Mittwoch, 3. Februar 2016

Lebensstand der Befreiten

Gestern Abend beschloss Bischof Stefan Oster SDB das Jahr des geweihten Lebens mit einer Messe, zu der die Ordensleute und Geweihten aus seiner Diözese explizit eingeladen waren. Auch ich war zusammen mit vier Mitschwestern dabei. Schon die gemeinsame Hinfahrt mit dem Bus war sehr nett, weil da eine bunte Mischung aus traditionellen und neueren Formen des geweihten Lebens versammelt war und der Austausch recht rege war. Im Anschluss an die Messe setzten sich die Begegnungen bei einem kleinen Empfang fort. Ich war sehr froh, dabei gewesen zu sein und es hat mich auch sehr gefreut, dass jemand auf die Idee gekommen ist, auch uns einzuladen, die wir doch normalerweise unterhalb des Radars unterwegs sind, weil wir halt nicht ins klassische Schema passen. Aber unabhängig davon wollte ich zwei Gedanken teilen, die mich von der Predigt bewegt haben, welche man vollständig hier nachlesen kann.

Bischof Oster sprach über die Angst und darüber, dass die Lebensform der Geweihten davon frei macht. Ich zitiere:
Es gibt eine innere Freiheit von Angst. Sie ist frei, weil sie nichts zu verlieren hat, weil sie vom größten Reichtum überhaupt schon berührt und beschenkt ist. ... Angst hilft nicht beim Beten, Angst hilft nicht dabei, den anderen zu lieben, Angst lässt mich ganz bei mir sein und mich an diese Welt festkrallen.
Und dann kommt's:
Die Lebensform der Befreiten ... 
Wow, ähm ja, so im Prinzip ja. Aber ... wow, was für eine Aussage, was für ein Anspruch, was für eine Berufung!

Und nochmal tief Luft holen:
Eure Existenz der inneren Freiheit und Furchtlosigkeit.
Ich seh schon, ich hab noch ein weites Übungsfeld vor mir.

Dienstag, 2. Februar 2016

Wegetappe zum geweihten Leben

Eine wichtige Wegetappe zum gottgeweihten Leben, dessen Fest wir am 2. Februar feiern, ist in jeder Gemeinschaft die Zeit der Ausbildung (der Formung / des Noviziats). Bei uns ist die Zeit allein deshalb so besonders, weil wir normalerweise den Rest des geweihten Lebens "in der Welt" leben. Doch zu Beginn gönnen wir uns zwei Jahre Abstand von der Welt: viel Zeit mit Gott (täglich zwei Stunden Gebet + Lobpreis + Messe), ein stiller Tag pro Woche, Zeit zum Studium, zum Französischlernen, das Leben in einer sehr internationalen Gemeinschaft, Zeit zum Dienen. Ich hab in diesem Jahr sehr viel empfangen (inzwischen hat man die Zeit verlängert), auch wenn da manche Herausforderung zu bestehen war (und da war das Kochen für zehn Leute noch die kleinere Hürde). Meine Mitschwestern kamen aus Ruanda, Frankreich, Vietnam und Deutschland. Einen kleinen Einblick in das aktuelle Leben des derzeitigen Jahrgangs gibt dieser Videoclip (französisch):