Donnerstag, 28. August 2014

Robusta 2014

Yeah! Schon zum dritten Mal gibt es wieder die Robusta-Verleihung. Man darf gespannt sein! Nähere Infos gibt es beim Herrn Alipius.

Dienstag, 19. August 2014

Freude über das Dresdner Nightfever

Jetzt komm ich auch noch dazu, etwas über das erste Nightfever in der Dresdner Hofkirche (Kathedrale) zu schreiben, das Mitte Juli stattfand. Ich war dabei. Und allein das war schon genial. Ich musste mich zwischenzeitlich mal in der Kirchenbank niederlassen und mein übervoll dankbares Herz dem Herrn ausschütten.

Bevor ich vor sieben Jahren Dresden verlassen hab, gab es schon mal kleine "Vorspiele" dazu. Mindestens zweimal hab ich im Rahmen der "Nacht der offenen Kirche" einen Nightfever-ähnlichen Abend in einer der Dresdner Kirchen organisiert. Da es sich hierbei um eine Kirche handelte, die ziemlich abseits liegt - nicht mal direkt in einem Wohngebiet, war klar, dass einzig und allein die "Nacht der offenen Kirche" die Leute dahin gelockt hat. Unterstütz wurde ich bei der Aktion hauptsächlich von Leuten aus der Gemeinschaft Emmanuel, die sich eigens auf den Weg gemacht haben. Es war ein schöner Moment, aber es war auch klar, dass das unter diesen Bedingungen nicht so ideal war und auch nicht sehr ausbaufähig.

Und nun saß ich sieben Jahre später in der Hofkirche im Stadtzentrum und der Strom der Besucher riss einfach nicht ab. Nach 1,5 Stunden gingen die Kerzen aus. Bis zur Komplet hatten rund 2.000 Leute eine Kerze vor dem Allerheiligsten aufgestellt. Ich kann euch gar nicht sagen, wie dankbar ich war. Von allen Dresdnern, die da mitgeholfen hatten, kannte ich gerade mal eine Person. Zu sehen, dass da etwas wächst, dass es junge Leute gibt, die sich dafür einsetzen, dass sich Türen geöffnet haben ... das war einfach der Hammer für mich. Und ich konnte nur schmunzeln über die Pädagogik Gottes, der mir deutlich gemacht hat, dass es seine Zeitplanung ist und dass es auch ohne mich geht.

Besonderes Schmankerl in dieser Hinsicht war für mich folgendes: Ich hatte mich eingetragen, in der ersten Stunde Leute einzuladen. Die junge Frau, die mich begleitete, merkte mein Zögern (was typisch für mich ist am Anfang, ich komm dann schon in Fahrt) und erklärte mir in ganz einfachen und schönen Worten, wie es funktioniert - sie erklärte mir die Art und Weise, wie die Gemeinschaft Emmanuel sie bei vielfältigen Aktionen vergleichbarer Art schon lange vor dem Nightfever angewendet hat und wie ich es schon oft mitgemacht habe. Da musste ich wirklich schmunzeln, dass mir jemand anderes unsere "Methode" erklärte.

Gott ist groß.

Hier gibt es einen Nachbericht dazu: klick
Hier gibt es ein Video dazu.


Gedankenexperiment

Bischof Oster hat in der von mir verlinkten Ansprache darum gebeten, den jeweils anderen zuzugestehen, dass sie Gott suchen. Das führt mich konsequent zu folgendem Gedankenexperiment:
  • Ist es einfach mal nur denkbar, dass Katholiken, die die Handkommunion bevorzugen, Müttergruppen, die einen Gottesdienst mitgestalten und ihre Kinder gern zum Vaterunser und Friedensgruß in den Altarraum schicken, Priester, die das Tagesgebet hin und wieder abwandeln ... dies tun, weil sie Gott lieben und wirklich überzeugt davon sind, ihm so in der rechten Weise zu dienen und zu  begegnen?
  • Ist es umgekehrt denkbar, dass Katholiken, die die Kommunion nur kniend in den Mund empfangen möchten und den Friedensgruß als störend empfinden, eine Gregorianikschola, die ein lateinisches Hochamt mitgestaltet, und Priester, denen das Mess-Latein perfekt von den Lippen fließt ... dies tun, weil sie Gott lieben und wirklich überzeugt davon sind, ihm so in der rechten Weise zu dienen und zu begegnen?
Kann ich - wo immer ich stehe - diesen Gedanken wenigstens mal zulassen und nicht gleich litaneiartig Vorurteile aufzählen?

Die andere Claudia

Heute (naja, eher schon gestern) gratulierten mir gleich zwei Leute zum Namenstag. Dabei liegen sie leicht falsch. Am 18. August feiert die Kirche die hl. Claudia, die im 15. Jh. in Genf das erste Klarissenkloster gründete. Ich hab mich aber immer schon lieber an der hl. Claudia orientiert, die um 300 in Rom als Märtyrerin starb. Mehr weiß man von ihr nicht. Das Schicksal einer in der Christenverfolgung gestorbenen Heiligen war mir in meiner DDR-Situation irgendwie näher als das einer Äbtissin. Doch weil in dem Heiligenkalender meiner Eltern immer nur am 18. August eine Claudia drin stand, glaube ich jahrelang irrigerweise, dass ich am 18. August Namenstag hätte. Erst als ich eine andere Claudia kennen lernte, die am 20. März feiert, wurde ich stutzig. Inzwischen weiß ich also Bescheid. Aber es hindert mich nicht daran, nach wie vor mehr auf den 18. August orientiert zu sein und dabei an eine Märtyrerin aus Rom zu denken.
Ich hoffe, dass die beiden das irgendwie einordnen können.

Die Tatsache, dass es eine bzw. sogare mehrere hl. Claudias gibt, scheint jedoch eher ein verborgendes Wissen zu sein. Jedenfalls bin ich immer leicht pikiert, wenn mir bei diversen Primizsegen der Segen auf die Fürsprache des hl. Claudius oder des hl. Claude de la Colombiere gespendet wird.

Montag, 18. August 2014

Grabenkämpfe?

Bastian von EchoRomeo hat mit seiner dezent formulierten Hinterfragung der Vorschläge eines amerikanischen Bloggers für eine würdige Messfeier offensichtlich wieder Wasser auf die Mühlen derer gegossen, die nicht müde werden, die Vorzüge einer lateinischen Messe inkl. vieler Zutaten anzupreisen. (Das legt zumidnest die beachtliche Anzahl der einschlägigen Kommentare auf facebook nahe.)

Ich hab mich bisher komplett zurückgehalten damit, auf meinem Blog zu sagen, welche Form mir die liebere ist. Weil es auch nichts zur Sache tut.

Ich möchte an dieser Stelle einfach mal Bischof Oster zitieren, der im Anschluss an seine Bischofsweihe sagte (S. 6/7):
Verteufeln wir einander nicht gegenseitig, nur weil einer zum vermeintlich anderen Lager gehört. Trauen wir dem jeweils anderen auch zu, dass er oder sie ebenfalls aufrichtig nach Gott sucht – und eben gerade deshalb bestimmte Dinge für besonders wichtig hält.
Ich möcht nur einen Eindruck wieder geben, den ich vor knapp 20 Jahren hatte, als ich erstmals die Lager in der westdeutschen Kirche mitbekam (ich muss es so sagen, für mich war das eindeutig ein westdeusches Phänomen). Das war und ist für mich enorm erschütternd und schlicht und ergreifend ein großes Antizeugnis.

Und wen es interessiert, dem kann ich es gern zu Protokoll geben: Die für mich schönste Form einer Eucharistiefeier ist eine ordentlich gefeierte Messe nach dem neuen Ritus. Mit dem bin ich aufgewachsen. Er hat mich Glauben gelehrt und führt mich hinein in die Gegenwart Gottes. Eine komplett lateinische Messe (die mitzufeiern ich schon häufiger Gelegenheit hatte) lässt mich immer ein Stück weit draußen, weil mir die Antworten nicht geläufig sind (obgleich ich ein gutes Latinum habe). Ich könnte es lernen, so wie ich auch vor ein paar Jahren den Ablauf der französischen Messe gelernt habe. Aber lieber bleibt es mir in meiner Muttersprache. (So wie ich auch bis heute bei jeder fremdsprachigen Messe wenigstens das "Herr, ich bin nicht würdig" auf Deutsch bete.) Ich lehne Latein in der Messe nicht ab und singe mit Begeisterung die lateinischen Messreihen. Aber ich halte es für völlig unhaltbar zu suggerieren, dass eine würdige Messfeier nur so stattfinden kann oder dass jede lateinische Messe mit den von Pat Archbold vorgeschlagenen Zutaten besser als eine entsprechend den Vorschriften gefeierte Messe nach dem novus ordo ist.

Die spinnen, die Gallier ...

Schokolade könnte in Frankreich schon bald auf der "roten Liste" landen. Lebensmittel sollen in Zukunft entsprechend ihres Nährwertes farblich markiert werden. Auf der fünfstufigen Skala ist rot der schlechteste Wert. Und die Schokolade (die ja nicht ohne Grund im Nachbarland schon jetzt sehr teuer ist), gehört halt zu den vom Gesundheitsministerium geächteten Produkten und würde mithin rot markiert.

"Wie Gott in Frankreich" leben hätte in Zukunft wohl keinen schokoladigen Beigeschmack mehr.

Für frankophone Leser gibt es hier mehr Infos: klick

Samstag, 16. August 2014

Zehn Minuten mehr

Irgendwo las ich in den letzten Tagen vom Aufruf (des Papstes?) zum Gebet für den Frieden. Zehn Minuten pro Tag, so lautet die Einladung. Die Form ist egal - frei, formuliert, allein, gemeinsam. Aber jeden Tag zehn Minuten. Wenn man ohnehin schon regelmäßig betet, dann soll man halt zehn Minuten mehr beten.

Ich geb zu, dass das "zehn Minuten mehr" mich durchaus herausfordert. Aber es ist gut so, denn dann kann ich das nicht schon unter "mach ich eh' schon" verbuchen, sondern bin wirklich nochmal mehr dazu herausgefordert, meine eigenen Gewohnheiten zu durchbrechen und mein Gebet ganz bewusst dahin zu lenken.

Am 8. Juni hat Papst Franziskus ein Gebet dazu veröffentlicht. Das kann als Anregung dienen.
Cornelia und Anastasis haben ihrerseits einen Friedensblog ins Leben gerufen, der die verschiedensten Gebete und Initiativen dokumentiert.

Freitag, 15. August 2014

Hundert!

Heute vor einhundert Jahren wurde ein Mann geboren, der für meinen persönlichen Glaubensweg eine wichtige Rolle spielte (und das, obwohl ich erst von ihm hörte, als er schon gestorben war): Pierre Goursat, Gründer der Gemeinschaft Emmanuel, der ich angehöre.
Vor gut einem Jahr hat Miriam (Das hörende Herz) einen schönen Artikel über ihn geschrieben und vor drei Jahren hab ich selbst schon mal was zu ihm gebloggt. So habe ich nun die Freiheit, mich nur auf das zu beschränken, was mir darüber hinaus wichtig erscheint: auf seine Verfügbarkeit gegenüber dem Heiligen Geist.

Die meisten sind im Alter von 58 Jahren an einem Punkt, an dem es nicht mehr viele Überraschungen gibt. Die berufliche Perspektive ist absehbar, der Freundeskreis steht, die Familie normalerweise auch. Die Vorlieben, Charaktereigenschaften und auch das geistliche Leben sind ausgeprägt und lassen nicht erwarten, dass hier nochmal neue Wege eingeschlagen werden. 
Bei Pierre Goursat war das anders. Mit 57 hatte er seinen Job als Leiter des Französischen Filmbüros an den Nagel gehängt. Einfach so. Keiner wusste, warum. Er hatte auch keine andere Spielwiese zu dem Zeitpunkt. Doch eines haben seine Freunde verstanden: Er war so sehr mit Gott verbunden, dass er sich von IHM den nächsten Schritt erwartete. Und der blieb nich aus. Mit 58 Jahren war Pierre gegenüber dem Heiligen Geist so offen und vertrauensvoll, dass er sich in ein komplett neues Abenteuer stürzte, von dem zu dem Zeitpunkt nicht absehbar war, wohin es führen sollte. Er lernte die charismatische Erneuerung kennen, empfing eine Geistausgießung, baute zusammen mit einer jungen Medizinstudentin einen Gebetskreis in Paris auf ... und gründete so die Gemeinschaft Emmanuel, die heute weltweit ca. 9000 Mitglieder zählt. Es ging nicht immer alles glatt. Manche Initiative, die die junge Gemeinschaft bzw. Pierre angestoßen hatte, erwies sich als nicht sinnvoll ... Und in der gleichen Freiheit, in der Pierre die Dinge angestoßen hat, hat er sie auch wieder beendet. Er hat sich nicht an die Dinge oder Projekte gehängt, sondern einfach ingehört, was Gott wollte. Und dann auch losgelegt. 

Bitten wir ihn um Fürsprache für ein einfaches, verfügbares und freies Herz.

Hier kann man sich ein Buch mit vielen Zitaten mit Tiefgang von ihm bestellen: klick
Ich habs für meine Masterarbeit ziemlich gründlich studiert und eine Menge Perlen für den geistlichen Alltag darin gefunden.

Donnerstag, 14. August 2014

Schönes Interview

... mit meinem neuen Bischof Oster.

Berufene und andere

Dass das Verhältnis von Personen, die sich Gott ganz weihen, zu denen in ihrer Umgebung (Freundeskreis, Familie), nicht immer von vollstem Verständnis geprägt ist, die Erfahrung macht wohl jeder, der diesen Weg geht.
In dem berührenden Film "Die Gelübde meines Bruders" geht die Filmemacherin Stephanie Weimar der Frage nach, die sie ganz persönlich betrifft.
Ich habs mir heut in der Mediathek von arte angeschaut. Und bin immer noch fasziniert, wie sehr sich die dort festgehaltenen Fragen, Antwortversuche, Stimmungen und Grenzen auch mit dem decken, was ich bei mir selber und bei meinen Mitmenschen erlebe.

Sonntag, 10. August 2014

Kleiner Filmtipp

... für eine nette Sommerkomödie. "Monsieur Claude und seine Töchter" verspricht gute Unterhaltung. Eigentlich kann Monsieur Claude ja nicht klagen. Er hat vier wunderschöne Töchter und nach und nach heiraten sie auch. Doch wird mit jeder Heirat die Familie internationaler. Als dann die letzte Tochter endlich einen Katholiken heiratet, scheint die Reißleine für das sich anbahnende Familiendrama gefunden zu sein. Doch ein kleines Detail hat die Tochter verschwiegen. Und dann kommt auch noch die Schwiegerfamilie persönlich und ist "not amused" über die in ihren Augen absolut ungewöhnliche Wahl ihres Sohnes.