Freitag, 20. Mai 2016

Mit den Augen einer Fernstehenden

Das Projekt "Valerie und der Priester" klingt spannend: Über ein Jahr hinweg wird die Journalistin Valerie Schönian den Alltag des Priesters Franziskus von Boeselager begleiten und beobachten. Sie tut dies von außen, denn ganz offen gibt sie zu, dass sie mit der Kirche schon seit Jahren nichts mehr am Hut hat und dass sie selbst in ihrer Kindheit nur wenig Berührungspunkte mit der Kirche hatte.

Hier ist der Trailer dazu:


In einem Blog schreibt sie über ihre Eindrücke. Es liest sich in einem der ersten Beiträge kurzweilig und interessant und zeigt einem überdeutlich auf, wie fremd sich ihre und seine Welt sind. Man darf gespannt sein, wie sich das so entwickelt. Mutig und konsequent finde ich auch die Entscheidung des Kaplans, in dieser Zeit nicht in den Blog hinein zu schauen, um ganz authentisch bleiben zu können.

Bischöflicher Blog

Peter hat es schon vor einigen Tagen verkündet: Die Blogoezese hat einen Bischof. Bischof Dr. Stefan Oster SDB, mein Hirte meines Bistums, nutzt offensiv die neuen sozialen Medien. Das find ich spannend und ist für mich Anlass, meinen eigenen Blog ein wenig abzustauben und darauf hinzuweisen.

Blog Bischof Oster

Sonntag, 13. März 2016

Wovor hast du Angst?

Bzw. "What are you afraid of" ist der Titel eines Textes vn Jon Jorgenson, den die Tanzgruppe einer amerikanischen Highschool eindrucksvoll in Szene gesetzt hat. Ich hab zuerst das Video gesehen, dann den Text nochmal zum Nachlesen gesuch. (Der Text ist ein wenig länger, denn sie mussten ihn für den Tanz in einem öffentlichen Rahmen und unter Wettbewerbsbedingungen kürzen.) Beides ist sehens- und bedenkenswert. Auch wenn in der Tanz-Version das Wort "Gott" nicht mehr vorkommt, hab ich sofort gewusst, dass der Text einen christlichen Hintergrund hat. Allein deshalb lohnt sich das Nachlesen. Hier also der Text: klick




Mittwoch, 3. Februar 2016

Lebensstand der Befreiten

Gestern Abend beschloss Bischof Stefan Oster SDB das Jahr des geweihten Lebens mit einer Messe, zu der die Ordensleute und Geweihten aus seiner Diözese explizit eingeladen waren. Auch ich war zusammen mit vier Mitschwestern dabei. Schon die gemeinsame Hinfahrt mit dem Bus war sehr nett, weil da eine bunte Mischung aus traditionellen und neueren Formen des geweihten Lebens versammelt war und der Austausch recht rege war. Im Anschluss an die Messe setzten sich die Begegnungen bei einem kleinen Empfang fort. Ich war sehr froh, dabei gewesen zu sein und es hat mich auch sehr gefreut, dass jemand auf die Idee gekommen ist, auch uns einzuladen, die wir doch normalerweise unterhalb des Radars unterwegs sind, weil wir halt nicht ins klassische Schema passen. Aber unabhängig davon wollte ich zwei Gedanken teilen, die mich von der Predigt bewegt haben, welche man vollständig hier nachlesen kann.

Bischof Oster sprach über die Angst und darüber, dass die Lebensform der Geweihten davon frei macht. Ich zitiere:
Es gibt eine innere Freiheit von Angst. Sie ist frei, weil sie nichts zu verlieren hat, weil sie vom größten Reichtum überhaupt schon berührt und beschenkt ist. ... Angst hilft nicht beim Beten, Angst hilft nicht dabei, den anderen zu lieben, Angst lässt mich ganz bei mir sein und mich an diese Welt festkrallen.
Und dann kommt's:
Die Lebensform der Befreiten ... 
Wow, ähm ja, so im Prinzip ja. Aber ... wow, was für eine Aussage, was für ein Anspruch, was für eine Berufung!

Und nochmal tief Luft holen:
Eure Existenz der inneren Freiheit und Furchtlosigkeit.
Ich seh schon, ich hab noch ein weites Übungsfeld vor mir.

Dienstag, 2. Februar 2016

Wegetappe zum geweihten Leben

Eine wichtige Wegetappe zum gottgeweihten Leben, dessen Fest wir am 2. Februar feiern, ist in jeder Gemeinschaft die Zeit der Ausbildung (der Formung / des Noviziats). Bei uns ist die Zeit allein deshalb so besonders, weil wir normalerweise den Rest des geweihten Lebens "in der Welt" leben. Doch zu Beginn gönnen wir uns zwei Jahre Abstand von der Welt: viel Zeit mit Gott (täglich zwei Stunden Gebet + Lobpreis + Messe), ein stiller Tag pro Woche, Zeit zum Studium, zum Französischlernen, das Leben in einer sehr internationalen Gemeinschaft, Zeit zum Dienen. Ich hab in diesem Jahr sehr viel empfangen (inzwischen hat man die Zeit verlängert), auch wenn da manche Herausforderung zu bestehen war (und da war das Kochen für zehn Leute noch die kleinere Hürde). Meine Mitschwestern kamen aus Ruanda, Frankreich, Vietnam und Deutschland. Einen kleinen Einblick in das aktuelle Leben des derzeitigen Jahrgangs gibt dieser Videoclip (französisch):


Dienstag, 12. Januar 2016

zwölf plus drei

Große Freude! Am 31. Dezember haben zwölf Mitschwestern unserer Gemeinschaft (Gemeinschaft Emmanuel) das ewige Versprechen abgelegt, drei das zeitliche Versprechen (auf drei Jahre). Ein Tag zuvor engagierte sich ein Bruder für drei Jahre im geweihten Leben. In wenigen Tagen folgt noch ein ewiges Engagement einer in Afrika lebenden Schwester. Alle zusammen kommen sie aus zehn Nationen. Auch eine Deutsche war dabei. Die allermeisten kenne ich sehr gut, da sie gewissermaßen aus "meiner" Generation sind. Ob ich den Staffelstab planmäßig übernehme, wird das nächste Jahr zeigen. Die Vorfreude zumindest beginnt sich zu entfalten.

Fotos + Bericht auf Französisch