Sonntag, 22. Februar 2015

katholisches Paradox

Die katholische Liturgie bietet doch immer wieder Impulse zum innehalten. Ich wär nie auf den Gedanken gekommen, die heilgen vierzig Tage als eine Bußzeit zu feiern. Aber genau das legt uns das Tagesgebet des heutigen Sonntags nahe.
Allmächtiger Gott,
du schenkst uns die heiligen vierzig Tage
als eine Zeit der Umkehr und der Buße.
Gib uns durch ihre Feier die Gnade,
dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten
und die Kraft seiner Erlösungstat
durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen.
Darum bitten wir durch ihn,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Eine solche Formulierung löscht alle Kopfkinos, die beim Gedanken an Buße Reihen griesgrämig dreinblickender, sich selbst kasteiender und in Sack und Asche Reue zeigender Christen vorführen. Wir dürfen feiern ... wir feiern, dass Gott uns einlädt, in seiner Nähe zu sein, uns neu zu ihm hinzukehren. Das ist kein Grund zum Traurigsein, sondern einer zur Freude. Denn es ist schön zu wissen, dass da einer ist, der mich bei sich haben will.