Sonntag, 10. Mai 2015

Molokai - der Film

Jetzt möcht ich schon auch noch gern den Film über P. Damian präsentieren, den ich leider nicht auf Deutsch finden kann, aber der doch sehr eindrücklich ist:


Aloha - Gedenktag P. Damians!

Heut ist nun wirklich der Gedenktag P. Damian de Veusters, der interessanterweise nicht auf seinen Todestag fällt, sondern auf den Tag seiner Ankunft in der Lepra-Kolonie. Die Kirche wertet seinen Dienstbeginn dort offenbar schon als den Moment, in dem er im Haus des Vaters angekommen ist.
Ich lass ihn einfach wieder selbst zu Wort kommen - diesmal über die Umstände, wie er dahin gekommen ist und seine ersten Eindrücke dort. Darüber schreibt er zum einen in einem Brief an einen Mitbruder im August (3 Monate nach der Ankunft), zum anderen in einem Brief (25. November) an seinen leiblichen Bruder Pamphilius, der wie er Ordensmann und Missionar war.

Die Umstände:
Die Regierung sah sich gezwungen, die Erkrankten von der Gesellschaft auszuschließen - in einem entfernten Winkel der Molokai-Insel, der von den hohen, unüberwindbaren Bergen auf der einen Seite und vom Meer auf der anderen eingeschlossen ist. … Mehr als 2.000 wurden schon hierher verbannt, 800 davon leben noch. … Dieser Ort hatte wirklich einen Priester nötig, aber es war nicht leicht. Jede Kommunikation war verboten, wenn man sich nicht mit ihnen einschließen lassen wollte.

Die Entscheidung:
Als ich Kohala verließ, um zur Einweihung der schönen Kirche von P. Leonor zu gehen, hörte ich im Moment, als ich das Pferd bestieg, eine innere Stimme, die mir sagte, dass ich meine lieben Christen und meine schönen vier Kirchen nie mehr wiedersehen würde. Weinend warf ich einen letzten Blick auf meine liebe Gemeinde von Kohala. Während des schönen Festes von Vailulu … erzählte uns der Bischof von seinem Wunsch, das jemand von uns Molokai besuche. Ich erlebe es als Fügung der göttlichen Vorsehung. Am folgenden Samstag, bin ich anstatt nach Kohala zurückzukehren, vom Schiff in der Lepra-Kolonie abgesetzt worden. Der Bischof begleitete mich, doch nach seinem Wunsch sollte ich nur zwei oder drei Wochen bleiben.

Nachdem ich schon am Tag meiner Profess unter dem Leichentuch gelegen hatte, hielt ich es für meine Pflicht, mich dem Bischof anzubieten, der – wie er sagte – nicht die Grausamkeit hatte, uns ein solches Opfer zu befehlen. Und so hat mich der Dampfer am 10. Mai hier zusammen mit ca. 50 anderen Lepra-Kranken abgesetzt, die die Polizisten von ganz Hawaii zusammen getrieben hatten.

Die ersten Eindrücke:
Ich hab hier eine hübsche kleine Kapelle vorgefunden, die der Hl. Philomena geweiht ist. Doch das ist schon alles: kein Haus, in das ich einziehen konnte. Ich lebte lange unter einem Baum, weil ich nicht in den Unterkünften der Lepra-Kranken leben wollte. … Ich habe mich noch nicht angesteckt und mit der wunderbaren Hilfe des guten Gottes und der Heiligen Jungfrau werde ich die Lepra nie bekommen, so hoffe ich. Dennoch mache ich mich den Leprösen gleich, denn wenn ich predige, beginne ich mit den Worten „wir anderen Lepra-Kranken“.

Die Herausforderungen der Krankheit:
Die Zehen und Finger werden quasi weggefressen und die Wunden strömen einen Fäulnis-Geruch aus … Es fällt mir sehr schwer, mich daran zu gewöhnen. Eines Tages war ich während des Hochamtes an dem Punkt, an dem ich den Altar verlassen musste, um ein wenig frische Luft zu atmen. Die Erinnerung an unseren Herrn, der das Grab des Lazarus öffnen ließ, brachte mich zurück. Inzwischen hat sich mein feines Näschen daran gewöhnt. Ich trete ohne Schwierigkeiten in die Häuser ein. Doch manchmal, wenn ich die Beichte abnehme und die Wunden von Maden wimmeln wie an Leichen im Grab, muss ich mir die Nase zuhalten. Ich weiß gar nicht, wohin ich die Letzte Ölung geben soll.

Ich freue mich, dass wir am heutigen Tag unser Musical über P. Damian aufführen - in Euskirchen. Eigentlich hätte ich bei dieser Tournee nicht dabei sein sollen, aber eine glückliche Fügung hat es ermöglicht.

Mittwoch, 6. Mai 2015

Leipzigs Kirchen

Die alte Propsteikirche
In wenigen Tagen wird in meiner Heimatdiözese ein großer Kirchenneubau eingeweiht. Leipzig bekommt eine katholische Kirche - mitten in der Innenstadt - nach 70 Jahren wieder. Das ist ein großer Grund zur Freude. Froh macht mich auch zu wissen, dass viele Menschen in Ost und West diesen Kirchenneubau unterstützt haben. Dieses Bauprojekt ist kein Luxus, eher eine Selbstverständlichkeit.

Und doch irgendwie auch wieder nicht. Der Neubau der Kirche hat ja seine Gründe. Die ursprüngliche Kirche wurde 1943 im Krieg zerstört. 

Zuflucht fanden die Leipziger Innen-Stadt-Katholiken in der Leipziger Universitätskirche, einem sehr schönen gotischen Hallenbau aus dem Jahr 1240. Im Zuge der Reformation war die ehemalige Dominikanerkirche der Universität übergeben worden und damit in die öffentliche Hand geraten. Sie überstand die Bombardierungen. Nach dem Krieg diente sie der evangelischen Fakultät als Ausbildungsort für ihre Prediger, der Musikhochschule als Ausbildungsort für die Orgelspieler, sie war Heimat der Studentengemeinde und auch die heimatlosen Katholiken der Propstei-Pfarrei nutzten die Kirche für ihre Gottesdienste.

Doch dann wurde die Sprengung der Kirche entschieden. Ein so sakraler Bau war mitten in der Innenstadt nicht mehr gewünscht. Und da das Gebäude offiziell dem Staat gehörte, war es rechtlich auch möglich. Sehr kurzfristig wurden die Katholiken von den Plänen in Kenntnis gesetzt (knapp zwei Wochen vorher.) Ich habe den Priester kennen gelernt, der den letzten katholischen Gottesdienst dort am Abend von Christi Himmelfahrt gehalten hat. Er konnte die bevorstehende Untat nicht offen ansprechen, setzte aber alles daran, der Messe so viel Glanz wie möglich zu verleihen. Kaum war der Gottesdienst zu Ende, wurden die Gläubigen hinaus befördert. Fassungslos sahen die Leipziger, wie in den nächsten Tagen Bohrlöcher für die Sprengsätze gesetzt wurden. Am 30. Mai 1968 fiel das Gebäude dem Kommunismus zum Opfer.


Für die Leipziger Innenstadt-Katholiken dauerte es dann immer noch mehr als ein Jahrzehnt, bis sie endlich 1982 eine eigene Kirche bauen und einweihen durften - weitab der Innenstadt und fr mein Empfinden nicht gerade ein Kleinod sakraler Baukunst, zumal schlechter Baugrund dafür sorgte, dass die Kirche nach etwas mehr als 30 Jahren Nutzung eigentlich nicht mehr hält.

Die Einweihung einer neuen katholischen Kirche in der Innenstadt hat nach dieser Geschichte für mich eine Bedeutung, die weit darüber hinaus reicht, dass die Katholiken wieder ein standfestes Gebäude haben. So wie ich es beim Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche empfunden habe, hat auch dieser Neubau für mich einen starken symbolischen Charakter. Er manifestiert das Ende einer atheistischen Ideologie und Regierung und zeigt sehr deutlich auf, dass das Pflänzchen der Kirche nicht so schnell unterzukriegen ist. Deo gratias!
Hier kann man in Bildenr und Videos mehr über den Neubau erfahren: klick

Mehr als eine kleine Randnotiz ist jedoch leider auch die Beobachtung, dass das Ereignis der Stadt Leipzig keine Erwähnung wert ist. Ein Klick auf  die städtische website offenbart zahlreiche mehr oder weniger wichtige Veranstaltungen in den nächsten Tagen. Einen Hinweis auf die Einweihung der Propsteikirche sucht man jedoch vergebens. Beschämend.

Die kleinen Schwestern von Bethlehem

Es ist nicht meine Berufung, aber zweifellos eine ganz besondere. Und ich bin dankbar um solche Orte, an denen man dank des Gebets dieser Schwestern Gott und den Frieden finden kann. Kürzlich kam eine schöne Reportage dazu auf arte, die ich hier gern empfehlen möchte. (Die Langsamkeit der Bilder erinnert mich dabei auch stark an den bemerkenswerten Film "Die große Stille.")


Dienstag, 5. Mai 2015

Geweihtes Leben in Ljubljana

Einen netten Flashmob haben verschiedene Orden und Gemeinschaften in Ljubljana auf die Beine gestellt. Mich freut es nicht zuletzt deshalb, weil das gewählte Lied von meiner Gemeinschaft kommt.