Dienstag, 5. November 2013

Ganz oben

... in der Statistik der aufgerufenen Beiträge stehen die vier Posts zum Thema "Altarwäsche bügeln" - sozusagen die Klassiker aus meinem Gastspiel als Pfarrhaushälterin. Freut mich, wenn es anderen in ihrem Dienst eine Hilfe ist.

Montag, 4. November 2013

Zuhause?

Unsere Heimat aber ist im Himmel“ ist in Phil 3,20 zu lesen. Es heißt, dass dieses Wort in besonderer Weise für die Gottgeweihten gilt. Und das wirft natürlich die Frage auf, wo man zuhause ist – hier im irdischen Leben.

Es ist wahr. Jeder, der den Weg des gottgeweihten Lebens beginnt, merkt nach und nach, dass das familiäre Zuhause nicht mehr genügt. Das beginnt zum einen mit dem Verständnis für den eingeschlagenen Weg. Ich hab bisher noch keine Person getroffen, die innerhalb ihrer Familie nicht auf Unverständnis gestoßen wäre. Selbst jene, die es befürworten, können es im Letzten oft nicht verstehen. Das darf auch so sein, denn es ist eine besondere Berufung, die sich nicht nur per Vernunft erschließen lässt.

Aber im Lauf der Zeit merkt man halt doch, dass die geistliche Familie immer wichtiger wird. Das wird z.B. dann deutlich, wenn man mal für ein paar Tage die Familie (Eltern oder Geschwister) besucht. Neben aller Freude des Wiedersehens merkt man, dass es schwierig ist, am geistlichen Leben „dran“ zu bleiben, das man innerhalb der Gemeinschaft hat. Auch wenn ich mich irgendwie organisieren kann, um zu Messe und Gebetszeit zu kommen, merke ich doch, dass ich mich damit auch ein bisschen außerhalb des normalen Familienalltags stelle. Und oft – auch das ist eine Erfahrung – erlischt der geistliche Eifer nach ein paar Tagen, weil man die eigene Spiritualität so ganz ohne Unterstützung lebt, weil man sich erklären muss, oder weil es auch schlicht unpassend ist, wenn man sich vom normalen Familienrhythmus ausschließt. Dann weiß ich: Es wird Zeit, nach Hause zu fahren – zu den Mitschwestern und den anderen „Geschwistern“ unserer Gemeinschaft.

Zu sehen, dass die eigene Familie gegenüber der geistlichen Familie an Stellenwert verliert, ist ein durchaus schmerzhafter Prozess – für mich und für meine Familie. Und dann ist da die Frage: Wo bin ich nun zuhause? 
 
Für mich ist das grad sehr konkret dran. Meine Eltern ziehen nämlich weg aus dem Ort in dem ich aufgewachsen bin - und zwar so richtig weit weg, ans andere Ende der Republik, wo meine Geschwister leben. Wichtige Stationen meines Lebens fanden dort statt: Geburt, Taufe … und alle weiteren Sakramente, Schule, ja sogar Studium und Arbeit und die erste Liebe. Ich bin zweifellos sehr heimatverbunden, auch wenn ich inzwischen weit weg wohne. Der Wegzug meiner Eltern ist für mich nicht einfach. Und doch hab ich doch selbst schon vor Jahren die Entscheidung getroffen, mich mehr an den Herrn als an die Familie zu binden.
Ein Anblick, der für mich unweigerlich "zuhause" bedeutet. Die Sächsische Schweiz, die mir seit frühester Kindheit vertraut ist.
Gleichzeitig dazu ziehen wir Schwestern nun auch bald um, weil wir (große Freude!) aufgrund von Zuwachs ein größeres Domizil brauchen. Dabei weiß ich, dass bei aller Freude über das neue Haus ich mich hier nicht einrichten brauche, denn es spricht viel dafür, dass ich in ein paar Jahren wieder meine Koffer packe.

Und genau da bittet Gott mich, mein Herz in ihm zu verankern … und mein Zuhause überall dort einzurichten, wo er mich hinruft und erwartet, denn schlussendlich lebe ich auf dieses Ziel hin: die Heimat im Himmel.

Vor einigen Wochen machte ich eine Wallfahrt nach Israel - innerhalb einer Gruppe unserer Gemeinschaft. Ich war schonmal dort - 15 Jahre zuvor. Und nun merkte ich, dass - durch das Leben mit dem Wort Gottes, die täglichen Gebetszeiten etc. - mir das Heimatland Jesu selbst auch zu einem Ort geworden ist, an dem ich zuhause bin.