Mittwoch, 23. April 2014

Bewegter Einstieg

Kurz vor Ostern machte der neu ernannte Bischof von Passau, Stefan Oster, seinen "Antrittsbesuch" in seiner neuen Diözese. Heut komm ich dazu, seine Ansprache im Passauer Dom zu posten, die sehr eindrücklich ist. Besonders die letzten Minuten, wo ihm die Worte versagen angesichts der Größe und Güte Gottes und seiner Liebe zum Herrn.

 

Da fehlen auch mir die Worte, um meiner Freude und Dankbarkeit für diese Ernennung Ausdruck zu geben.

Und hier als österlicher Nachschlag noch sein Ostergruß zum Anhören:
Ostergruß von P. Stefan Oster

Donnerstag, 10. April 2014

Erster Eindruck vom neuen Passauer Oberhirten

Sozusagen das "Eintrittstor" in seine Diözese war heute für den neu ernannten Passauer Bischof Stefan Oster Altötting. Hier machte er zuerst Station, bevor es weiter in die Bischofsstadt an Donau und Inn ging. Und ich war dabei. Mein erster Eindruck: P. Oster hat keine Berührungsängste, kann auf die Leute zugehen, nimmt sich Zeit, strahlt eine echte Freude aus und ist doch auch sehr normal. Wirklich bewegt haben mich seine Worte nach dem Gebet in der Gnadenkapelle. In aller Einfachheit erzählte er davon, wie er in sich einerseits Überforderung, andererseits aber auch eine gewisse Eitelkeit in sich spürte und wie er im Blick auf die Muttergottes, auf Christus und durch viel Gebet hindurch die Berufung in einer guten Weise annehmen konnte.
Hier gibt es ein paar schöne Fotos vom heuten Nachmittag in Altötting: klick

Dienstag, 8. April 2014

Guadalupe!

Höchste Zeit, auf das neue Musical der Emmanuel School of Mission Altötting hinzuweisen, für die zu arbeiten ich die Ehre habe. Die Erscheinungen von Guadalupe stehen im Mittelpunkt. Doch wer meint, dass nur Maria im Zentrum steht, der hat sich getäuscht. Auf der Bühne sind skrupellose Eroberer genauso zu sehen wie feinfühlige, Azteken, die Angst haben, und solche, die Menschenopfer bringen. Missionare, die eifrig sind, aber auch ratlos. Am 22. Februar war Premiere, im März waren wir auf der ersten Tournee im Südwesten Deutschlands. Anfang und Mitte Mai folgen die 2. und 3. Tournee mit insg. zehn Aufführungen. Abschließender Höhepunkt ist wie immer das Forum Altötting.
Hier gibt es die Tour-Termine: klick
Ein gescheiter Trailer (mit bewegten Bildern von der ersten Aufführung) soll noch entstehen. Den reiche ich dann ggf. nach.

Montag, 7. April 2014

Habemus Bischof

Nachdem sich die Gerüchte zunehmend verdichtet hatten, ist es seit Freitag offiziell: Salesianerpater Stefan Oster wird neuer Bischof von Passau - der Diözese, in der ich lebe. 
Damit hat sich der Vatikan für jemanden entschieden, der jung ist (also, so gemessen an anderen Bischöfen), der allein schon aufgrund des Apostolats seines Ordens einen guten Draht zu jungen Leuten hat, der ein Leben vor dem Orden hatte ... Man könnte hier noch einiges aufzählen, aber ich stemme mich gegen die "Schubladisierung" jeglicher Art. Ich bin dankbar und gespannt.
Sein Wahlspruch lautet Victoria veritatis caritas - der Sieg der Wahrheit ist die Liebe. Ein Wort, das einiges Potenzial hat, wenn es ernst genommen wird.
Hier sein Grußwort an die Passauer:
 

"Die Ereignisse"

... pflegten meine ruandesischen Mitschwestern, mit denen ich mein Ausbildungsjahr im geweihten Leben gemacht habe, den Völkermord in Ruanda zu nennen, der vor genau 20 Jahren begann. Damals, als es stattfand, habe ich nicht viel verstanden.
Als ich dann 15 Jahre später mit zwei jungen Frauen aus diesem Land zusammenlebte, nahmen Nichtwissen und Wissen gleichermaßen zu. Sie sprachen nie von sich aus darüber. Sie nannten den Völkermord einfach nur "die Ereignisse". Und Fragen - das lernte ich schnell - wichen sie aus. Ich weiß bis heute nicht sicher, ob die eine eine Tutsi und die andere eine Hutu ist. Und doch war dieses Schweigen sehr beredt. Es zeigte mir, dass die Wunden noch nicht verheilt sind, dass die Scham, aus diesem Land zu kommen, groß ist. Eine Mitschwester sagte mir, dass einzige Land, in dem sie nicht das Gefühl hatte, dass man mit dem Finger auf sie zeige, sei Deutschland gewesen. Die Deutschen - so ihre Wahrnehmung - wissen, wie es ist, mit der Schuld einer ganzen Nation umgehen zu müssen.
Jede meine Mitschwestern hat Geschwister im Ausland. Die Familien wurden vor 20 Jahren auseinander gerissen und es hält bis heute an.
In dem Jahr unseres Zusammenlebens habe ich aber auch gelernt, dass Ruanda ein schönes Land ist, dass seine Bewohner gern lachen und sich über kleine Dinge groß freuen können, dass der Familienzusammenhalt enorm wichtig ist, dass sie unglaublich stark mit ihrer Heimat verbunden sind - egal, wo sie leben, dass dieses Land voller Leben ist, voller Aufbruch - aber auch voller Unsicherheit und zutiefst verletzt.
Beim Abschied sagte ich zu einer von ihnen: "Wir sehen uns eines Tages in Ruanda wieder." Sie sah mir in die Augen und sagte: "Du weißt, dass das ein Versprechen ist?" Ja, ich weiß es. Ich möchte so gern meine Schwestern und Brüder im Land der tausend Hügel besuchen.