehung zu Jesus bin ich sehr viel mehr Empfangende als dass ich ihm geben könnte. Und doch hat er Sehnsucht nach meinen kleinen, unbeholfenen Zeichen der Liebe und wird sie als etwas ganz Kostbares annehmen. Ich hab mein Leben gegeben. Aber mitten im Alltag wird es konkret. In der Art, wie ich meinen Mitmenschen begegne, ob ich bereit bin, nach dem Willen Gottes zu fragen oder auch in der Aufmerksamkeit, mit der ich in einer Kirche unterwegs bin oder unsere Hauskapelle schmücke.
  • Frucht bringen
    Die leibliche Fruchtbarkeit ist ein besonderer Segen der Ehe. In meinem Lebensstand bin ich gerufen, geistlich fruchtbar zu sein. Und zwar nicht aus eigener Kraft, sondern mit meinem Bräutigam zusammen. So darf ich in all meinem Tun mich immer auf ihn stützen und ihn mit einbeziehen. Die Fruchtbarkeit hängt davon ab, wie sehr ich mit ihm vereint bin. Allein wird da nichts.
So ist Jesus für mich ein ganz konkretes Gegenüber, mit dem ich in Beziehung treten darf und soll.
Er ist mein Bräutigam.

Samstag, 19. Januar 2013

72 x 3 Minuten

... Katechismus, das verbirgt sich hinter dem Kürzel 3mc. Hier gibts den Trailer dazu.


Und da die Homepage mit ein paar Kostproben sowie der Möglichkeit, sich die DVDs zu bestellen. Auch Arbeitsunterlagen für den Einsatzbereich in Schule, Jugendgruppen, Glaubenskursen etc. werden zur Verfügung gestellt. Eine spannende Sache, find ich.

Freitag, 18. Januar 2013

Neuer Bischof

Mein Heimatbistum hat einen neuen Bischof. Dr. Heiner Koch, bisher Weihbischof in Köln, wurde heute zum Nachfolger des Hl. Bischof Benno ernannt. Hier gibt es die wichtigsten Infos zu seiner Person. Bald schon wechselt er vom Rhein an die Elbe, von der Gotik zum Barock, vom rheinischen Katholizismus in die Diaspora Sachsens und Ostthüringens. Wie ich mein Heimatbistum kennen, werden die Gläubigen ihn gut aufnehmen.

Nur an eines werd ich mich wohl nur mühsam gewöhnen können. Wenn in Zukunft im Hochgebet für Bischof Heiner gebetet wird. Entschuldigung Exzellenz, aber dieser Name hat für mich Assoziationen, die nicht so zum bischöflichen Amt passen wollen. Aber ich werd mich dran gewöhnen. Ganz bestimmt. (Und so oft bin ich ja gar nicht mehr in der Gegend.)

Und ich bin froh, dass er kommt.

Handschriften

Am vergangenen Sonntag endete die Ausstellung "Pracht auf Pergament", bei der 72 einzigartige Handschriften aus dem Mittelalter zu sehen waren. Schon im Studium hab ich mich für derlei begeistern können. Und auch diesmal hat es mich neu mit Ehrfurcht und Staunen erfüllt, diese Bücher zu sehen. Unglaublich, mit welcher Liebe zum Detail sie einst angefertigt wurden. Ein solches Buch war oft das Lebenswerk eines Schreibers - soll heißen, dass er jahrelang, wenn nicht gar jahrzehntelang Buchstabe für Buchstabe gemalt hat. Mehr als über die Schrift staunen wir natürlich über die Bilder darin, die auch noch 1000 Jahre später mit einer Farbenpracht beeindrucken, die kein Drucker so erzeugen kann. Manche Einbände sind in sich schon eine kleine Schatzkammer, weil dort unglaublich kostbare Materialien verwendet wurden. 

Und alles nur aus einem Grund - um Gott zu ehren. 

Chapeau!